Loveparade im Puppenzimmer.

Seit einiger Zeit sind wir nun umgezogen. Da gab es viel zu tun. Als die Möbel alle an ihrem vorgesehenen Platz standen, fing ich nun langsam an, meine Puppen auszupacken. Die Kisten standen noch immer auf dem Dachboden. Dort waren sie gelandet, weil es ja so viel anderes zu tun gab, und sie dadurch sonst nur im Weg gestanden hätten.
Doch nun war alles fertig, natürlich konnten meine geliebten Puppen ja auch nicht länger auf dem Dachboden stehen, ich liebte doch jede von ihnen. Zumal es auch schon ziemlich oft auf dem Dachboden rumorte. Manche Nacht nahm ich mir vor, mir endlich wieder eine Katze zuzulegen, denn Mona war nicht mehr da. Ich weis nicht was passiert ist, sie ist einfach verschwunden, und wir sahen sie nie wieder.
Also dachte ich, dass wir Mäuse oder anderes Getier auf unserem Dachboden haben.
Wunderlich war nur, dass Mäuse im Stande sind solch einen Lärm zu machen.
Na nun war jedenfalls die Stunde gekommen, die Treppe zum Dachboden hochzusteigen, und meine zahlreichen Lieblinge herunter zu holen.
Da ich allein war, und somit die großen Kisten nicht tragen konnte, ging ich mit dem Wäschekorb bewaffnet auf den Boden, um die Kisten oben auszupacken, und die Puppen im Korb herunter zu tragen.
Also packte ich die erste Kiste auf, und wunderte mich, dass der Klebestreifen an allen Kisten schon entfernt war. Da ich die Kisten ja nicht beschriftetet hatte, dachte ich dass Georg wohl schon etwas bestimmtes gesucht hat, und die Kisten der Puppen irrtümlicherweise schon aufgerissen hatte.
War ja nicht schlimm, und außerdem hatte ich sowieso kein Messer oder eine Schere dabei. Also fing ich an, die Kisten auszupacken. Ich stutzte, hmm ist ja komisch, ich glaubte fest, die Orangen zusammen in eine Kiste gepackt zu haben. Was ich hier fand, war ein echtes Durcheinander. Da lag Theodora neben Rosie einer Lippl-Puppe, und darunter wieder ein Sylikon-Baby. Nein so hatte ich die Puppen nie und nimmer verpackt, das wusste ich bestimmt. Wer war das dann ?? Ich jedenfalls nicht. Aber warum sollte Georg die Puppen neu verpackt haben. Ich sagte erst einmal gar nichts. Vielleicht waren die anderen Kisten geordneter verpackt.
Aber nein, jede Kiste bot ein Durcheinander an, dass ich nun gar nichts mehr verstand.
Frage ich nun Georg doch, oder lasse ich es sein. Vielleicht würde er ja sagen, ob ich keine anderen Sorgen habe.
Das einzige was mich etwas beruhigte war, dass keine von meinen Lieblingen kaputt war. Der größte Teil meiner Puppensammlung ist nämlich aus Porzellan.
Nach und nach, brachte ich die Puppen nun hinunter ins Wohnzimmer. Säuberte wenn nötig, und zog ihre verwirrten Haare und die Kleidung wieder in Form, und stellte sie auf ihre Plätze.
Als ich Max von Susan Lippl in den Händen hatte, bildete ich mir kurz ein, dass er ein strahlenderes Gesicht hätte als sonst, aber ich lachte nur, und dachte das kommt daher dass ich meine Süßen nun längere Zeit nicht gesehen hatte.
Bei meiner Himstedt-Kima bildete ich mir ein, sie habe einen so vorwurfsvollen Gesichtsausdruck, als wolle sie sagen : na wird ja wohl Zeit dass man hier raus kommt.
Nun ich war in meinem Element, und wie so oft sprach ich mit meinen Puppen, ein liebes Wort hier, und eine Rüge da, warum auch nicht, ich war ja mit ihnen allein.
So brachte ich sie nun nach und nach vom Dachboden herunter, und freute mich ehrlich, beim Anblick jeder einzelnen Puppe.
Dass mir manche etwas fremd vorkamen registrierte ich schon bald nicht mehr.
Als alle an ihrem Platz standen, war ich wieder zufrieden und froh.
Georg kam nach hause, und sagte fröhlich, na nun sind wir ja wieder komplett. Ich lachte nur, und beschloss erst einmal nichts von den zerwühlten Kisten zu sagen. Warum auch, es war keine Puppe kaputt und es fehlte auch keine, also sah ich keinen Grund, Fragen zu stellen.
Nach einigen Tagen, konnte ich es schon am Abend sehen, dass der Vollmond groß am Himmel stand. Ich fühlte mich wie immer wenn Vollmond war, zerschlagen und müde. Wußte aber dass ich diese Nacht wieder schlecht schlafen würde.
Natürlich kam es auch so, und ich beschloß, mir ein Buch zu holen und noch etwas zu lesen. In dem Moment, es war kurz vor 24 Uhr, hörte ich unter mir ein trappeln, wie von 1000 Füßchen.
Was war das ? Sollten die Mäuse nun unter uns im Wohnzimmer ihr Revier haben ?? Auf dem Dachboden war Ruhe.
Georg schlief fest, und ich wollte ihn nicht wecken. Also ging ich allein und zögernd die Treppe hinunter.
Es wurde immer lauter, und mir kam vor als würde im Wohnzimmer tüchtig gefeiert. Wer ist das denn, fragte ich mich voller Angst. Ich traute mich nicht die Tür zu öffnen, also war ich leise und lauschte gespannt an der Tür. Drinnen wurde gelacht, getanzt und geflüstert. Einige Gesprächsfetzen konnte ich hören. Eine piepsige Stimme sagte: Na das wurde auch Zeit, dass wir aus den muffigen Kisten rauskamen. Eine andere Stimme antwortete darauf,: ja allerhöchste Zeit, mir tun schon Arme und Beine weh. Eine andere Stimme mit etwas nordischem Akzent meinte: nun das werde ich sie spüren lassen, so etwas mit uns zu machen, ich hatte vielleicht eine Angst in dieser Dunkelheit. Ich wusste sofort dass es Kima war, die da sprach. Also ich war ja so erschrocken, und wusste nicht was ich tun sollte. Also blieb ich auf meinem Posten und hörte weiterhin zu. Was ich hörte machte mir doch Angst. Nach einiger Zeit, entschloß ich mich die Tür zu öffnen, und ihnen mal gehörig meine Meinung zu sagen. Also öffnete ich die Tür, und erschrak ganz gewaltig, was war das nun, alle Puppen standen auf ihren Plätzen, lieb lächelnd, und ganz artig, so wie ich sie hingestellt hatte. Also so was, war doch wieder nur ein Traum.
Träume in Vollmondnächten sind eben immer etwas Besonderes.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
3 Kommentare
12.763
Renate Jung aus Erfurt | 26.12.2012 | 19:53  
142
Marita Hohmann aus Eisenach | 26.12.2012 | 22:26  
12.763
Renate Jung aus Erfurt | 26.12.2012 | 22:37  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige