15 Jahre auf dem Weg zum „Urwald mitten in Deutschland“

Auch 2012 wieder ein Jahr voller Höhepunkte im Nationalpark Hainich

EISENACH. Zum Jahresende wurde der Nationalpark Hainich 15 Jahre alt. Damit ist er noch im jugendlichen Alter, obwohl er in dieser Zeit schon einiges erlebt hat! Auch das vergangene Jahr war wieder ein Jahr voller Höhepunkte. Dabei spielte das Thema „Welterbe“ seit der Einschreibung 2011 eine große Rolle und wird dies sicher auch zukünftig tun.

Im März konnte ein weiteres attraktives Ausflugsziel in der Hainichregion eröffnet werden. Ministerpräsidentin Lieberknecht kam zusammen mit vielen Gästen in das Wildkatzendorf Hütscheroda, wo sich in einem naturnah gestalteten Gehege insgesamt vier Wildkatzen tummeln. Mehr als 25.000 Besucher zählte die Anlage, zu der auch eine Infoeinrichtung, der Wildkatzenpfad sowie der Aussichtsturm Hainichblick gehören, im Laufe des Jahres.

Ein weiterer Höhepunkt war sicherlich das bundesweite Juniorrangertreffen im Juni auf dem Harsberg. Rund 300 Kinder und Jugendliche aus ganz Deutschland waren zusammen mit ihren 100 Betreuern mehrere Tage im Hainich, wo die Mitarbeiter des Nationalparks zusammen mit dem Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal ein interessantes Programm entwickelt hatten.

Am 1. Jahrestag der Einschreibung in die Welterbeliste wurde dieses Ereignis gebührend gewürdigt. Mit der Wartburg war dazu der passende Rahmen gegeben, wo Ministerpräsidentin Lieberknecht ihren Stolz auf das Erreichte ausdrückte. Die Festrede hielt Alt-Ministerpräsident Bernhard Vogel mit dem bezeichnenden Titel „Vom militärischen Übungsplatz zum Welterbe – eine erstaunliche Entwicklung“.

Das Thema Welterbe kam in vielen Beiträgen in den Medien zur Sprache. Entsprechende Hinweisschilder finden sich jetzt an der Autobahn und an den Straßen, weitere Schilder werden 2013 folgen. Die geplante enge Zusammenarbeit der Welterbestätten Wartburg und Hainich bescherte der Region, die sich zur Welterberegion entwickeln soll, 750.000 Euro im Rahmen eines vom Thüringer Wirtschaftsministerium ausgeschriebenen Wettbewerbs.

Ende Juni konnte Umweltminister Reinholz am Baumkronenpfad den 1,5 millionsten Besucher begrüßen, eine Frau aus Schleswig-Holstein, die mit ihrer Familie Urlaub in der Region machte. Auch wenn die Gesamtzahlen 2012 (ca. 210.000 am Baumkronenpfad) nicht an das Spitzenergebnis von 2011 (250.000) herankamen, so ist doch der Baumkronenpfad eine beeindruckende Erfolgsgeschichte. Insgesamt besuchten 2012
365.000 Menschen den Nationalpark, der dritthöchste Wert seit der Gründung.

Ein neues Faltblatt „Entdecken“, Sonderausstellungen zum Welterbe und zu Libellen im Nationalparkzentrum, ein parlamentarischer Abend in Berlin mit dem Hainich im Mittelpunkt und eine Fortbildungsfahrt für die Nationalparkführer in die Urwälder der Karpaten waren einige weitere Höhepunkte.

Gleich zu Jahresanfang 2012 wurde ein Forschungsband über Käfer vorgestellt. In Kürze wird der nächste Band fertig, der die Entwicklung des Nationalparks hin zum „Urwald mitten in Deutschland“ zum Inhalt hat. Auch wenn dies noch ein langer Weg ist, so haben die ersten 15 Jahre gezeigt, dass – in jeglicher Hinsicht - die Richtung stimmt und der Nationalpark Hainich zum Aushängeschild nicht nur für die Region, sondern für ganz Thüringen geworden ist.

„Nicht nur die Jahresbilanz 2012 ist sehr erfreulich, sondern die Gesamtentwicklung des Nationalparks und der Region“, so Manfred Großmann, Nationalparkleiter und seit Anfang an im Nationalpark tätig. Und weiter „Ehemaliges militärisches Übungsgelände, ohne touristische Infrastruktur, eine selbst in Thüringen unbekannte Waldlandschaft – das waren 1998 die Startbedingungen für den Nationalpark. Heute hat das Gebiet das Prädikat „UNESCO-Welterbe“, eine ausgezeichnete Wanderinfrastruktur, bietet mit dem Baumkronenpfad eine ganz besondere Attraktion und hat mit 3,2 Millionen Besuchern seit 1998 zur ökonomischen Belebung der Region beigetragen. Ein Gutachten hat hier rund 200 Arbeitsplätze ermittelt, die durch den Nationalpark-Tourismus entstanden sind.“

2013 und die Folgejahre soll dieser erfolgreiche Prozess zusammen mit den Partnern in der Region, v.a. der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft „Hainich-Werratal“, dem Tourismusverband „Hainichland“ und der Wartburg, fortgesetzt werden. Konkret geht es dabei u.a. um die stärkere Vermittlung des Themas „Welterbe“ sowie um die Umsetzung des Tourismusbudgets mit dem Ziel der Entwicklung einer Welterberegion.
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