Neuigkeiten aus Berlin

Julia Knapp als "F.H." und Bernhard Echte
Eisenach: Reutervilla |

In alten Eisenacher Zeitungen geblättert

Von Wolfgang Rewicki

EISENACH. Einen vergnüglichen Abend bereiteten jüngst dem Eisenacher Publikum Bernhard Echte und Julia Knapp mit ihrer Lesung in der Reutervilla. Beide hatten sich Beiträgen gewidmet, die Philipp Kühner (1858-1922), Eisenacher Verleger sowie Mitbegründer und ab 1904 auch Direktor des Reuter-Wagner-Museums, zwischen 1899 und 1902 in seiner "Eisenacher Tagespost" abdrucken ließ. Diese Reportagen aus der Feder von Ferdinand Hardekopf (1876-1954) hat Bernhard Echte, Inhaber des schweizerischen Nimbus-Verlages, als „Briefe aus Berlin“ in einem 223 Seiten umfassenden Büchlein herausgegeben, das nicht nur äußerst lesenswert ist, sondern uns zugleich einen nahezu vergessenen Autoren vorstellt, den seine ebenfalls schreibenden Zeitgenossen, die Brüder Mann, Kurt Tucholsky , Hermann Hesse u.v.a., überaus geschätzt haben.

Liest man die feuilletonistischen Beiträge, die Hardekopf ziemlich regelmäßig aus der deutschen Reichshauptstadt in die thüringische Provinz schickte, beeindruckt der Autor auch den heutigen Leser neben seiner Themenwahl insbesondere durch einen gleichermaßen unterhaltenden wie geistreich-witzigen, immer aber anspruchsvollen Stil mit gelegentlich sehr origineller poetischer Bildsprache. Es ist Bernhard Echtes Verdienst, diesen Schatz zugänglich gemacht zu haben, und manch einer hätte just an diesem Mittwochabend wohl gern noch mehr davon gehört.

Insgesamt war dies ein heiteres Bildungserlebnis, bei dem neben dem kundigen Bernhard Echte auch Julia Knapp in ihrer Hosenrolle als „F.H.“, „F.Ha.“ oder auch „Hardy“ das zahlreich erschienene Publikum gekonnt beeindruckte.
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