Neuer Brückenschlag

Annette Felsberg, die Leiterin der Wartburg-Bauhütte, erläutert auf der Zugbrücke die Sanierungsvorhaben.

Viele Wege führen wohl nach Rom, aber nur ein einziger in die Wartburg


Von Wolfgang Rewicki

EISENACH. Über sieben Brücken? Das mag sonstwo gelten. Die Zugbrücke vor dem Tor zur Wartburg ist nämlich der einzige Zugang zu der wohl bekanntesten deutschen Burg. Etwa 150 Jahre lang hat die jetzige unzähligen Besuchern den Weg in ihr Inneres ermöglicht. Doch in all diesen Jahren haben ihr auch Regen, Schnee, Frost, Tauwetter und alle nur denkbaren Witterungsunbilden zugesetzt. Und so hat der berüchtigte Zahn der Zeit auch an ihr genagt. Die Fußgänger wären ja nicht das Problem, aber seit der Erfindung des Automobils sind es gerade diese, die der Brückenkonstruktion besonders arg zusetzen. 2013 ist Schluss damit!

Nein, die Zugbrücke wird nicht etwa endgültig hochgezogen! Sie wird in diesem Jahr saniert. Schlappe 125.000 Euro soll das kosten. Das kalkuliert Annette Felsberg, die seit 2005 Leiterin der Wartburg-Bauhütte ist. Bereits Ende Februar sollen die Arbeiten beginnen. „Das wird eine besondere technologische und logistische Herausforderung für uns“, so Felsberg, „weil die Burg für die Durchführung der Baumaßnahmen nicht geschlossen werden kann.“ Nach dem Aufsetzen einer Behelfsbrücke, dem Ab- und Wiederaufbau der Natursteinmauern und der Montage einer neuen Holzkonstruktion sollen die Arbeiten Ende Mai abgeschlossen werden. Der Clou dabei ist: Die Brücke zur Wartburg wird dann wieder eine funktionsfähige Zugbrücke sein. Also eine, die auch tatsächlich hochgezogen werden kann! Ein Foto der Brücke, das um 1900 entstanden ist, dient dabei als Vorbild.

Doch bis dahin werden die Besucher der Wartburg auch auf einiges verzichten müssen: Auf die beliebten Erinnerungsfotos von der Schanze zum östlichen Wehrgang zum Beispiel und auf den bequemen Wanderweg-Abschnitt, der unmittelbar unter der Zugbrücke hindurchführt. Aber Annette Felsberg hat auch noch eine wirklich gute Nachricht parat: „Bis zum Jahresende sollen a l l e Arbeiten an den Außenseiten der Burg abgeschlossen sein, so dass sich dann die Wartburg wieder gerüstfrei präsentiert.“
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1 Kommentar
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Antje Hellmann aus Jena | 05.02.2013 | 13:57  
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