Verteidigen, ohne zu verletzen

Thomas Kämmler (mit ­Brille) und Wolfram ­Nöthlich zeigen u­nterschiedliche ­Aikido-Techniken, die sich durch bestimmte Handtechniken auszeichnen.
 
Wenn der Gegner (in dem Fall Wolfram Nöthlich) unverletzt auf dem Boden liegt, beherrscht man die Technik.
Bad Frankenhausen/Kyffhäuser: Sporthalle /Schule |

Aikido –
Neue Sektion im Kyffhäuser-Karate-Dojo


Wenn der Gegner nur noch niederknien kann oder unverletzt und angriffsunfähig am Boden liegt, nicht aufstehen kann, dann beherrschen die Kursteilnehmer die Technik. „Und wenn man es richtig macht, braucht man dazu keine Kraft“, sagt Aikidotrainer Wolfram Nöthlich.

Ein Ziel für die Sportler des Vereins Kyffhäuser-Karate-Dojo, die Nöthlich als zweiter Trainer gemeinsam mit dem lizenzierten Trainer Thomas Kämmler vom Universitätssportverein Erfurt seit Anfang des Monats trainiert. Die Männer aus Bad Frankenhausen und Umgebung suchten „nach einer Möglichkeit, bis ins hohe Alter Sport zu treiben – mit wenig Kraft und ohne, dass der Körper verletzt werden kann.“ Die Herausforderung der neuen Trainingsgruppe um Matthias Pawliczek innerhalb des Kyffhäuser-Karate-Dojo heißt Aikido, eine japanische Kampfkunst.

Zunächst müssen die Karatesportler die Grundtechniken verinnerlichen. Zum Beispiel muss man das richtige Fallen und Rollen lernen. Das kann man allein üben. „Aber ansonsten kann man Aikido nicht allein trainieren. Man braucht immer einen Angreifer“, nennt Nöthlich eine wichtige Voraussetzung.

Die japanische Kampfkunst entwickelte sich zwar aus den Kriegstechniken der Samurai, doch ihr Ziel ist es, immer den Angriff abzuwehren.„Es ist ein reine Verteidigungskampfkunst. Der Verteidiger will den Angreifer angriffsunfähig machen“, erklärt Nöthlich. Somit gibt es keinen Sieger und Verlierer. Zudem darf der Angreifer nicht verletzt werden. „Das Prinzip ist das Ausweichen.“ Ein wesentlicher Unterschied zu den Kampfsportarten ist auch, dass im Aikido keine Wettbewerbe ausgetragen werden.

Für die Frankenhäuser Karatesportler wird der Erfolg beim Aikido auch ewas vom Talent abhängen. Wolfram Nöthlich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass bei ­intensivstem Training wahrscheinlich erst nach ­mindestens drei Jahren die Prüfung für den ersten schwarzen Grad abgelegt ­werden kann. Bis dahin ­werden die Männer um Matthias Pawliczek, die Vorteile und Schwachstellen ihres Körpers feststellen. Positiv, denn eines ihrer Ziele war auch, sich die ­Geschmeidigkeit ihrers ­Körpers zunutze zu machen.

Da ist es gerade gut, dass Aikido wohl eine für den Körper angenehme Sportart darstellt. „Ich kann nur sagen, dass es ein bisschen stressfreier ist, da kein Gewinner und Verlierer gesucht wird. Gleichzeitig wird der Alltag einfach draußen gelassen“, versucht Wolfram Nöthlich die Situation zu beschreiben. „Es sind auch sanfte Bewegungen, die wir machen, ganz anders als bei Karate. Es sind runde Bewegungen."

Mit dem Training in Udersleben beginnt der Aikido-Verband – mit seinen Mitgliedsvereinen in den großen Thüringer Städten entlang der Autobahn 4 , sich die ländlichen Regionen zu erschließen. In Nordthüringen ist es die erste Möglichkeit, Aikido zu lernen. „Ja, wir führen bisher eher ein Schattendasein“, bestätigt Wolfram Nöthlich, der aus Heldrungen kommt und das Verbindungsglied zwischen der Aikido-Abteilung in Erfurt und dem Karateverein Bad Frankenhausen bildet. Das ist wohl erst der Anfang.


Wer möchte mitmachen?
Kontakt Verein Kyffhäuser-Karate-Dojo:
Telefon 03 46 71 / 6 44 21 oder www.kyffhaeuser-karate.de.

Trainingszeiten:
Montag und Freitag in der Sporthalle der Grundschule in Udersleben, 19.30 und 20.30 Uhr


Hintergrund Aikido
Aikido ist eine betont defensive moderne japanische Kampfkunst. Sie wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von Ueshiba Morihei als Synthese unterschiedlicher Budo-Disziplinen entwickelt, insbesondere aus dem Daito-Ryu Aiki-Jujutsu.
Der Name setzt sich zusammen aus Ai= Harmonie, Ki=Energie und Do=Weg Der Weg der Harmonie im Zusammenspiel mit Energie.
Ziel des Aikidos ist es, die Kraft des gegnerischen Angriffs abzuleiten und den Gegner mit derselben Kraft vorübergehend angriffsunfähig zu machen. Dies geschieht insbesondere durch Wurf- und Haltetechniken. Die Aikido-Techniken dienen so der Abwehr und Sicherung und nicht einem offensiven Angriff. Dies entspricht der friedlichen geistigen Haltung des Aikido. Im Anfängergrad werden Angriffe vorher festgelegt und stilisiert ausgeführt, später erfolgen sie willkürlich.
Übrigens: Der höchste Meister in Thüringen, Frank Zimmermann, wohnt in Gera.
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