Spechtsuche per GPS

Bouba Hotta ist eigentlich in Kamerun zu Hause. Doch jetzt arbeitet er für 4 Monate im Nationalpark Hainich.

Ranger aus Westafrika ist für vier Monate im Nationalpark Hainich unterwegs


Von Wolfgang Rewicki

NATIONALPARK HAINICH. Der letzte Schnee knirscht unter den Stiefeln der drei Ranger im Nationalpark Hainich. Sie wollen GPS-Vermessungspunkte auffinden. Helmut Jäger und Hubert Betzold werden dabei von Bouba Hotta begleitet, den der Winterwald der vergangenen Wochen faszinierte. Auch die Temperaturen unter dem Gefrierpunkt sind eine ganz neue Erfahrung für jemanden dessen Heimat unweit des Äquators liegt.

Der afrikanische Förster kommt aus Kamerun, wo es insgesamt 15 Nationalparks gibt. Selbst der kleinste ist mit 170 000 Hektar Fläche 23 mal so groß wie der Nationalpark Hainich. Bouba Hotta kennt also ganz andere Dimensionen und hat zu Hause auch mit anderen Problemen zu kämpfen als die Thüringer. So wurden beispielsweise Anfang 2012 im Bouba-Ndjida-Nationalpark etwa 400 Elefanten wegen ihrer Stoßzähne getötet. Von diesen kriminellen Schandtaten - die Liste ließe sich ohne Mühe fortsetzen - erzählt Bouba Hotta, wenn er über Naturschutz in seiner Heimat spricht.

Derzeit ist der 35-jährige Forstingenieur für vier Monate im Nationalpark Hainich und absolviert ein Praktikum. Er soll die Ziele eines Nationalparks in Deutschland sowie die Aufgaben und Arbeitsabläufe in der Nationalparkverwaltung kennenlernen. Dazu gehört auch die Suche nach GPS-Vermessungspunkten. Damit wird eine Spechtkartierung vorbereitet - eine Vogelzählung, die im März beginnen soll.

In seiner Heimat arbeitet Bouba Hotta als Lehrkraft an einer Bildungseinrichtung des Forstministeriums, wo er unter anderem Ranger für die Nationalparks in Kamerun und anderen afrikanischen Staaten ausbildet. Er lehrt Vegetationsökologie, Waldinventur sowie Habitat- und Weidemanagement. Den Blick über den Tellerand nach Deutschland findet er wichtig: "Hier lerne und erprobe ich im Kleinen, was bei uns in Afrika in größeren Dimensionen stattfinden soll." Mit seinen deutschen Kollegen kann sich Bouba Hotta dazu, dank eines Sprach-Crashkurses, problemlos verständigen. Wie die Kommunikation mit Buntspecht und Co verlaufen wird, bleibt abzuwarten.
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