Die Kunst des Nichtstuns - Schulprojekt am Elisabeth-Gymnasium Eisenach

Einen Herbst-Augenblick genießen Hans Meyfarth, Annemarie Riese und Tim Düwel auf dem Schulhof des Elisabethgymnasiums. (Foto: Sandra Blume)
Eisenach: Elisabeth Gymnasium | An einen Baum gelehnt, den Herbstwind spüren. Sich in alten Briefen verlieren. In aller Ruhe einen Kaffee genießen. Sich einer Sache hinzugeben, die man gern tun möchte und dabei die Zeit vergessen - das ist Muße. In einer Gesellschaft, in der hocheffizientes Arbeiten, Multitasking-Fähigkeiten und eine permanente Informationsaufnahme gefragt sind, ist das "Nichtstun" ein Luxus, den sich scheinbar nur leisten kann, wer vorher hart dafür gearbeitet hat. Und so mancher ist zum "Nichtstun" schon gar nicht mehr in der Lage. Dabei brauchen Körper und Seele diese Mußestunden, die Raum für kreative Ideen ebenso wie zum Auftanken lassen.

Umso lobenswerter ist es, dass sich aktuell am Elisabeth- Gymnasium Eisenach ein Projekt den Themen Muße und Zeit widmet. Unter Leitung der Schauspielerin und Regisseurin Beate Göbel nehmen Schüler und Lehrer der 9. bis 11. Klassen in den nächsten Monaten an einem umfangreichen Workshop-Programm teil. Die Teilnehmer sollen lernen, künftig bewusster mit ihrer Lebens-Zeit umzugehen. Gemeinsam mit der Fachlehrerin für Darstellendes Spiel und Projektautorin Beate Göbel untersuchen die Schüler beispielsweise Zeitordnungen im öffentlichen Stadtraum von Eisenach und erarbeiten dazu kleine Theater-Performances.

Mit den Schülern des Fachbereichs Kunst entwickelt das Architekturbüro Sauerbier aus Eisenach einen "Container für die Muße". Und die Schüler aus dem Fachbereich Musik komponieren gemeinsam mit einem Musiker und der Projektautorin "Klänge für langes Verweilen". Als verbindendes Element und Ausgangsbasis aller Workshops findet einmal monatlich ein Achtsamkeitstraining statt. Dabei wird das unmittelbare Erleben des Augenblicks geübt. Ganz Absichtslos.

INFORMATIONEN
• Das Projekt "Absichtslos gucken" wird gefördert von der
ÜBER LEBENSKUNST.Schule, eine Kooperation der Kulturstiftung des Bundes, der FU Berlin und Haus der Kulturen der Welt
• Projektpartner vor Ort: Stadt Eisenach, Theater am Markt, Kunstverein Eisenach

Beitrag von Sandra Blume
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