Wie man FRIEDEN spielt

Wie man FRIEDEN spielt,
kann man hier lernen. Beginnen wir beim Parkplatz! „Wer zählt die Völker, nennt die Namen, die gastlich hier zusammen kamen?“
internationale Kfz-Kennzeichen: D, CH;
dt. Kfz-Kennzeichen: B, M, Bo, F, Hal, Sgh, Er, We, Gth, Kyf, S, Söm, Blk, HH
Da entspringen vier Kinder dem Auto, zwei stürmisch, schnell, die kleineren mühsam. „Halt, ihre Sausewinde!“ hallt es herüber. „Jeder trägt etwas!“
Die Kleinsten bekommen Armreifen, Eimerchen und Schaufeln, den beiden Größeren werden Decken und eine Luftmatratze ausgehändigt. Das junge Paar schleppt Speisen und Getränke in der Kühlbox, in Taschen und Beuteln.
Wir eilen zur Kasse; denn das Abkassieren der auswärtigen Gäste könnte etwas länger dauern. Wir haben eine Zehnerkarte. Später dürfen wir ihr Sommerlager am Babypool fotografieren, erfahren, dass die 5- bzw. 6- jährigen Buben Nachbarskinder sind, die beiden kleinen Mädels ihr eigener Nachwuchs. Während die Erwachsenen das Tagesquartier einrichten, entdecken die Kinder ihre Ferienwelt: Kinderspielhaus, Matschspielplatz, Nichtschwimmerbecken und Babypool mit stufenlosem Ufer.
Von unserer Lieblingsbank am Schwimmerbecken können wir die Gäste aus Lossa beobachten. Zuerst bauen die Jungen Dämme und Deiche, spielen wohl Überschwemmung. Nein, Hochwasserschutz! Dann geht`s unter die Dusche und mit Schwimmringen ins Nichtschwimmerbecken, wo ihnen der Erziehungsberechtigte für diesen Sommertag Schwimmbewegungen zeigt. Anschließend spielen sie Wasser-Ball nach eigenen Regeln.
Die Mutter behält die Dreikäsehoch, die im Evakostüm zum Spielhaus gerannt sind, während der Ordnungsarbeiten auf dem Familienlagerplatz im Auge. Das jüngste Familienmitglied geht ins Häuschen spielt wohl das uralte Rollenspiel:
Und drinnen waltet
Die züchtige Hausfrau
Die Mutter der Kinder
Und herrschet weise
Im häuslichen Kreise.
Währenddessen geht Schwesterchen ums Häuschen, stellt sich auf die Zehenspitzen, klopft eifrig am Dach. Ihr Werkzeug kann ich nicht erkennen. Doch als am kommenden Tag sich Mitglieder des Schwimmbadvereins um das Kinderspielhaus scharen, eifrig beraten, vermessen, das Häuschen mit einem Blech neu eindecken, muss ich an die kleine Dachdeckerin vom Vortag denken. Hatte der Dreikäsehoch den Dachschaden entdeckt oder hatte er ihn verursacht? In mein Nachdenken hinein sagt der Schwimmmeister: „Das hatte man zu bemängeln, Frau Grünler, so nach dem Motto „Suchet, so werdet ihr finden!“
Auch ältere Ehepaare fühlen sich in unserem Familienschwimmbad wohl, fast wie zu Hause oder im Campingurlaub. An einem Wochenende beobachtete ich kurz nach 10 Uhr, wie Frau und Mann am gedeckten Frühstückstisch Platz nahmen. Zuvor hatten sie ihr Zelt aufgebaut, ihre Liegefläche mit Decken bedeckt. Der Sonnenschirm war schon aufgespannt. Sie mussten genau gewusst haben, was sie vorfinden würden: Tisch, Sitzbank, Sonnenschirm. Den Rest hatten sie ins Auto gepackt, vom nahen Parkplatz herübergetragen. Nun mochten sie fühlen: „Hier bin ich Mensch, hier darf ich´s sein.“
Ich aber dachte: „Etwas werdet Ihr zusammenrücken müssen. Andere brauchen auch „Platz an der Sonne“. Es wird ein Hochsommertag.“

Mein Text enthält geflügelte Worte. Wer weiß, wie viele? Wer kennt ihren Ursprung?
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Hannelore Grünler aus Artern | 01.10.2013 | 07:08  
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