Offener Brief an die Gemeindeverwaltung Gerstungen

Gerstungen hat ein anderes, viel besseres Gesicht, als das, was NPD-Chef Wieschke & seine Kompagnons aus dem Führungskreis der Gerstungener Bürgerwehr seit Monaten vermitteln.

Sie – o. g. Protagonisten – äußern immer wieder – selbst nach aufgeklärten Einbrüchen, dass Exekutive und Gemeinde nicht mehr für die öffentliche Sicherheit sorgen könnten. Sie beziehen sich auf die Kriminalitätsdelikte vergangener Monate – sie meinen aber in der Tat die Ausländer. Die fremden Asylanten sind ihr Problem!

Rechte Führer bedienen sich dabei fahrlässig der Angst von Kriminalitätsopfern. Sie benutzen auch das Befinden von Mitmenschen, die satt sind und einfach Angst haben, etwas abgeben zu müssen. Sie spornen Diejenigen an, denén es wirtschaftlich nicht so gut geht, Fremde für ihre Misere büßen zu lassen. Und, sie missachten, dass gerade ältere Mitmenschen unter uns das Thema Vertreibung und Flucht aus eigenem Erleben noch zu gut kennen. Alles reduzieren sie auf das Problem der Flüchtlinge.

Mittlerweile vermitteln sie dieses Bild schön liberal in den Medien in ganz Deutschland und darüber hinaus. Zeitungs- und TV-Redakteure stehen bei Ihnen wegen der Medienwirksamkeit Schlange. Sie fördern verdeckt eine Selbstjustiz – besorgte Bürger müssten sich wehren. Insgeheim berufen sie sich auf Versäumnisse des Staates. Das bildet ihr ideologisches Futter und Vorwand, um den braunen Mob nach und nach mit besorgten Bürgern aufzufüllen.

Herr Bürgermeister, Sie wissen es zu gut. Gerstungen hat ein viel besseres Bild verdient – zu viel haben regionale Industrie, die Gemeinde, viele Vereine, die Menschen und auch Sie persönlich in den vergangenen Jahrzehnten hier geschaffen – und das seit 20 Jahren mit Asylbewerbern als Nachbarn.

Wieschke & Co. und ein halbes Dutzend mit Rechtsdrall geleitete Bürgerwehr-Anführer haben es geschafft, diese positiven Ergebnisse Gerstungens absolut in den Hintergrund zu rücken. Die GEFAHR durch Asylbewerber ist zur Zeit das Primat im öffentlichen Bewusstsein der Region – und das ohne nachweisliche Trends und ohne eine fundamentale Basis an vernunftbegabten Argumenten.

Auf wessen Mist ist eigentlich die Idee der Bürgerwehr gewachsen? Nun, da ein Abweichen vom ursprünglichen Ziel – dem Schutz der Bürger vor Delikten – zu beobachten ist in Richtung fremdenfeindlicher Aktionen und Hasspropaganda gegen Asylbewerber – hinterfragen sich jetzt auch die besorgten Bürger?

Die rechten Anführer haben es jedenfalls geschafft! Genug haben sie es und ihre Rolle in Medien-Berichten propagiert. Genug konnten sie sich demagogisch als Freund und Retter in den Fordergrund schieben. Genug haben sie an Hass gestreut. Genug hat die Gemeinde zugeschaut. Es ist genug! Notwendige Korrekturen und ein Beziehen konstruktiver Position durch die Gemeindeverwaltung wird bisher nicht deutlich.

Trotzdem – genügend Bürger Gerstungens bekennen sich immer mehr auf verschiedensten Foren und Demonstrationen gegen Fremdenfeindlichkeit, Ausländerhass und neu-rechte, radikale Tendenzen. Es gibt sie – die unbesorgten Bürger – unbesorgt bezüglich ihrer eigenen Menschlichkeit. Sie sind aber entsetzt ob des braunen HASS, der so massiv überall von den rechten Führern und Gefolgsleuten ungesühnt vom Stapel gelassen wird.

Für diese Menschen ist es leider keine Selbstverständlichkeit mehr, sich in einer von neu-rechten Führern organisierten Umgebung der Angst zu bekennen. Mehrfach bereits stellte ich fest, dass bei Mitbürgern schon eine tiefe Angst vor einem aufsteigenden, rechten Mob dominiert. Diese Angst hält sie mehr und mehr vom Handeln und Positionieren ab.

Mein Gott – Leute … – wo sind wir wieder angekommen? Wo sind alle Glaubenssätze geblieben? Wo ist der Spruch über der Kirche, wie in Eisenberg: „Nächstenliebe verlangt Klarheit„? Wo sind die Taten gegen Menschenfeindlichkeit?

Ich hoffe, unser Bürgermeister geht voran in dieser Zeit und macht eine klare Ansage: „Keine Macht dem rechten Gedankengut – keine Toleranz für Angriffe auf Menschen, die vor Armut, Krieg und Terror fliehen – härteste, zeitnahe Bestrafung von rechten Tätern und Hasspredigern auch für jeden braunen Pfortz, den sie nur irgendwo von sich lassen – Maßnahmen für eine neue, praxiswirksame Integrationspolitik auch im Kleinen und in diesem Ort – Schluss mit der Isolation der Asylbewerber da Oben.“

Andernorts in der Welt leben und arbeiten Menschen aus allen Herren Ländern unterschiedlichster Nationalität, Herkunft, Religion nutzbringend und mit Spaß zusammen – bestes Beispiel das Silicon Valley um San Francisco mit all seinen Technologie-Trendsettern. Ich habe es zur Genüge selbst erlebt. Warum soll das nicht auch bei uns möglich sein?

Diese Asylbewerber sind keine Steinzeitmenschen mehr, sondern Menschen mit Würde, Werten, Kultur, Glaube und zumeist auch guten Qualifikationen und Fähigkeiten. Sie sind Menschen, die angekommen sind bei uns – oft nach schlimmsten, traumatischen Erfahrungen – sie glauben an uns. Sie sind bis zum Bersten gefüllt mit schlimmsten Erfahrungen, die sie zwangen, ihre Heimat zu verlassen. Die Hälfte von ihnen – Freunde, Angehörige, Kinder – blieben vielleicht auf der Strecke.

Gerstungener und Thüringer Obere – als Einwohner fordere ich eine neue, vernünftige Integrations- und nicht Isolations-Politik.

Verdammt nochmal – sagt es allen Menschen auch in Gerstungen und Thüringen: „Pflegt euren Nationalstolz, aber legt diese unheilvolle Dominanz im Bewusstsein ab. NUR wir gemeinsam sind Eins – nur gemeinsam bewältigen wir diese Welt – niemand soll hier Unterdrückung und Menschenfeindlichkeit erfahren – als Menschen, gemeinsam haben wir eine Chance – Zuwanderung ist gerade für Deutschland eine Chance – WELCOME!“

Wenn Jemand meint, diese Gemeinsamkeit – das wären Träume und Schäume, sollte er mal in die Welt hinausgehen und die Augen öffnen – z.B. auf das, was da im fernen Asien, z. B. in China, Malaysia und Südkorea fast unglaublich schnell abgeht unter gemeinschaftlicher Leistung unterschiedlichster Menschen.

Möchten sich aufgeplusterte, braune Säcke absolut nicht bekehren lassen, müssen sie ihren braunen Wahnsinn weiterbetreiben, wollen sie kein Deutsch auf Menschlich verstehen, dann haben sie in Deutschland keinen Platz mehr oder höchstens noch in einer Zelle!

Ich bitte um Entschuldigung für den Sprachgebrauch gegenüber dem braunen Unheil, aber neu-rechte Prediger haben Null Respekt vor Menschlichkeit. Sie verdienen keine anderen Vokabeln. Sie sind nur zu entlarven.

Sollte Deutschland und Europa sich hinten anstellen auf der Welt, nur weil das Land und der Kontinent durch eine unheilvolle braune Suppe gelähmt werden – wie schon einmal? Bald finden sie – die neu-rechten Nazis – ihre Geldgeber. Dann ist es zu spät.

Herr Bürgermeister – es beginnt im Kleinen hier in Gerstungen – bitte sagen Sie es Allen … Sie, wir und alle friedliebenden Menschen wollen nicht diese Schutzstaffeln!

Wolfgang Kiesling - Gerstungen
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