Zwei Eisenacher in den Anden

Konstanze Viez und Harald Bittdorf besuchten auch den argentinischen Nationalpark „Bahia Lapataia“. (Foto: Harald Bittdorf)
EISENACH. Sie sind keine Rocker, sondern begeisterte Motorradfahrer, und Konstanze Viez ist es noch gar nicht so lange, denn die Jahre, seit ihr Lebensgefährte, der selbständige Fahrlehrer Harald Bittdorf, ihr die Freude an dieser Fortbewegungsart vermittelte, lassen sich noch an einer Hand abzählen. Umso erstaunlicher ist ihr Projekt, das sie über mehrere Monate und viele tausend Kilometer auf zwei Honda-Motorrädern - eine Africa Twin und eine Trans Alp, eine in dortigen Breiten ungewohnte Größenordnung mit eigenem Schauwert - kreuz und quer durch Südamerika führte. Alles beginnt mit einer guten Vorbereitung in allen technischen und organisatorischen Facetten. Die Planung der Route und der Überblick über die angedachten Länder samt der erforderlichen Kenntnisse des Spanischen, die notwendigen technischen Voraussetzungen an den Maschinen und Beschaffung wichtiger Ersatzteile - und eine ganz wichtige "Kleinigkeit": Konstanze, pharmazeutisch- technische Assistentin in der Eisenacher Ratsapotheke, bekam von ihrem Chef die Wiedereinstellung nach der Auszeit (mit Jahres- und eventuellem Resturlaub ist es schließlich nicht getan) zugesagt. Mitte Dezember 2010 begann die große Reise, Konstanze Viez und Harald Bittdorf ließen sich mit ihren Motorrädern vom Frachtschiff "Grande Amburgo" nach dem argentinischen Buenos Aires schippern. Und von dort … nun ja, die beiden haben das alles in einem ausführlichen Bericht beschrieben und zahllose Fotos mitgebracht, man bekommt somit einen Eindruck vom entlegenen Süden und atemberaubenden Hochgebirgen, von Einöde und quirligen Städten, von trolligen Pinguinen und dem prächtigen Tukan. Sie haben Feste erlebt und so manche Straßensperre, wo die Reisenden abkassiert werden, Tumulte und Gastfreundschaft. Sie haben die Inka-Stadt Machu Picchu gesehen und das von Deutschen gegründete brasilianische Blumenau. Ob in Nationalparks, an grandiosen Wasserfällen oder auf der scheinbar endlosen "Ruta 3", der Nationalstraße in den äußersten Süden, die Perspektiven waren immer wieder atemberaubend. Es gab kleine Schmunzelgeschichten wie die folgende: Das Tandem wollte das Hochtal der Anden aufsuchen, wo zu einer bestimmten Morgenstunde die Kondore aufsteigen; die Tickets für den Aussichtspunkt waren schon erworben. Auf der Gebirgsstraße streikte Harald Bittdorfs Motorrad; irgendwas mit der Zündung, jedenfalls brauchte er nach der Schnellreparatur die zweite Maschine als Starthilfe. Konstanze Viez wollte sich die majestätischen Vögel nicht entgehen lassen und setzte den Aufstieg in voller Montur zu Fuß fort. Aber nach jeder Wegbiegung folgte die nächste, es war eine Tortur, und als sie am Eingang stand und nach dem Ticket suchte … Viele solche Geschichten gibt es zu erzählen, und auch wenn inzwischen wieder der Alltag regiert - sollte sich ein Verlag interessieren, dann steht einer ausgiebigen Nach- bereitung nichts im Wege
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