Ausstellung zum Ersten Weltkrieg geplant: Stadtarchiv sucht historische Dokumente

Im Sommer 2014 jährt sich zum 100. Mal der Beginn des Ersten Weltkriegs (1914-1918). Ein Krieg, in den im Laufe von vier Jahren insgesamt 40 Länder verwickelt wurden. “In der Wahrnehmung der meisten Menschen ist er deutlich weniger präsent als der Zweite Weltkrieg”, sagt Dr. Reinhold Brunner, Leiter des Eisenacher Stadtarchivs. Auch aus diesem Grund plant er zusammen mit seinen Mitarbeitern eine Ausstellung zum Thema 100 Jahre Erster Weltkrieg. Sie soll im August 2014 gezeigt werden.
“Der Krieg wirkte sich in allen Lebensbereichen aus. Die Menschen in den Metropolen waren ebenso betroffen wie jene in der Provinz”, sagt Dr. Brunner. Um zu verstehen, wie die Menschen damals dachten und welche Motivationen sie antrieben, müssen Zeugnisse aus dieser Zeit gesichert werden. Die geplante Ausstellung möchte vor allem Einzelschicksale deutlich machen. Deshalb rufen Oberbürgermeisterin Katja Wolf und Dr. Brunner die Eisenacherinnen und Eisenacher dazu auf, in ihren Unterlagen, auf den Dachböden und in ihren Kellern zu suchen, welche Sachzeugnisse ihre Vorfahren aus der Zeit des Ersten Weltkrieges hinterlassen haben. Das können Feldpostbriefe, Fotoalben, Tagebücher oder andere Gegenstände sein. “Von besonderem Interesse sind auch jene Dinge, die das Leben der Familien in der Heimat widerspiegeln. Also das, was sich an der ‚Heimatfront‘ abspielte”, erläutert Dr. Brunner. Was geschah mit den Kriegsgefangenen? Wo waren die Reservelazarette? Wie lebten die Verwundeten dort? Was taten die Menschen an der “Heimatfront”, um die an der tatsächlichen Front Stehenden moralisch und materiell zu unterstützen. All das sind Fragen, für deren Beantwortung Sachzeugnisse jeglicher Art willkommen sind. Ob gesellschaftliche, soziale oder kulturelle Aspekte – Annäherungen an dieses Kapitel der Geschichte gibt es viele. “Wir wollen die Eisenacherinnen und Eisenacher mitnehmen auf eine durchaus schmerzhafte Reise
100 Jahre zurück”, sagt Dr. Brunner.
Im Stadtarchiv selbst werden bereits mehrere schriftliche Quellen und Sachzeugnisse aus der Zeit von 1914 bis 1918 aufbewahrt. Sie sollen ebenfalls in die Ausstellung integriert werden. Dazu gehört zum Beispiel der Nachlass von Kurt Löwenstein, Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie aus Eisenach. Er zog im August 1914 in den Krieg und verstarb nur wenige Monate später. Erhalten geblieben sind unter anderem Postkarten, die er an seine Eltern schrieb. Unter den historischen Dokumenten und Sachzeugnissen befinden sich auch Fotoalben, Militärpässe von Soldaten, Werbepostkarten, eine Kartentasche oder Gedenkbücher von im Ersten Weltkrieg gefallenen Eisenachern.
“Wir freuen uns, wenn die Eisenacherinnen und Eisenacher dieses Projekt unterstützen und sich auf Spurensuche begeben”, sagt Katja Wolf. Wer in den Hinterlassenschaften seiner Familie Zeugnisse aus der Zeit um 1914 bis 1918 besitzt, wird gebeten, sich beim Stadtarchiv Eisenach, Markt 24, Tel 03691/670 132 oder per E-Mail unter archiv@eisenach. de zu melden.
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