Die verzauberte Geliebte

WEGWARTE DREHTE SICH ZUR SONNE
Eine AMD-Patientin erzählt:
Das Märchen von der Wegwarte
Seit ewigen Zeiten wächst am Wegesrand eine Blume. Derb ist ihr sparrig verzweigter Stängel. Aber himmelblau leuchten ihre strahlenförmigen Blüten dem Wanderer entgegen. Fast haben die Menschen vergessen, dass diese anspruchslose, widerstandsfähige Staude eine Heilpflanze mit stärkender Wirkung ist. Niemand weiß, warum sie Wegwarte genannt wird. Das kam so:
Einst liebte ein junger Bursche vom Lande ein Mädchen aus der nahen Stadt inniglich. Heimlich mussten sich die Liebenden treffen; denn ihre Mutter wollte für die einzige Tochter einen reichen Mann, keinen armen Bauernsohn. Weitab vom Stadtgetümmel und der Behäbigkeit des Dorfes eilten sich die jungen Menschen entgegen, flogen sich am Feldrain um den Hals, umarmten und küssten sich. Der Geliebte zog sein Mädchen ins schützende Getreidefeld, liebkoste, küsste und herzte es. Seine zärtliche Liebe ließ die Geliebte erblühen. Sie wurde schöner von Tag zu Tag. Er merkte es wohl, sah die flinken Füße, die zierlichen Hände an schlanken Armen, bemerkte die wohlgeformte Gestalt, ihr liebliches Gesicht, umspielt vom blonden Haar. Je schöner sie wurde, desto mehr liebte er sie. Oh, welch Glück! Selig schloss das Mädchen die himmelblauen Augen.
Die misstrauische Mutter gewahrte den Wandel der Tochter vom Mädchen zur Jungfrau. Sie sah das Strahlen im blauen Augenpaar. Irgendeiner der verheerenden Kriege, ihr Missgeschick und Leid hatten sie hart, herzlos werden lassen. Sie missgönnte der Tochter das Liebesglück, um das sie vom Schicksal betrogen worden war. Mit der Missgunst Härte und des Hasses Zauberkraft verwandelte sie ihr eigen Fleisch und Blut in eine Blume. Als Wegwarte wächst diese nun am Wegesrand, wo die Jungfrau einst auf den Geliebten wartete.
Der Bursche suchte sehnsüchtig nach seiner Geliebten. Aber in den himmelblauen Blüten der Wegwarte erkannte er nicht das Strahlen ihrer Augen. Findige Kräuterkundler entdeckten den Milchsaft mit heilenden Bitterstoffen in den verdickten Wurzeln und grünen Teilen der Pflanze. Die Wegwarte wurde zur Heilpflanze ohne schädliche Nebenwirkungen, wurde zum Segen für alle.
Die heutigen Menschen erkennen ganz langsam diesen heilenden Segen wieder. Ihnen gehen die Augen auf für die Wunderkräfte der Natur. Aber erst wenn sie ihre Sehkraft als etwas Wunderbares, das Sehen als Geschenk erkannt haben, mit ihrem Augenlicht sorgsam umgehen, wird die Jungfrau aus der Wegwarte erlöst sein.
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6 Kommentare
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Renate Jung aus Erfurt | 01.08.2011 | 22:16  
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Hannelore Grünler aus Artern | 02.08.2011 | 00:47  
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Hannelore Grünler aus Artern | 06.08.2011 | 09:26  
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Renate Jung aus Erfurt | 06.08.2011 | 10:57  
3.760
Annett Deistung (HarzWusel) aus Nordhausen | 06.08.2011 | 20:34  
9.688
Hannelore Grünler aus Artern | 06.08.2011 | 20:58  
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