Offener Brief an Landrätin - Sorge um Schließung der Grundschule

Ortsteilbürgermeister Mario Merten aus Rottleben schrieb einen Offenen Brief an Landrätin Antje Hochwind.

Sehr geehrte Frau Landrätin Antje Hochwind,
sehr geehrte Mitglieder des Kreistages des Kyffhäuserkreises,


Ich bin Mario Merten, ehrenamtlicher Bürgermeister des Ortsteils Rottleben der Gemeinde Kyffhäuserland und wende mich mit folgender Problemlage an Sie:

Wie Sie wissen, wird die Schulnetzplanung im Kyffhäuserkreis neu organisiert und strukturiert.

Wir in der Gemeinde Kyffhäuserland, besonders und betroffen im Ortsteil Rottleben, erfahren momentan, dass unsere Grundschule laut Gutachten, unter dem ehemaligen Landrat Peter Hengstermann CDU und dem neuen "Käß Bericht" zur Schließung anstehen soll.
Hier weise ich Sie noch einmal auf Folgendes hin und bitte darum, über unsere Grundschule in Kyffhäuserland intensiver nachzudenken.
Uns wurde Ende des Jahres 2010 ,vom damaligen Landrat Peter Hengstermann CDU, bei seinem Besuch in Rottleben gesagt, dass unsere Schule nicht zur Schließung ansteht wenn die Schülerzahlen relativ konstant bleiben. An anderen Schulen gäbe es weniger Kinder sowie einen wesentlich höheren Investitionsbedarf.
Seit Mitte letzten Jahres gibt es im Kreis mit der neuen Landrätin, Frau Antje Hochwind, Veränderungen. Mit dem Mandat der SPD wird der Kyffhäuserkreis an seiner Spitze geführt. Es ist deutlich erkennbar, dass das Soziale für die Partei an erster Stelle in der Umsetzung steht.

Als Mitbewerber für das Amt des Landrates im letzten Jahr spreche ich unserer neuen Landrätin, Frau Antje Hochwind, meine volle Hochachtung und Anerkennung aus. Sie leistet eine anspruchsvolle Arbeit mit achtbaren Ergebnissen für unseren Kyffhäuserkreis.
Als wir letztes Jahr zusammen im Wahlkampf waren und verschiedene Schwerpunktthemen im Kreis offen und niveauvoll darlegten, war natürlich das Schulnetz des Kyffhäuserkreises auch ein Thema bei „Lernen vor Ort“ in Podiumsdiskussionen.
Nun spreche ich unsere Landrätin mit Ihren damaligen Vorstellungen und Aussagen wie: Zitat „Natürlich müsse gelten: Kurze Beine, kurze Wege. Aber nur, so lange die Schulen auf dem Dorf genügend Schüler haben, um auch ein sinnvolles Angebot zu unterbreiten“ oder „ Antje Hochwind plädierte dafür, sich nach dem Auslaufen der aktuellen Kredite konsequent zur Bildung zu bekennen und für Schulsanierungen neue Schulden aufzunehmen.“ öffentlich an, sich zu diesen bestehenden Aussagen zu äußern.
Nachzulesen hier:
Grit Pommer / 16.02.12 / TA http://artern.thueringer-allgemeine.de/web/lokal/d...

Seit 31.12.2012 sind wir nicht mehr nur Dorf , sondern ein Ortsteil der großen Gemeinde "Kyffhäuserland" mit rund 4300 Einwohnern. In dieser Gemeinde muss eine Schule für unsere Kinder unbedingt bestehen bleiben, dafür sprechen aussagekräftige Fakten.

Da wir gerade den ländlichen Charakter prägen, sollte unsere, die einzige Schule im "Kyffhäuserland" , für unseren kleinsten Schulanfänger in der jetzigen Struktur mit den erforderlichen Investitionen unbedingt erhalten bleiben!
Die Grundschule Rottleben arbeitet eng mit den Vereinen verschiedener Ortsteile zusammen. Gemeinsame Projekte z. B. Dorffeste, Seniorenfeiern, Klosterturmfest, Pflanzenfest in der Orangerie, Weihnachtsmärkte werden zusammen geplant und durchgeführt. Durch solche Aktionen wird versucht, die Liebe und Verbundenheit der Kinder, zu ihren Heimatorten, aufzubauen und zu stärken. Hierbei wird auf Nachhaltigkeit mit dem langfristigen Ziel gesetzt, dass sich junge Leute wieder verstärkt in ihren Orten ansiedeln und ihr Heimatgefühl damit demonstrieren.
Nur wenn junge Menschen bereit sind, später in dieser ländlichen Region zu leben, verhindern wir, dass unsere Gemeinden ausbluten und betreiben damit Daseinsvorsorge!
Unsere Schule hat die ideale Größe für Kinder im Alter von 6-10 Jahren!
Sie ist überschaubar, die Schüler kennen sich untereinander, jeder Kollege/in kennt das einzelne Kind individuell und fühlt sich dafür verantwortlich. Die Schüler lernen gerne in unsere Schule. Das belegen bereits mehrere Umfragen.
Auf verschiedenartige Probleme kann besonders eingegangen werden und binnen kürzester Zeit reagiert werden.
Unsere Grundschule ist eine Schule mit reformpädagogischen Erfahrungen. Im Jahr 2000 war sie eine der Schulen im Modellprojekt zur „Veränderten Schuleingangsphase“. Seither arbeitet die GS altersgemischt und kann so der Heterogenität der Schüler bestens gerecht werden.
Projekte, Lernen an Stationen und Wochenplanarbeit ist in der Unterrichtsführung vordergründig und ersetzt mehr und mehr den Frontalunterricht. Lernen im „ Gemeinsamen Unterricht“ ist für die Schule Verpflichtung und Integration/ Inklusion selbstverständlich.
Das Interesse und die Bereitschaft unserer Bevölkerung ist daher sehr bezeichnend, dass unsere Schule erhalten bleibt ( Die Unterschriftenaktion läuft noch ).
Ich beziehe mich darauf, dass eine neuerliche Studie zu Schulstandorten, die der Kreis bei einem privaten Büro in Auftrag geben will, die Möglichkeit einer Finanzierung durch private Investoren offen halten soll.
Bei diesem Verfahren, bekannt als Public Private Partnership (PPP), schließt die öffentliche Hand mit Privatinvestoren, Verträge über den Bau und die bauliche Unterhaltung von Objekten, die sie dann selbst mit Miete oder Pacht nutzt.
Für verschuldete Kommunen, die selbst keine Kredite mehr aufnehmen können, ist dies eine Möglichkeit, den Neubau oder die Sanierung von Immobilien dennoch auf den Weg zu bringen.
Wenn daher die Investitionskosten unserer jetzigen Grundschule zu hoch seien, besteht die Möglichkeit für den Kreis, mit dem jetzigen Besitzer/ Eigentümer der neueren Schule, die seit mehreren Jahren ungenutzt und leer steht, in Verhandlungen zu treten um dieses Prozedere zu prüfen.

Sie wurde im Jahr 1987 als Neubau eröffnet und unverständnishalber im Jahr 1998 wieder geschlossen.

Mit dem jetzigen Besitzer/ Eigentümer dieser Schule habe ich bereits Kontakt hergestellt und mir liegt ein schriftliches Angebot zum Kauf vor. Er würde die Schule aus dem Baujahr 1987 wieder als Schulstandort zur Verfügung stellen.

Investieren wir also in Bildung, Sicherheit und die Zukunft unserer Kinder im ländlichen Raum!


Gez.
Mario Merten Ortsteilbürgermeister Rottleben
Stellvertretender Vorsitzender vom Förderverein der Grundschule Rottleben e.V.
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