Erweiterung der augenheilkundlichen Versorgung

blaues Auge
Freitagvormittag, am 13. 7.
Erste Gedanken: „Laut Horoskop ist Freitag dein Glückstag und dreizehn deine Glückszahl. Also auf zum Freitag, dem 13.!“ Schnell beendete ich die Obstaktion vom Vorabend, indem ich die vorbereiteten Sauerkirschen und Stachelbeeren abkochte. So waren Obsttorte und Beilage zu Hefeklößen fast fertig. Vielleicht waren wir am Mittag wieder heim, wenn wir statt 10. 30 Uhr schon um 10 Uhr bei Dr. Schöne eintrafen.
Auf der Hinfahrt genoss ich die Landschaft trotz des Regens: den Wald, die Felder der Querfurter Platte, blühende Wegwarte, das Bunt der Vorgärten. Wir landeten im falschen Wartezimmer. Ich dachte sie hätten umgebaut. Doch es stellte sich heraus, dass ein Augenarzt für Teutschenthal und Umgebung hier zusätzlich seine Praxis eröffnet hatte. Dr. Schöne als Augenheilkundler der Augenklinik Sangerhausen praktizierte noch wie eh und je in seinen Räumen. Das Wartezimmer war fast leer, so dass wir hofften, bald heimwärts rollen zu können. Irrtum! Wer weiß, wem der Doktor die Augen laserte. Es dauerte. Ich versuchte mir den Arzt vorzustellen. Ein Gesicht gab mein Gedächtnis nicht preis, aber die Figur, schlank, mittelgroß, und eine angenehme männliche Stimme. Diese erkannte ich sofort, als er mich hereinrief. Das Behandlungszimmer lag im Dämmerschein. Umso greller war das Licht der Untersuchungslampe. Der herbeigewünschte Befund erreichte mich nach der Besichtigung beider Augeninnenräume aus dem Dunkel: „Alles unverändert. Ihr rechtes Auge kann nicht wieder sehen, was sie scharf sehen wollen, aber die Sicht aufs Umfeld wird Ihnen aller Wahrscheinlichkeit nach erhalten bleiben. Das linke sieht recht gut. Das kann lange so bleiben. Sollten sie daran eine Veränderung bemerken, so suchen Sie den Augenarzt auf, den Sie am schnellsten erreichen können. Gegen eine beginnende feuchte AMD können wir mit Spritzen ins Auge helfen.“ Ich dachte bitter: „Auch das unverändert!“ Trotzdem fragte ich nach einer neuen AMD-Arznei, die angeblich auf den Markt gekommen sei. Aus dem Dunkel kam die Verneinung, aus dem Dunkel Dr. Schönes Hand und seine guten Wünsche beim Abschied.
Mein Guter fuhr uns durch die Regenlandschaft, die sich nach seinen Worten langsam erhellte. Mir war sie verschwommen, finster. Ich schloss die schmerzenden Augen, dachte: „Hannelore, genieße die Schönheit der Welt! Noch kannst du es. Hoffentlich siehst du heute Abend beim Lesekreis wieder klar!“
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8 Kommentare
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Joachim Kerst aus Erfurt | 17.07.2012 | 07:49  
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Karin Jordanland aus Artern | 17.07.2012 | 08:47  
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Joachim Kerst aus Erfurt | 17.07.2012 | 11:28  
3.877
Karin Jordanland aus Artern | 17.07.2012 | 12:48  
9.688
Hannelore Grünler aus Artern | 17.07.2012 | 20:59  
3.760
Annett Deistung (HarzWusel) aus Nordhausen | 17.07.2012 | 21:56  
9.688
Hannelore Grünler aus Artern | 18.07.2012 | 01:42  
3.877
Karin Jordanland aus Artern | 18.07.2012 | 13:13  
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