Peter der Weihnachtsheld--eine Weihnachtsgeschichte

Peter und Lisa sind Geschwister, Peter mit seinen 9 Jahren, fühlt sich schon als Beschützer für seine kleine Schwester Lisa, die gerade mal 5 Jahre alt ist. Immer wieder muss Peter seine kleine Schwester trösten, weil Mama noch nicht zu Hause ist. Er hat Lisa aus dem Kindergarten geholt, das tut er jeden Tag. Mama kommt oft erst spät von der Arbeit und ist dann meist sehr müde. Einen Papa gibt es nicht. Wenn Peter oft Fragen stellt wird Mama immer traurig und fängt leise an zu weinen. Sie sagt dann immer, Papa ist im Himmel und passt auf uns auf, damit uns nichts passiert. Peter ist schon ein großer und vernünftiger Junge, er weiß dass Papa tot ist.
Peter ist in der Schule sehr fleißig, und das Fach Lesen ist sein Lieblingsfach. Oft liest er auch seiner kleinen Schwester eine Gute-Nacht-Geschichte vor.

Heute hat Peter auf dem Dachboden gestöbert, was ihm streng verboten war, denn die Treppe dort hinauf war schon alt und eine Stufe fehlte sogar ganz. Mama sagte immer, dort hinauf gehst du nicht mein Junge.
Aber gerade deshalb war Peter neugierig geworden, er wollte so gern wissen was es dort oben zu entdecken gab.
Er kletterte vorsichtig die Bodentreppe hinauf, dort standen Koffer, Kartons, und Kisten herum. Etwas enttäuscht war Peter, alte Kisten, total verstaubt, das war ja nichts Interessantes. Aber er wollte doch sehen was in diesen Kisten war und öffnete die Erste die dort stand. Sie ließ sich nicht leicht öffnen, denn so stark war er mit seinen neun Jahren ja noch nicht. Und oh weh, wie schmutzig sein Pullover auf einmal war, alles voller Staub.
Der Deckel knarrte, als wolle er sagen: Lass mich doch nur in Ruhe.
Wie staunte Peter was es da alles gab. Hier lagen viele bunte Weihnachtsbaumkugeln versteckt. Bunte Kugeln und Glasvögelchen, Schneemänner und Glöckchen, alles glitzerte Peter entgegen. Eine Weihnachtskrippe, mit vielen Figuren. Kleine Schäfchen, Esel, und sogar ein kleines Jesuskind. Bunte Kerzen, Weihnachtsteller aus Pappe, Lametta, und sogar ein Ständer für einen Weihnachtsbaum. Noch so viel mehr gab es da, auch ein Buch mit Weihnachtsgeschichten, und Engelfiguren.
Traurig dachte Peter an sein letztes Weihnachtsfest zurück, wo es nur einen kleinen Baum mit wenig Schmuck gab. Mama sagte traurig, dass sie sich nicht mehr leisten konnten.
Sie wohnten noch nicht lange hier, in diesem alten verträumten Haus. Peter wusste nur dass es einer alten Frau gehörte, die lange ganz allein hier gewohnt hatte. Als sie gestorben war, stand das alte Haus lange leer, weil es keine Verwandte gab die sich hätten darum kümmern können.
Der Bürgermeister des Ortes bot Peters Mama das alte Haus zu einer sehr günstigen Miete an, da sie sich die große Wohnung in einer Villa am Rande des Ortes nicht mehr leisten konnte, seit Peters Vater tot war.
Peter überlegte und dachte dass all diese tollen Sachen hier auf dem Boden ja nun niemandem mehr gehören. Er fasste einen Plan, das würde eine Freude geben. Zuerst dachte er an Lisa seine Schwester, was würde sie für Augen machen, wenn sie Weihnachten all diese Herrlichkeiten an einem Weihnachtsbaum sehen würde.
Peter verschloss die Kiste wieder, schüttelte den Staub von seinen Sachen, und ging zurück in die Wohnung wo Lisa schon auf ihn wartete.
Peter war an diesem Tag voller Vorfreude, auf das nahende Weihnachtsfest.
Er fühlte sich fast wie der Mann im Haus. Er hatte sich vorgenommen für seine Mama und seine kleine Schwester das schönste Weihnachtsfest vorzubereiten.
Immer wenn die Schule zu Ende war, schlich er sich auf den Dachboden entstaubte die Kisten, und legte all die Herrlichkeiten zurecht, die er brauchte, um einen wunderschönen Weihnachtsbaum zu schmücken.
Kurz vor Weihnachten sagte Mama traurig zu Peter, dass es auch in diesem Jahr nicht für ein üppiges Weihnachtsfest reiche. Traurig nahm sie ihren großen Jungen in den Arm, und meinte, dass sie ihren beiden Kindern so gern alle ihre Wünsche erfüllen würde, aber das ihr leider das Geld dafür fehle. Peter war gar nicht traurig darüber, im Gegenteil, er lächelte, denn nur er wusste ja dass es eine Überraschung geben würde, aber er wollte ja nichts verraten.

So vergingen die wenigen Wochen bis Weihnachten. Es hatte geschneit, und die Bäume vor dem Haus trugen ihre weißen Kronen mit Würde. Es war ein schöner Anblick.
Nur Peter hatte große Sorgen, er hatte noch immer keinen Weihnachtsbaum , er hatte ja nur wenig Taschengeld.
Doch dann kam ihm eine Idee, er kannte den Förster im Ort, weil er im Herbst immer ganz viele Kastanien bei ihm abgegeben hatte, für die Tiere im Wald, die ja im Winter so wenig Futter fanden.
So machte er sich auf den Weg zu ihm. Mutig drückte er auf den Klingelknopf, und gleich darauf kam Herr Weber zur Tür. Er erkannte auch gleich den Jungen, der ihm die vielen Kastanien gebracht hatte. „Na mein Junge, was gibt es, fragte er freundlich“, denn er mochte Peter gern.
Peter fragte ganz schüchtern, ob er von ihm einen Weihnachtsbaum bekommen könnte, er habe aber leider kein Geld. Aber er könnte den Preis für den Baum ja bei ihm abarbeiten. Vielleicht könne er ja einkaufen gehen, oder das Auto waschen. Der Förster lächelte, er war wohl im Alter wie Peters Vater wäre wenn er noch leben würde.
“Ja gut mein Junge, das ist eine tolle Idee, so können wir es machen.“ Peter freute sich wie ein kleiner Schneekönig, das hätte geklappt. Freudig flüsterte er Herrn Weber ins Ohr: „Aber nichts der Mama sagen“. Lächelnd nickte der Förster.
Herr Weber brachte einen Weihnachtsbaum höchstpersönlich zu Peter in den Schuppen für die Gartengeräte, denn dort würde Mama ganz bestimmt nicht hineingehen.
Nun hatte Peter viel zu tun, und immer wieder Geheimnisse vor seiner kleinen Schwester Lisa, denn natürlich fiel es ihr auf dass er sie doch öfter mal allein lies.
Peter wusste dass Mama ja am 24. Dezember bis Mittags arbeiten musste. Es war ihr wie immer nicht Recht, und sie nahm ihre Beiden in den Arm, um sie zu trösten, weil sie ja auch am Heiligabend noch einige Stunden weg sein würde. Peter versprach seiner Mutter gut auf Lisa aufzupassen, so dass sie beruhigt in ihrem Supermarkt arbeiten könne.

Na nun hatte Peter aber zu tun. Nach etwa zwei Stunden klingelte es an der Tür, als Peter öffnete, stand draußen der Förster, er sagte zu Peter, dass er eben einkaufen war, und gesehen habe dass Peters Mama an der Kasse säße, und er somit wusste dass die Kinder allein wären. Er hatte geahnt was Peter mit dem Weihnachtsbaum vorhatte. Da er auch allein ist, und keine Familie hat, könnte er genau so gut Peter bei seinem Vorhaben behilflich sein. Freudestrahlend umarmte Peter den Förster, der ihm lachend sagte dass er Armin heiße.
So kam es dass der Baum schnell geschmückt war, und Armin noch heimlich einige Päckchen unter den wunderschönen Baum legte.
Als Peters Mama Regine nach Hause kam, duftete es in der Küche ganz verführerisch, denn eine fertig gebratene Weihnachtsgans stand auf dem Tisch. Peters Mutter war sehr überrascht, und konnte das alles gar nicht fassen. Als alle am Abend unter dem Weihnachtsbaum saßen, wussten sie: dass dies das schönste Weihnachtsfest seit dem Tod ihres geliebten Vaters war.
Auch Armin genoss es sehr an diesem Tag nicht allein zu sein. Ja und wer weis, es sah ganz so aus, als habe das Christkind auch einen neuen Papa gebracht.
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9 Kommentare
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Regina Kleiber aus Sondershausen | 15.12.2012 | 13:38  
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Marita Hohmann aus Eisenach | 15.12.2012 | 18:32  
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Renate Jung aus Erfurt | 19.12.2012 | 00:21  
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Regina Kleiber aus Sondershausen | 19.12.2012 | 09:06  
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Marita Hohmann aus Eisenach | 19.12.2012 | 18:33  
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Renate Jung aus Erfurt | 19.12.2012 | 23:41  
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Marita Hohmann aus Eisenach | 20.12.2012 | 13:52  
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Marita Hohmann aus Eisenach | 20.12.2012 | 13:54  
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Renate Jung aus Erfurt | 23.12.2012 | 00:15  
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