„Das war nicht ich“ - Mit Hypnose zurück in die Welt

Silvana Göhring könnte wieder „Bäume ausreißen“. Sie hat ihre Lebenskrise selbst überwunden. Sie litt an einem Burnout-Syndrom und hat durch Selbsthypnose das Tal der Tränen verlassen. Heute hat sie wieder den Durchblick und hilft anderen, Kraft für einen Neuanfang zu schöpfen.
 
Silvana Göhring könnte wieder „Bäume ausreißen“. Sie hat ihre Lebenskrise selbst überwunden. Sie litt an einem Burnout-Syndrom und hat durch Selbsthypnose das Tal der Tränen verlassen. Heute hat sie wieder den Durchblick und hilft anderen, Kraft für einen Neuanfang zu schöpfen.
  Kannawurf: Kommunikation, Motivation & Hypnose |

Silvana Göhring erfuhr keine Wertschätzung, fiel in ein tiefes seelisches Loch und hypnotisierte sich selbst da heraus - Hypnose ist die Änderung der subjektiven Wahrnehmung eines Menschen durch verbale und nonverbale Kommunikation. Hypnose hilft, das Bewusstsein mit dem Unterbewusstsein wieder in Einklang zu bringen.




Angststörungen, Panik­­­attacken, Träume von Tieren mit ­großen Köpfen und von Mauern ohne Türen plagten Silvana Göhring vor zwei Jahren. Diese Symp­tome rissen die Kannawurferin in ein tiefes Loch. Das gipfelte in der damaligen Aussage: ­„Alles ist Sch…, wo ist der Sinn des Lebens?“ – ein Burnout-Syndrom. Die heute 38-Jährige fühlte sich ganz unten. „Das war nicht ich.“

 Dieser zerstörerische Zerfleischungs-Kreislauf wurde immer heftiger. Monate ver­gingen. Doch die Reißleine konnte Silvana Göhring nicht ziehen, da sie nicht greifbar war. Noch nicht.

 Dabei fing doch alles gerad­linig, vorbestimmt und erfolgreich an: 1997 Schulabschluss mit Abitur, 2002 Ende der Ausbildung als Speditionskauffrau, 2005 Geburt des Sohnes, 2012 Kommunikationscoach. Silvana Göhring stampfte selbstbewusst und zielstrebig durch Leben und Berufswelt – vorerst.

 Sie hatte viel gelernt und wollte ihr Wissen anwenden, ihre neuen Ideen bei ihrer ­Tätigkeit einfließen lassen. Doch sie stieß in Unternehmen auf eingefahrene Gleise. So und nur so. „Die Chefs hatten ihr Schema und ließen Neuerungen nicht zu“, beschreibt Silvana Göhring den damaligen Arbeitsalltag. „Das war gegen meine persönlichen Werte. Ich fühlte mich nicht ernst genommen, überflüssig.“

'Oft helfen kleine Erfahrungen im wachen Zustand, Denk- und Veränderungs-Prozesse anzustoßen, um Schlimmeres zu verhindern.' Silvana Göhring

 Enttäuscht, leer und nicht wertgeschätzt verließ die heutige Kommunikations- und Motivations-Trainerin zu dieser Zeit bereits ihren zweiten Arbeitsplatz. Der Wechsel hat für sie nichts gebracht – der Kreislauf blieb. Ein Gefühl des Treibens, des Gefangenseins, des Alleinseins, der Haltlosigkeit und dennoch des Wollens – das von außen, von anderen aber gebremst wird… Dankbar ist Silvana Göhring für den Halt, den sie bei ihrem Lebenspartner fand. „Er gab mir Kraft und sagte stets: ‚Du schaffst das‘.“

 Medikamente kamen für Silvana Göhring nie in ­Frage. „Die Ursache für meinen seelischen Zustand war mir wichtig.“ Davon versprach sie sich den Schlüssel, um ihr „Gefängnis“ aufzuschließen. Um ihre ­Ängste, die Bilder des Scheiterns im Beruf, loszuwerden oder durch positive zu ersetzen.

 Doch der alte Trott im neuen Unternehmen bestärkte ihre negativen Glaubenssätze: Das wird nichts. Ich werde nicht verstanden. Mir gelingt einfach nichts. Und die Reaktionen ­ihrer Chefs gaben diesen negativ besetzten eigenen „Wahrheiten“ weitere Nahrung. Das ­h­atte Auswir­kungen auf Gefühle, Handlungen und Gesundheit.

 „Solche Glaubenssätze trägt jeder Mensch in sich. Das sind Überzeugungen, Muster, Grenzen und Verallge­meinerungen: über das Leben, über sich selbst, über andere“, sagt ­Silvana Göhring. Und unbewusst sucht der Mensch immer wieder Bestätigungen, dass diese Glaubenssätze, wahr sind – die Ängste berechtigt sind. Negative ­Glaubenssätze behindern, halten den Menschen klein, begrenzen und bremsen ihn aus. Dieses ­Negative, was der ­Betroffene für wahr hält, raubt Mut, Zuversicht und Willen. Es kann lähmen und löst auch schon mal ­Bequemlichkeit aus. Das bedeutet Stillstand, man wagt keinen neuen Schritt. Aber, nur weil der Mensch etwas glaubt, muss es nicht wahr sein.

 Ihren Türöffner fand die gebürtige Sömmerdaerin in der Hypnose. Durch ­Berichte, ­Bücher und Recherchen bei Therapeuten war ihre Neu­gierde geweckt. Die Selbst­hypnose brachte ihr die ­richtige Sicht auf die Dinge. Doch Hypnose ist ein Prozess, kein Zustand. So ­brauchte ­Silvana Göhring einige ­Wochen, um ihre umformu­lierten Glaubens­sätze zu festigen und zu verankern. Sie tankte Kraft für Neues, vertiefte ihr Wissen in der ­Hypnose, nahm ein Fern­studium zum Kommu­nikations-Trainer auf, schloss im vorigen Juli erfolgreich ab. Licht am Horizont.

 ­Die hypnotische Arbeit eröffnete der Kannawurferin ein völlig neues, selbstbestimmtes Leben. Doch ihre Erfüllung sieht sie nicht in den belustigenden Vorführungen von Probanden wie in Fernseh­shows, die in der Trance roboterartige Bewegungen auf der Bühne vollziehen, ihren Namen vergessen haben oder sich suggerieren lassen, sie seien der King of Pop. Vorführungen, in denen bei einem anscheinend bedingungslos Ergebenen willkürlich Schalter im Unterbewusstsein umgelegt werden.

 Solche Mythen – dass man als Hypnotisand stets völlig „abgeschaltet“ ist – sind noch weit verbreitet. Diese Vor­stellung von Hypnose deckt aber nur einen Bruchteil des Spektrums. So tiefe Trance-­Zustände erreichen nur 20 bis 30 Prozent der Menschen und sie sind für die therapeutische Anwendung der Hypnose nicht alltagsgerecht. Ja manchmal sogar hinderlich. Denn vielmals möchte der Hypno­tiseur mit seinen Suggestionen sowohl das Unterbewusstsein als auch das Bewusstsein seines Klienten erreichen. So ist es möglich, bereits durch eine Sitzung kleine Phobien, Rauchentwöhnung, Platz- und Flugangst zu behandeln. ­Komplexere Probleme benötigen oft viel mehr Behandlungszeit.

'Positive Glaubenssätze in Verbindung mit persönlichen Werten legen den Grundstein für ein Leben nach den eigenen Vorstellungen.' Silvana Göhring

 „Der Großteil verbindet wahrscheinlich die Hypnose mit einem Tiefschlafzustand, in den man erst sinken muss, um dann ‚Neuprogrammierungen‘ vornehmen zu lassen. Oftmals reichen allerdings kleine hypnotische Erlebnisse aus, um Ver­änderungsprozesse anzu­stoßen“, erklärt Göhring. Diese hypnotischen Erleb­nisse sind sehr aktiv. Der Geist ist hellwach, manchmal überwach und geht teilweise über die aktuelle Vorstellungskraft hinaus.

 Wenn man aber intensiv in sich hineinhört, finden hypnotische Prozesse jeden Tag bei jedem Menschen statt. „Unsere Gedanken, unsere Glaubenssätze formen Bilder in uns. Je nachdem, wie diese aussehen und wie wir mit Erfahrungen umgehen, bilden oder verfestigen sich diese im Unterbewusstsein. Immer und immer wieder aufs Neue“, sagt die Hypnoti­seurin. Und nega­tive ­Ge­danken und Ab­spei­cherungen kann man jederzeit um­formulieren. Das empfiehlt sich auf jeden Fall, wenn man Symptome wie einst Silvana Göhring an sich beobachtet. Da sollte man auch Hilfsan­gebote nicht scheuen.

 Heute agiert Silvana Göhring als freie Dozentin für ­Kommunikation, Motivation und Hypnose bei diversen Bildungsträgern in Erfurt und in Unternehmen. Ihr Fazit: „Du kannst ja doch was. Du kannst schaffen, was du willst.“ Ganz neue Glaubenssätze, die sie ­abspeicherte und täglich für sich nutzt.


ZUR SACHE

Glaubenssätze, auch Überzeugungen, Einstellungen und Meinungen sind unterbewusste Lebensregeln. Hier einige Beispiele:

° Ich bin unattraktiv.
° Keiner mag mich.
° Ich werde immer übersehen.
° Niemand versteht mich.
° Im Leben braucht man Ellenbogen.
° Männer können nicht zuhören.
° Ich schaffe das nicht. (einer der wichtigsten negativen Glaubenssätze)
° Keiner versteht mich.
° Immer haben die anderen mehr Glück.
° Mich stellt doch keiner mehr ein.
° Ich darf keine Gefühle zeigen.
° Alle Polen sind Diebe.
° Ausländer sind faul und dumm.
° Alle Männer sind untreu.
° Ein Indianer kennt keinen Schmerz.
° Ich werde nur gemobbt.
° Ich kann nie einschlafen.
° Das Böse ist überall.
° Frauen können nicht sachlich bleiben.

Glaubenssätze können eine Art Mitgift sein. Sie wurden bei Oma, Opa, den Eltern, dem Bruder, der Freundin, der Lehrerin oder von ­Bekannten aufgeschnappt und gespeichert. Manche ­Glaubenssätze werden auch selbst gebildet. S­­ie wurden durch wiederholte Erfahrungen, Gefühle in der Kindheit, der Jugend oder ­später im Unterbewusstsein gefestigt. Sie können sich durch das gesamte Leben ziehen.

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3 Kommentare
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Petra Seidel aus Weimar | 19.05.2017 | 18:43  
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Petra Wolf aus Gotha | 21.05.2017 | 08:43  
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Petra Wolf aus Gotha | 21.05.2017 | 08:55  
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