Dauercamper sind wetterfest: "Bei Sonne kann's jeder"

Karin und Hans-Jürgen Pikhart aus Ruhla, seit 48 Jahren auf dem Campingplatz am Altenberger See, züchten vorm Wohnwagen Rosen und dahinter Tomaten.
Wilhelmsthal: Campingplatz Eisenach | Es ist oft grau in diesem Sommer. Für Dauercamper jedoch kein Grund, die Zelte abzubrechen. Standhaft trotzen sie dem Regen. Eine Stippvisite auf dem Campingplatz Eisenach am Altenberger See.

„Wegen des schlechten Wetters nach Hause fah­ren?“ Für Kurt ­Rommel kommt das nicht in Frage: „Ich lasse doch meine Katzen nicht allein.“ Vor Jahren hat der Rentner zwei ausgesetzte Tiere aufgenommen, seither ist er für „Schätzchen“ und „Tiger“ da. „Morgen, wenn ich meine Frau abhole, kommt auch unsere Hauskatze Miss Marple mit auf den Campingplatz“, erzählt der Eise­nacher. 1990 hat er sich das feste Freiluft-Domizil geschaffen – inklusive Zwergen-Vorgarten. „Wenn es regnet, gehe ich einfach rein. Der Fußboden ist gedämmt und erst kürzlich habe ich neuen Teppichboden verlegt.“

„Bei schönem Wetter campen kann doch jeder“, sagt Christa Schmidt und lacht. Ihr Zeitvertreib bei Regen: ­Handarbeiten. Die Seniorin aus Gotha ist seit 46 Jahren Dauercamper. „Anfangs mit Zelt. 1991 haben wir uns dann den Wohnwagen angeschafft.“ Der Platz weckt so viele Erinnerungen an ihren verstorbenen Mann, dass sie das Campen nicht aufgeben mag.

Radio hören, Kreuzworträtsel lösen, die Feuertonne anheizen – so verschönern sich Karin und Hans-Jürgen Pikhart aus Ruhla trübe Tage. Sie haben Rosen vorm und Tomaten hinterm Wohnwagen gepflanzt. „Uns gefällt die Natur. Wir sind auch im Winter hier.“ Doch zwei-, dreimal die Woche geht‘s nach Hause in die Badewanne, zum Wäsche waschen und Blumen gießen.

Langeweile ist auch Martin Lautscham aus Eisenach fremd. Gerade sind die Enkel aus Berlin zu Besuch. „Wenn es regnet, spielen wir Karten oder Brettspiele.“ Noch lieber toben Nelson (5 Jahre, v.l.), Maurice (8) und Anuk (4) aber draußen herum. Die Gummistiefel stehen immer parat.
Der Camper ist seit 1971 am Altenberger See. Hier hat er seine Frau kennengelernt. Von der Schwieger­mama bis zum Enkel sitzen am Abend manchmal vier Generationen zusammen. Dann bietet ein Zelt­pavillon Regenschutz.
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Steffi Voigt aus Saalfeld | 20.07.2012 | 18:14  
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