UNESCO-Projektschule bald mit Fotovoltaikenergie und Erdwärme

Wann? 09.02.2011

Umweltgruppe setzt mit Schulleiter die Solar- und Windkraftanlagen der UNESCO-Projektschule um




Vor Kurzem begannen die ersten Arbeiten zur umfassenden Schulsanierung der G.H. Regelschule in Roßleben. Im Vorfeld war es im Rahmen des Schulwettbewerbes „Pack´s an!“ möglich, die Photovoltaikanlagen zur Erzeugung von Elektroenergie abzubauen und umzusetzen. Dabei waren die Schüler der Umweltgruppe tatkräftig beteiligt. Unter Anleitung von Fachleuten und Mithilfe von Schulleiter Hans-Jürgen Weilepp gelang es problemlos, die 2006 aufgebaute Energieanlage vom Schuldach abzubauen. Zur Stromversorgung und zum Datentransfer von der Windkraft- und Solarenergiestation wurden neue Versorgungs- und Datentransferkabel verlegt. Dabei waren natürlich auch die Regelschüler selbst beteiligt und konnten für die naturwissenschaftlichen Fächer dazulernen.

Die Windkraftanlage liefert wetterabhängig Strom, der mit Hilfe eines Datenloggers im Hauptgebäude ausgewertet werden soll. Seit langem schon verfügt die UNESCO-Projektschule über eine Solarstation, die sich automatisch dem Sonnenstand anpasst. Wir erhoffen uns dadurch z.B. neue Erkenntnisse zur Veränderlichkeit der Sonnenaktivität. Mit der Solarmessstation sollen die Schwankungen der auftreffenden Solarstrahlen und erzeugten Solarenergie aufgezeichnet und analysiert werden. Im gesamten Umsetzungs- und Betriebsprozess unserer Energieanlagen sind Schüler beteiligt, ebenso bei der Wartung und Datenauswertung. Wie spannend, anschaulich und nutzbringend die Solarkraft ist, zeigte kürzlich der Vortrag von Ralf Guddat, Schüler der Klasse 10, im Heimathaus über seinen selbst gebauten Solarofen aus Pappkarton. Ralf konnte damit bei 55°C einen Kuchen backen.

Die periodischen oder spontanen Schwankungen der solaren Einstrahlung sind andererseits aber auch von wissenschaftlichen Interesse, da die Sonne maßgeblich die Klima- und Assimilationsprozesse auf der Erde beeinflusst. Die trockene Theorie der im Schulstoff dargeboten zu bekommen, ist das eine. Selbst jedoch an die Anlage Hand anzulegen, erhöht das Verstehen um die Funktion und Bedeutung dieser nachhaltigen Energieressource wesentlich. Nicht nur die Kraft der Sonnenstrahlen werden seit Jahren für die Schule und das öffentliche Netz gewonnen und Beispiel gebend genutzt, sondern auch Windkraft, Regenwasser, Biomasseenergie. Gegenwärtig laufen arbeiten, um die 1,1 kW-Fotovoltaikanlage der Schule in Zusammenarbeit mit der Fa. Eggert aus Roßleben wieder in Betrieb zu nehmen um den Solarstrom wieder in das öffentliche Stromnetz einspeisen zu können.

Großes Ziel ist und bleibt, CO2-autarke Schule zu sein, also mehr CO2 zu binden, wie der Schulbetrieb erzeugt Auch im neuen Schulgebäude in der Glück-Auf-Straße, soll dann nämlich genauso viel Kohlendioxid, z.B. im Schulwald gebunden werden, wie durch den Schulbetrieb selbst erzeugt wird, d.h. durch Energie- und Wärmeerzeugung usw.. Mit dieser Strategie wurden wir 2009 Energiesparmeister und rechnen uns im modernen neuen Schulgebäude auch wieder Wettbewerbschancen aus. Beheizt wird dann sogar in Zusammenarbeit mit Stiebel-Eltron überwiegend mit der modernen Wärmepumpen-Technologie mit Erdwärme.

Mit modernsten Verfahren der Erdwärmeversorgung wird die UNESCO-Projektschule auch zukünftig beispielgebend sein können. Die Auszeichnung als Energiesparmeister 2009 ermöglichte es der Umweltgruppe um Schulleiter H.J. Weilepp starke Wirtschaftspartner für die Umsetzung des ökologisch ausgerichteten Schulkonzepts zu gewinnen. Der Tiefenbohrer der Firma GeoWell aus Marle, bei Recklinghausen (Ruhrgebiet), erreichte unter Leitung von Bohrmeister Ralf Richter an der Gerhart-Hauptmann-Schule Roßleben schon nach wenigen Tagen die Zieltiefe von 140 m. Damit wird ein alter Traum wahr, die Schule zukünftig mit unversiegbaren erneuerbaren Energien versorgen zu können.

Seit dem gewonnenen Energiesparmeisterwettbewerb stützt sich das Umweltkonzept der Regelschule nun auch auf die regenerativen Energien der Erde. Weltweite Anwendungen dieser modernen Technologie zeigen, wie effizient das Konzept der Wärmepumpen ist. Für alle war der Bohrfortschritt hoch spannend, für Schüler wie Lehrer. Schulleiter Hans-Jürgen Weilepp zeigt, wie Wissenschaft funktioniert: Interessante Fragen wahrnehmen, Beobachten, Dokumentieren! So konnte von ihm vor Ort festgestellt werden, dass 3 m Bohrtiefe 44 Minuten benötigen. Leider werden bei diesen Bohrungen keine Bohrkerne gewonnen, die neue Erkenntnisse über den Untergrund der Schule ermöglicht hätten. Dennoch kann festgestellt werden, dass nach einer oberflächennahen Lehmschicht und einer ca. 1,5 m dicken Flussschotterdecke über einer 30 m mächtigen rotbraunen Tonlage mit dünnen Kalkbändern das oberflächennahe Grundwasser bereits bei 4 m ansteht. Danach wurde keine Wasser führenden Schichten bis zur Zieltiefe 140 m durchbohrt, so Bohrmeister Richter. Es wurden kein extrem hartes Grundgestein durchbohrt. Eine Auswechslung des Bohrkopfes war nicht notwendig.

Nach Beendung der Testbohrung (Responstest) wurden 2 Wasserzubringung-, 2 Wasseraufstiegs- und eine Verfüllmasseleitung eingebracht und das Bohrloch Wasser undurchlässig verfüllt. Die Bohrstelle befindet sich unmittelbar an der Nordkante der Hermandurischen Scholle, einem recht durchlässigen Bruchschollenteil. Während mache Firmen auf die Versieglung des Bohrloches mit Zementton aus Kostengründen verzichten, birgt unser Firmenname für die sachgerechte Bohrlochversieglung, so Bohrmeister Richter, denn aufsteigende (arthessische) Grundwasser könnten Anhydrith-Schichten erreichen und zu geotektonischen Störungen führen. Die neuartige Wärmequelle wird den Fußboden der neuen Regelschule auf hochmoderne Art heizen. Die Kollegen vom Bohrtrupp setzen sich mit der neuen Sole-Wasser-Wärmepumpe für die UNESCO-Projektschule bereits heute ein Denkmal der erneuerbaren Energien in Roßleben.
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