Neuer Bahnhof wurde monumental

Das historische Foto zeigt die Dimensionen des 1904 fertiggestellten Bahnhofsgebäudes. (Foto: Archiv BSW Eisenach)
Von Otto Mayer. EISENACH. Am 20. März 1904 schrieb die "Eisenacher Zeitung" über den "Umbau des Bahnhofs Eisenach und das neue Empfangsgebäude". "Das neue monumentale Empfangsgebäude, das von außen schon einen imposanten Eindruck macht, ist auch im Inneren soweit hergestellt, daß seiner demnächsten Eröffnung nichts im Wege steht". Und dann erfolgt eine ausführliche Beschreibung dieses Gebäudes. Recht interessant ist jedoch der Schluss des Berichtes, der darauf hindeutend, dass die Bauarbeiten mit der Eröffnung des neuen Empfangsgebäudes noch nicht abgeschlossen waren, in dem es heißt: " Das neue Bahnpostgebäude ist östlich an das Empfangsgebäude angeschlossen. Das neue Empfangsgebäude wird voraussichtlich am 12. April eröffnet werden, während das alte Stationsgebäude, das seit 1886 dem Verkehr Hunderttausender gedient hat, mit dem gleichen Zeitpunkt für das Publikum geschlossen wird. Letzteres sowie das Vorempfangsgebäude sollen im Laufe des Sommers bzw. Herbstes in zwei Hälften niedergelegt werden und an Stelle des Vorempfangsgebäudes der Fürstenpavillon neu entstehen." Die Beschreibung dieses interessanten Gebäudes erfolgt demnächst. Umfangreich beschrieben wurden auch die beiden imposanten Brückenbauwerke in der Schillerstraße und Langensalzaer Straße. Erläutert wurde in dem Bericht auch, warum die "Werrabahn" einen Bahnsteig mit zwei Gleisen und die "Thüringer Bahn" zwei Bahnsteige mit je zwei Gleisen erhielt, da in Eisenach häufig Züge von schnellfahrenden Zügen in beiden Richtungen überholt wurden. Hinzu kamen zwei bahnsteigfreie Güterzuggleise, um die Reisenden nicht durch durchfahrende Güterzüge über Gebühr zu belästigen: Eine fortschrittliche Lösung, die in dieser Form nur in Eisenach anzutreffen war, aber auch der Tatsache geschuldet war, dass Eisenach zu einem leistungsfähigen Eisenbahnknoten ausgebaut werden sollte. Außer diesen Bahnsteigen wurden noch zwei besondere Gepäckbahnsteige angelegt, damit der Personenverkehr "in keiner Weise gestört wird". Weiter heißt es: "Zu diesen Gepäckbahnsteigen führen elektrisch betriebene Aufzüge. Zum Schutz des Publikums gegen Regen, Schnee und alle Witterungsunbilden erhalten die Bahnsteige einstielige Dachanlagen, außerdem werden auf den Thüringer Bahnsteigen noch kleine Warteräume errichtet (Anmerkung des Verfassers: Leider weigerten sich die Projektverantwortlichen Anfang der 1990er Jahre, diese "Warteinseln" wieder zu errichten, obwohl die Breite der Bahnsteigdächer im Zuge der Streckenelektrifizierung eingekürzt wurde)."
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