Die Löwen sind los

Der Name dieser 2013 errichteten Holzskulptur zwischen Herleshausen und Lauchröden lautet „Aus der Enge in die Weite“. Sie stellt einen Menschen dar, der aus einem engen Mauerspalt ins Freie drängt. Sabine Heinz und Dieter Schuchardt vom Amateurtheater "Werralöwen" ist klar: Er kommt gerade aus dem Theater.
 
Die "Werralöwen"
Gerstungen: Löwensaal Lauchröden |

Im thüringisch-hessischen Grenzgebiet hat sich der Theatervirus eingenistet

Derzeit befinden sich die „Werralöwen“ im Endspurt. Denn es ist wieder Premierenzeit. Auf dem Spielplan steht diesmal „Wenn einer eine Reise tut...“, eine turbulente Komödie von Regina Rösch (Regie: Dieter Schuchardt) über Licht und Schatten eines ganz normalen Kuraufenthaltes. Nur das der im konkreten Falle - Wen überrascht's? - alles andere als normal ist. Was da abgeht und wie das ausgeht? Man weiß es (noch) nicht so genau. Aber wenn man nicht hingeht, wird man es garantiert auch nicht erfahren.

Warum sich die Mitglieder der hessisch-thüringische Amateur-Theatergruppe nun ausgerechnet „Werralöwen“ nennen, hat eigentlich nur zwei Gründe: Erstens musste ein verbindender Namen her - und die Werra verbindet die Heimatorte der meisten Mitglieder, also Lauchröden auf der Thüringer Seite sowie Herleshausen auf der hessischen - und zweitens hat die landesgrenzübergreifende Theaterinitiative vor Jahren schon ihre feste Spielstätte im „Löwensaal“ im thüringischen Lauchröden gefunden. Dass die Wappentiere beider Bundesländer nun ausgerechnet auch noch Löwen sind, sei zwar ohne tiefere Bedeutung für die Freizeitmimen, räumt Pressesprecherin Sabine Heinz ein, gebe der gemeinsamen Unternehmung aber dennoch einen gewissen Charme.

Doch zurück zu den Anfängen: Im Jahre 1987 initiierte die Lehrerin Ursula Küstner in Herleshausen ein Laientheater für Erwachsene. War ja sonst wohl nicht viel los an der Zonengrenze... Doch zwei Jahre später, als der Eiserne Vorhang fiel und kurz darauf auch die Werra zwischen Herleshausen und Lauchröden wieder überbrückt wurde, waren auf einmal Freiräume gegeben für Initiativen mancherlei Art. Doch gut Ding will bekanntlich Weile haben. Zunächst stießen zu den hessischen Theaterleuten Interessierte aus Lauchröden und den umliegenden Ortschaften hinzu. Aber 2006, als der bisherige Probenraum in Herleshausen nicht mehr zur Verfügung stand, machte man endlich Nägel mit Köpfen und beschloss, eine entsprechende Interessengemeinschaft im Dorfclub Lauchröden e.V. zu gründen. Der Name des Amateurtheaters sollte eine Verbindung zur Werra zwischen Herleshausen und Lauchröden und zum dortigen Löwensaal herstellen. Kurz gesagt: Das Amateurtheater „Werralöwen“ war geboren. Und also hatte diesmal das so oft bemühte „auf zu neuen Ufern“ am Werrastrand sein Ziel gefunden.

Mit ihrer neuen Heimstatt entwickeln die 15 Theaterleute eine beeindruckende Produktivität. Jahr für Jahr bringen sie ein neues Stück auf die Bretter... - na man weiß schon auf welche - und in den Jahren, in denen in Lauchröden gerade kein Brandenburgfest stattfindet, bespielen sie mit Historienstoffen die Ruine der nahe gelegenen mächtigen Werraburg. Doch das eigentliche Metier der „Werralöwen“ ist und bleibt die unterhaltsame Komödie, die sie Jahr für Jahr akribisch vorbereiten. Der jeweilige Stoff wird gemeinsam ausgewählt, im Herbst beginnen die Proben und im Frühjahr gibt es ein mehrtägiges Theaterwochenende mit drei Vorstellungen, damit sich der ganze Aufwand auch lohnt. Requisiten werden selbst beschafft, und auch die Kostüme werden, wenn's erforderlich ist, in Eigenregie geschneidert. Dass Familien und Freunde mit eingespannt werden, ist selbstverständlich, denn ohne Maske, Beleuchtung und Ton geht auch hier nichts. Was alle Darsteller verbindet: Die Lust am gemeinsamen Spiel. Wobei manche Mitglieder auch noch anderes umtreibt: Sabine Heinz nennt ihre tief sitzende Lust am Verkleiden während Dieter Schuchardt, der von Berufs wegen Geodät ist, bekennt: „Mein Job ist ein ziemlich einsamer. Da bin ich froh, wenn ich in meiner Freizeit unter Menschen bin.“

Termine:
Freitag/Samstag, 17./18. April, jeweils 20 Uhr
Sonntag, 19. April, 15 Uhr, im Löwensaal Lauchröden
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