Bildung ist Zukunft

Wann? 24.01.2015 15:30 Uhr

Wo? Diakonissenmutterhaus, Karlspl. 27, 99817 Eisenach DE
Sabine Vischer zu Besuch in einem Waisenhaus, das von ihr regelmäßig unterstützt wird. (Foto: privat)
 
Sabine Vischer mit ihrem ersten Schulpatenkind Ashmita (12). Sie möchte einmal das College besuchen und später Ärztin werden. (Foto: privat)
Eisenach: Diakonissenmutterhaus |

Interview mit Sabine Vischer

Von Wolfgang Rewicki

Sabine Vischer arbeitet in München als Direktorin für eine international tätige Großbank. Die 44-Jährige ist in Eisenach aufgewachsen und hat sich gleich nach dem Mauerfall in den Westen Deutschlands aufgemacht, um eine Banklehre zu beginnen. „Mein Jugendtraum allerdings war, einmal im Leben die richtig großen Berge zu sehen. Das wünschte ich mir schon an meinem Konfirmationstag im Mai 1986 am Wartburgbrunnen, und ich habe dafür sogar fünf Westmark investiert, die ich da reinwarf,“ erklärt die Bankerin rückblickend.

Inzwischen hat sie den Himalaya bereist und hat sie erlebt und bestiegen, die ersehnten großen Berge. Im März 2010 reiste sie erstmals nach Nepal. Allerdings hat Sabine Vischer – die Tochter einer Kindergärtnerin – auch noch anderes im Sinn: Sie machte nämlich Ernst auch mit dem zweiten Teil von „Land und Leute kennen lernen“ und lernte so auch Menschen kennen, die in der entlegenen Bergwelt leben.

Frau Vischer, warum engagieren sich für ein Bildungsprojekt gerade in Nepal?
Weil mich Land und Menschen unglaublich berühren und faszinieren und ich diesem Land und seinen Menschen etwas von dem zurückgeben will, was ich erhalten habe. Zudem kann ich mit meinem Kinderprojekt beides leben: Meine Leidenschaft für die Berge, kombiniert mit einem Projekt des Herzens, nämlich Kindern den Zugang zu Bildung zu ermöglichen und damit die Chance auf eine bessere Zukunft zu geben. Die grandiose Bergwelt des Himalaya, die Reduzierung auf das Wesentliche sowie viele intensive Begegnungen mit den Menschen in dieser Region haben mich wieder „geerdet“. Diese Erfahrungen kommen mir auch in meinem Job als Direktorin bei einer französischen Großbank bei der Betreuung vermögender Privatkunden in München zugute.

Wie sieht Ihre Hilfe konkret aus?
Im Oktober 2013 habe ich unter dem Dach der Nepalkinderhilfe mein eigenes Projekt „Bildung ist Zukunft“ gestartet. Seitdem ist es gelungen, 20 Kindern aus ärmsten Familien nachhaltig den Schulbesuch zu ermöglichen und ihnen so die Chance auf Bildung und damit ein Leben jenseits bitterster Armut zu geben. Die Kinder leben weiterhin bei ihren Eltern. Über unseren Verein wird das Geld für Schulkleidung, Bücher, Hefte, Essen und die Gebühr direkt in der Schule eingezahlt. Über diese jeweils 27 Euro pro Monat erhalten wir dann eine Quittung sowie die Anzahl der Tage, an denen die Kinder die Schule auch wirklich besucht haben. Eine gute Kontrollmöglichkeit.

Wozu dient eine Schulpatenschaft?
Nepal ist eines der ärmsten Länder dieser Erde. Bildung ist dort der „Schlüssel“ und wahrscheinlich die einzige Chance auf ein Leben jenseits bitterster Armut, die Chance auf eine bessere Zukunft. Viele Familien sind so arm, dass sie es sich nicht leisten können, ihre Kinder zur Schule zu schicken. Wenn nur ein Kind aus der Familie Englisch lernt und danach einen besser bezahlten Job erhält, kann es die Familie unterstützen und so dafür sorgen, dass unter Umständen auch noch weitere Kinder zur Schule gehen können. Diese Hebelwirkung ist in Nepal enorm.

Was passiert mit einer solchen Spende?
Die Spende fließt zu 100 Prozent in das Projekt „Bildung ist Zukunft“. Das Geld wird dann auf das Konto eines Partnerinstituts in Kathmandu transferiert. Die Verantwortlichen vor Ort in Nepal rechnen die Schulgebühren und alle weiteren ausbildungsbezogenen Kosten direkt mit der betreffenden Schule ab und erhalten eine Quittung mit dem Namen des jeweiligen Kindes. Diese leiten sie zur Kontrolle an den Verein zurück. So ist sichergestellt, dass das Geld auch wirklich zum Schulbesuch verwendet wird. Eine Zahlung an die Eltern erfolgt nämlich grundsätzlich nicht.

Sie arbeiten eng mit dem Verein „Nepal Kinderhilfe e.V.” zusammen. Welche Ziele verfolgt dieser Verein?
Zweck des Vereins ist es, Kindern in Nepal einen Schulbesuch zu ermöglichen, deren Eltern finanziell nicht dazu in der Lage sind, und durch diese Unterstützung die Voraussetzungen für eine Berufsausbildung zu schaffen und auch die dafür erforderlichen Mittel bereitzustellen.

Kann die Welt durch private soziale Projekte eine bessere werden?
Auf jeden Fall. Ich bin davon überzeugt, dass, wenn wir anstatt Waffen in den Nahen Osten zu liefern, dort Schulen gebaut und für Bildung und somit eine Perspektive für junge Menschen gesorgt hätten, die Welt dort heute auch anders wäre. Ich zitiere jetzt mal Mahatma Gandhi: „ Wir müssen selbst die Veränderung sein, die wir in der Welt sehen möchten.“

Wann werden Sie das nächste Mal in Nepal sein?
Ich breche Ende März wieder auf, dann, um meinem ersten Sechstausender in Angriff zu nehmen. Darüber wird es dann einen neuen Vortrag geben, egal wie das Ganze ausgeht. Denn mein Motto ist: Der Weg ist das Ziel.

Termin:
„Faszination Himalaya“, Multivisionsshow von und mit Sabine Vischer
Samstag, 24. Januar, 15.30 Uhr, Eisenach, Diakonissenmutterhaus, Karlsplatz 27/31
Einlass: ab 15 Uhr

Mit ihrem Besuch und einer freiwilligen Spende anstelle eines Eintrittsgeldes unterstützen die Besucher der Multivisionsshow Sabine Vischers Projekt „Bildung ist Zukunft“ und helfen so mit, dass weitere Kinder in Nepal eine Chance zum Schulbesuch erhalten.

Informationen:
www.nepalkinderhilfe.de

Spenden sind jederzeit willkommen.
Bitte als Verwendungszweck "SV" angeben und eine Anschrift für die Zusendung der Spendenquittung.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
1 Kommentar
6
Sabine Vischer aus Eisenach | 20.01.2015 | 22:06  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige