Vom ukrainischen Bortschtsch, dem Europaparlament und der Mobilität

  Wie die Regelschüler aus Wutha-Farnroda und die Schüler aus der Partnerstadt Kamienica in Polen ihre Begegnung erlebten

Was haben der ukrainische Bortschtsch, das Europaparlament und das Thema „Mobilität“ gemeinsam? 28 Schülerinnen und Schüler der Regelschule Wutha-Farnroda und der Partnerschule aus Kamienica in Polen und vier Lehrerinnen würden sofort antworten: „Das haben wir bei der deutsch-polnischen Begegnung, die vom 2.11. - bis 07.11.2014 im ökologischen Schullandheim Spohns Haus in Gersheim (Saarland) stattfand, gelernt.“
Für einige Jugendliche aus Polen und Deutschland bedeutete die Projektwoche in Gersheim bereits das zweite Treffen im Jahr 2014, sie erlebten im Frühjahr gemeinsam die London – Fahrt.
Im Schullandheim erwartete sie ein abwechslungsreiches Programm zum Thema „Mobilität“, Ausflüge in das nah gelegene Biosphären Reservat Bliesgau, in die Landeshauptstadt Saarbrücken und, für viele der Höhepunkt der Woche, die Fahrt nach Straßburg.
Eine Herausforderung für alle Beteiligten war die Begegnungssprache. Während die polnischen Schüler seit einigen Jahren Deutsch lernen, können die Deutschen kaum Polnisch, denn es wird meistens kein Polnischunterricht an deutschen Schulen angeboten. Um diese Sprachbarriere aus dem Weg zu schaffen, führten die Pädagogen des Spohns Hauses, Jerzy und Sylvia, jeden Tag Sprachanimation durch. So lernten die deutschen Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf spielerische Art und Weise die Grundbegriffe des polnischen Alltagswortschatzes. Schwieriger wurde es, als die Schüler in gemischten deutsch-polnischen Gruppen das Dorf Gersheim erkundeten. Da half nur eins : Englisch. Im Mittelpunkt der Projektwoche stand das Thema : „Mobilität“. Die Jugendlichen aus Deutschland und Polen bekamen nicht nur allgemeine Informationen zum CO2-Ausstoß und dessen Folgen, sondern konnten sich auch mit ihrer eigenen Mobilitätsbilanz auseinandersetzen. Sie berechneten ihre Wege zur Schule sowie in der Freizeit, und multiplizierten diese mit dem durchschnittlichen CO2-Ausstoß. Bei ihrer Reise von Wutha-Farnroda nach Gersheim wurden
30 000 Gramm CO2 erzeugt. Da aber beide Schülergruppen gemeinsam mit einem Bus nach Gersheim fuhren, war dieses Ergebnis eher „umweltfreundlich“. Einen anderen interessanten Workshop gab es zum Thema „Konsumgüter und lange Transportwege“. Wie viele Kilometer legt die Jeans zurück, bis sie auf dem Ladentisch in Deutschland gelangt? Erstaunt waren die Schüler über die Tatsache ,dass ihre Lieblingsjeanshosen eigentlich Weltbummler sind. Bevor die Jeans in deutschen Regalen liegen, haben sie in der Regel mehr als 40 000 km zurückgelegt. Woher stammen die Lebensmittel, die man im Gersheimer Supermarkt kaufen kann? Die Exkursion dorthin bestätigte die Vermutungen, dass man im kleinen Einkaufsmarkt praktisch Lebensmittel aus der ganzen Welt kaufen kann. Die Workshops regten dazu an, dass die Schüler ihre Konsumgewohnheiten hinterfragen konnten. Müssen wir wirklich Äpfel vom anderen Ende der Erde kaufen? Ein Beweis, dass die regionalen Produkte wunderbar schmecken, lieferte bei jeder Mahlzeit die Küche des Spohns Hauses. Hier wird alles mit nur qualitativ hochwertigen Bio-Lebensmitteln aus der Region vorbereitet. Sowohl den Schülern als auch den Lehrerinnen schmeckte der ukrainische Bortschtsch so lecker, dass sie nach dem Rezept fragten. Das bekamen sie von Köchin Uta, die übrigens aus Ilmenau stammt.
Auch das Freizeitprogramm sollte nicht zu kurz kommen. Die Jugendlichen hatten die Möglichkeit Saarbrücken, die Landeshauptstadt des Saarlandes, zu besichtigen. Das Highlight war unbestritten die Fahrt nach Straßburg. „Was hat Europa jungen Menschen zu bieten?“, das fragten sich die jungen Europäer aus Wutha-Farnroda und Kamienica, als sie vor dem Europaparlament standen. „Für uns ist das Leben in der Europäischen Union selbstverständlich, wir können reisen, wohin wir wollen, und wann wir wollen.“ - war das Fazit.
Und so lässt die nächste Schülerbegegnung im September 2015 auch nicht mehr allzu lange auf sich warten.
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