Luther und der lüsterne Landgraf: Geburtstagsfeier im Lutherhaus

Im diesjährigen Schauspiel sind (v.l.) Ernest Goldhahn als Martin Luther, Ralph Uwe Heinz als Luther-Mitstreiter und Thüringer Kirchenreformer Jodocus Mening alias Justus Menius, der Autor Matthias H. Herzer als Landgraf Philipp von Hessen und Alexandra Husemeyer als Katharina von Bora, Luthers Frau, zu sehen. (Foto: Heiko Kleinschmidt)
Eisenach: Lutherhaus | Von Werner Kaiser EISENACH. Was öffentlich gepredigt und heimlich (mehr oder weniger) getan wurde, brauchte nicht immer identisch zu sein. Landgraf Philipp I. von Hessen, der brutal mit den rebellischen Bauern umgegangen war, hatte Gefallen an Margarete von der Saale, wollte aber - nicht zuletzt aus politischen Rücksichten - keine Trennung von seiner Gemahlin Christine von Sachsen. Also schloss er eine zweite, eine so genannte morganatische Ehe, und an Martin Luther richtete er das Ansinnen, die neue Verbindung für legal zu erklären. Das ist der Hintergrund des vom Eisenacher Autor Matthias H. Herzer zum diesjährigen Luther-Geburtstag verfassten Stücks "Die Morganatische Affäre". Es geschieht alle Jahre wieder, denn das Wiegenfest des Reformators am 10. November im Lutherhaus und seiner Umgebung mit vielen Gästen zu feiern, ist zum Brauch geworden, und dazu gibt es nicht nur Suppe aus dem Kessel, traditionelle Martinshörnchen und diverse Getränke, sondern eben auch ein Schauspiel. Das ist farbenfroh und auf Luther bezogen - und es regt zum Nachdenken an über die Widersprüchlichkeit von Zeiten und Menschen. Der Untertitel "Wie eine kaputte Kellertür einige Verwirrung stiftet" lässt vermuten: es wird nicht so fürchterlich ernst. Aber abseits vom Geburtstagstrubel haben die Gäste Gelegenheit, das Museum zu ungewohnter abendlicher Stunde und in aller Ruhe zu besichtigen. Und sie können sich beschwingten Streicherklängen hingeben - das Eisenacher Quartett "Querbeet" unterhält nach dem Schauspiel mit kurzweiligen Stücken von Klassik bis Pop. Und was heißt nun "morganatisch"? Da wurde aus dem althochdeutschen Wort "morgangeba" für das Brautgeschenk "Morgengabe" ein lateinisches Wort gebildet, und besonders in Europa zierten Adlige ihre Zweitehen gern mit diesem vornehm klingenden Begriff.
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