Kronen für das einfache Volk

Ein sehr schönes Stück zeigt Angela Senf mit diesem Flitterkrönchen, dem Kopfschmuck einer Braut von der „Waldsaumstraße“ – der Region um Tabarz – aus der 1. Hälfte des 19. Jahrhundert. Das Bild im Hintergrund gehört zu einem im frühen 20. Jahrhundert gemalten Zyklus von Wilhelm Zimmer.
EISENACH. Volkstrachten im Museum? "Die nehmen seit der Gründung des Thüringer Museums 1899 einen wichtigen Platz in unseren Beständen ein", erfuhr der Allgemeine Anzeiger bei einer Stippvisite im Marstall des Stadtschlosses von Angela Senf, die noch alle Hände voll zu tun hatte mit der Vorbereitung der Ausstellung "Von Mützen, Mänteln und Miedern" - am kommenden Samstag, 26. November, um 17 Uhr ist die Eröffnung. Auch eine Ausstellung zu diesem Thema ist keine Uraufführung: Bereits 1910 fand die erste Präsentation statt, in der 60 vollständige Trachten aus ganz Thüringen zu sehen waren. Nach den beiden Weltkriegen zeigte man erst 1955 wieder Trachten aus Mitteldeutschland im Stadtschloss, und 1996 war das Creutznacher Haus der Schauplatz der Museumsausstellung "Zwischen Flitterkrönchen und Henkelbraut". Nunmehr wird die schöne Tradition auch im 21. Jahrhundert fortgesetzt. Die Präsentation liefert Anschauungsmaterial zu den unterschiedlichsten Fragestellungen. Die Stücke, eine Zeitspanne von mehr als 300 Jahren verkörpernd, zeigen Heimatverbundenheit und handwerkliches Geschick, regionale Unterschiede und Gemeinsamkeiten. Komplette Trachten und ebenso zahlreiche Accessoires wie Hauben, Bänder und Sträuße stehen für Bräuche und Lebensabläufe, für Alltag und große Feste. Die neue Ausstellung soll zugleich den Auftakt dafür bilden, diesen Teil der Museumsbestände in die neu hergerichteten Schauräume des Stadtschlosses zu integrieren. Verdeutlicht wird aber zugleich, dass auf diesem Gebiet besonders viel konservatorischer Aufwand und finanzielle Unterstützung nötig sind. Schon die Aufbewahrung und Restaurierung - gerade die textilen Stücke zeigen neben den "Alterserscheinungen" meist auch Gebrauchsspuren - sind mühevoll. Hilfreich ist da die Unterstützung, wie sie vom Fachreich Restaurierung der Fachhochschule Köln kommt, doch auch Forschungsarbeiten - etwa von Jenaer Studenten zum Thema "Bäuerlicher Schmuck" - geben Anstöße und werden in der Ausstellung gewürdigt.
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