Für die, die noch ein wenig Kind geblieben sind

Die Mäusehochzeit

Der Sommer neigte sich dem Ende zu.
Die Kornfelder waren alle abgemäht, und die Strohballen standen zum abholen bereit auf den Feldern. Die Bauern schauten hoffend zum Himmel, und beteten zu Gott um schönes Wetter.
Das Stroh sollte trocken eingefahren werden, denn wenn es feucht in die Scheune kommt, kann es zu Bränden kommen, dann entzündet sich das Stroh von selber, das wäre schlimm, denn die Bauern brauchten das Stroh so dringend für ihre Tiere.
Klein Ronny freute sich auch auf die Ernte, denn dann darf er wieder mit seinem Vater auf dem Traktor fahren.
Schon im vorigen Jahr ist Ronny mit auf die Felder und Wiesen gefahren. Er will wie sein Vater einmal Bauer werden und einen Hof bewirtschaften. Dafür lernt er fleißig in der Schule, weil er weis dass es heute gar nicht mehr
so einfach ist einen so großen Bauernhof zu bewirtschaften. Heute gibt es auf den Höfen viele nützliche Geräte und Maschinen, die die Arbeit in den Ställen und auf den Feldern erleichtern. Ronny interessiert sich sehr für diese Geräte. Da ist die Melkmaschine die seine Mutter bedient, der Futtergreifer in der Scheune der das füttern von Kühen und Schweinen erleichtert. Die Maschinen auf den Feldern, der Mähdrescher, der Traktor. Das alles will Ronny auch einmal tun, was Vater und seine Erntehelfer tun.
Da kam schon der Vater auf dem Traktor angerattert, er hielt neben seinem Sohn, und rief „na komm hoch, sicher willst Du doch mit hinaus aufs Feld“
Flink wie ein Wiesel hüpfte Ronny auf den freien Sitz hinter seinem Vater. Schon ging es weiter, hinaus auf die Felder.
Wiesen und Felder das war Ronnys Welt. Hier fühlte er sich wohl. Er verstand nicht die anderen Kinder seines Alters, die sich nicht für so etwas interessierten und nur zu hause am Fernseher ihre Zeit verbrachten. Ronny wollte hinaus in die Natur. Und er liebte alle Tiere.
Vor einigen Jahren als sie noch keinen Traktor hatten, standen 4 Pferde im Stall. Aber nun wurden sie durch den Traktor ersetzt. Da Ronny weinte weil die Pferde abgeholt wurden, tat Ronnys Vater das Herz weh, seinen Buben so traurig zu sehen. Nach einigem Überlegen beschloss er seinem geliebten Sohn ein Ponny zu kaufen. Das war eine Freude, und täglich ritt Ronny einige Stunden mit seinem Ponny Luzy aus.
Heute musste Luzy im Stall bleiben, denn der Tierarzt wollte kommen, und den kleinen Racker impfen.
Auf den Weizenfeldern angekommen sah Ronny dass die Erntehelfer fleißig dabei waren einen Wagen mit Stroh zu beladen.
Wie immer tollte Ronny auf dem Feld herum, und schaute unter den Strohgarben nach ob er wieder Mäuse fangen konnte. Mäuse fangen war eine Lieblingsbeschäftigung von Ronny. Nein er wollte sie nicht töten, das tat er nicht. Aber Ronny liebte es Susanne und Gitte die immer mit auf dem Feld halfen, die Mäuse unter die Nase zu halten. Das war ein tolles Spiel. Susanne und Gitte ließen wie gewohnt die Gabeln fallen und schrien jämmerlich, so dass sich Gerdi und Rolf schon darauf freuten ihnen zur Hilfe zu eilen.
Das gab dann eine wahre Gaudi auf dem Feld.
So auch heute, Ronny suchte nach Mäusen, aber was war das. Ronny rieb sich Augen, weil er nicht glauben konnte was er da sah. Unter einer Strohgarbe die gerade von Rolf weggetragen wurde, tummelten sich hunderte von Mäusen. Das wäre ja noch zu verstehen gewesen, aber was war mit den Mäusen los, sie trugen Kleidung wie richtige Menschenkleidung. Eine Maus war in ein wunderschönes weises Kleid gehüllt, und trug in ihrem zarten Pfötchen drei Mohnblumen, hinter ihr wehte ein weißer Schleier den zwei klitzekleine Mäuschen in ihren Pfötchen trugen.
Nebenan ging ein Mäusemann im Smoking. Das war zu viel für Ronny, das konnte er nicht glauben, das alles sah aus wie eine Mäusehochzeit.
Ronny pfitzte sich in die Nase, au das tat weh, war also kein Traum.
Da rief auch schon eine Maus nach Ronny, komm feiere mit uns, wir mögen dich, du tust uns niemals etwas zu leide. Du jagst uns zwar oft, aber tust uns nicht weh, darum darfst du mit uns feiern.
Ronny konnte es noch immer nicht fassen, aber die Sache begann ihm zu gefallen.
Es ging lustig zu auf dieser Hochzeit.
Da hatte Ronny die zündende Idee. Gleich musste doch Mutter mit dem Frühstück für die Leute kommen, das tat Mama jeden Tag wenn die Arbeiter auf dem Feld waren.
Er sagte zur Mäusebraut „Einen Moment, bin gleich wieder da“
Schnell rannte er zur Mama die gerade mit dem Auto um die Ecke kam, und dann zwei große Körbe aus dem Auto wuchtete.
Schnell nahm Ronny seine Frühstückstüte in Empfang und machte sich auf die Socken zurück zu seinen neuen Mäusefreunden. Schaut was ich Euch mitgebracht habe, damit können wir feiern und alle satt werden.
Das war eine Freude, denn Mäuse essen gern frisches Brot, und Wurst lieben sie über alles.
Nach einer Stunde kam die liebliche Mäusebraut zu Ronny , sie krabbelte auf seinen Arm, lief hinauf und gab ihm einen Kuss auf die Wange und sagte, nun ist die Feier vorbei, wir danken Dir, du hast uns zu einer wunderschönen Hochzeit verholfen, aber nun müssen wir weiter.
Ronny ging seiner Wege zurück zu Vater und den Arbeitern. Er grübelte und kam zu dem Entschluss den Anderen von der ganzen Sache nichts zu erzählen, denn wer würde ihm das schon glauben. Und als Spinner wollte er nicht gern dastehn.
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9 Kommentare
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Lutz Leipold aus Ilmenau | 26.11.2012 | 12:21  
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Marita Hohmann aus Eisenach | 26.11.2012 | 12:52  
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Joachim Kerst aus Erfurt | 26.11.2012 | 21:47  
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Marita Hohmann aus Eisenach | 26.11.2012 | 22:19  
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Renate Jung aus Erfurt | 26.11.2012 | 23:29  
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Hans-Gerd Born aus Erfurt | 27.11.2012 | 07:55  
142
Marita Hohmann aus Eisenach | 27.11.2012 | 07:58  
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Renate Jung aus Erfurt | 27.11.2012 | 23:20  
142
Marita Hohmann aus Eisenach | 28.11.2012 | 18:33  
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