Knickt auch bald der letzte Strohhalm?

Noch steht er...
Bad Frankenhausen/Kyffhäuser: Oberkirche | Der Spenden-Marathon für den Oberkirchturm endete offiziell am 31. Mai 2011 mit einem Ergebnis von ca. 70.000 Euro Spenden und nochmals 50.000 Euro Zusage einer Stiftung für die Rettung des schiefen Riesen.

Seit Mai 2011 liegt das dauerhafte und robuste Rettungskonzept vor. Im Juni 2011 hat der zuständige Prüfstatiker Dr. Trabert das Rettungskonzept bestätigt und die zuständige Bauaufsicht würde diese Verfahren so akzeptieren. Das Konzept sieht vor, dass noch in diesem Jahr drei kleinere Sicherungsmaßnahmen durchgeführt werden . Das heißt kleinerer Hohlraum wird verfüllt, eine Beule im Mauerwerk ausgebessert und ein gerissener Ringanker erneuert. Diese Kosten betragen ca. 97.000 Euro. Dann hätte man weitere drei Jahre Zeit um die fehlenden finanziellen Mittel für die Stabilisierung des Turmes zu beschaffen. Die Umsetzung des Rettungskonzeptes würde nochmals 800.000 Euro in den Jahren 2012 bis 2014 kosten.

Die Landeskirche hält nach wie vor am Abriss fest und hat der Stadt Bad Frankenhausen ein Ultimatum gesetzt: Bis zum 1. September 2011 soll die Stadt entscheiden, ob sie den Turm in ihr Eigentum übernimmt und das Rettungskonzept umsetzt. Doch leider fehlen auch der Kommune die finanziellen Mittel. Daher wollte die Stadt in dieser Woche vom Fördermittelgeber, dem Thüringer Bauministerium, eine Aussage bekommen, wie realistisch es ist, in den kommenden drei Jahren die fehlenden 800.000 Euro zum Teil aus Fördermitteln zu bekommen. In diesem Gespräch wurde deutlich gemacht, dass aufgrund der gekürzten Städtebaufördermittel diese Summe unrealistisch sei. Damit ist auch einer der letzten Strohhalme verschwunden, an der sich die Stadt klammerte.

Ein letzter Versuch ist es nun, die Thüringer Landesregierung nochmals vom akuten Abriss des schiefen Turmes in Kenntnis zu setzen. Die Stadt erhofft sich, dass über die Fachressourcen und über die verschiedenen Ministerien hinweg die Regierung eine Lösung findet, um in den kommenden drei Jahren jeweils ca. 263.000 Euro für die Stabilisierung zur Verfügung zu stellen, wobei davon auch einen Eigenanteil die Kommune tragen würde.

"Es muss doch möglich sein, dass für dieses besondere Bauwerk, für ein besonderes Denkmal in Thüringen je Jahr ca. 260.000 Euro zur Verfügung gestellt werden", fragt die Stadt. Dann würde man den Turm dauerhaft retten, nachfolgenden Generationen erhalten und Nordthüringen hätte eine besondere touristische Einrichtung mehr.

Das Schreiben an die Landesregierung erhalten die Ministerpräsidentin, alle Thüringer Minister sowie die Fraktionsvorsitzenden im Thüringer Landtag.

Die Stadt Bad Frankenhausen sowie der Förderverein der Oberkirche e.V. können sich vorstellen, die kurzfristigen Sicherungsmaßnahmen in Höhe von 97.000 Euro selbst finanziell abzudecken, sofern eine realistische Chance besteht, die gesamten Sanierungskosten in den Jahren 2012 bis 2014 abzusichern. Sollte hier seitens der Thüringer Landesregierung ein positives Signal kommen, könnte dann die Stadt Bad Frankenhausen auch den schiefen Turm in ihr Eigentum übernehmen beziehungsweise diesen zu Pachten. Damit wäre das kulturhistorische und einmalige Baudenkmal gerettet.

Quelle: Stadtverwaltung Bad Frankenhausen
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