Tatort Hainich

Dieter Drieseberg
 
Astrid Goebel
Von Wolfgang Rewicki

Das war am 6. März die Top- Meldung beim MDR: 2013 wird voraussichtlich der erste Tatort aus Thüringen gesendet. Wo die Ermittler dann ihren Dienstsitz haben, ist zurzeit noch offen. Weimar war immerhin schon mal einen Versuch wert. Eisenach wird es wohl nicht werden können. Kleist sei Dank. Vielleicht Gotha, die adelige und Trachten- Hauptstadt? Ermittler aber tragen Zivil.

Wie wäre es mit dem Tatort Hainich? Dort trafen sich - auch am 6. März - auf der Thiemsburg unweit des Baumkronenpfades Dieter Dörbaum und Bernhard Schönau, die Bürgermeister von Mühlhausen und Bad Langensalza, die Landtagsabgeordnete Anette Lehmann, Landrat Reinhard Krebs aus dem benachbarten Wartburgkreis und Jürgen Ziegenfuß, der demnächst im Unstrut-Hainich-Kreis Nachfolger von Landrat Zanker werden möchte.

Im Städtdreieck Mühlhausen, Bad Langensalza und Eisenach tut sich also auf jeden Fall wieder mal was. Die weitere und noch bessere touristische Vermarktung der Werra-Hainich-Region stand auf der Tagesordnung. Eben die soll künftig in noch stärkerem Maße als bisher landkreisübergreifend geschehen. "Was am Rennsteig geht, geht auch am Rennstieg", ist sich Landrat Krebs sicher.

Gemeinsam wollen die Akteure nun eine Plattform schaffen, ein Sprachrohr sein, um sich bei der Landesregierung besser Gehör verschaffen zu können. Zum Beispiel wenn es um ihre Forderung geht, das Landesstraßennetz im Städtedreieck Eisenach- Mühlhausen-Bad Langensalza besser auszubauen. Und den öffentlichen Nahverkehr zu befördern - auch in Hinsicht auf den Fahrrad-Tourismus, den es noch stärker zu entwickeln gilt. Bei alledem sollen vorhandene Strukturen und Einrichtungen besser vernetzt werden, auch um Synergieeffekte auszuschöpfen.

Was aber sagen jene, die am Hainich wohnen, dort arbeiten oder dort Urlaub machen? Einige haben Auskunft gegeben. So Astrid Goebel, die Sicherheitsfachfrau aus Wiesbaden: "Ich mache hier in Bad Langensalza ein paar Tage Urlaub und habe freilich auch den Baumkronenpfad besucht. Das kann ich nur jedem empfehlen." Auch der Tischler Dieter Drieseberg freut sich über die gute Entwicklung in der Region: "Es gibt hier in Craula viele Ferienwohnungen. Da bin ich als Handwerker gut beschäftigt." Andreas Heymann, Küchenchef auf der Thiemsburg, deren einziger Bewohner und weitgereister Koch weiß: "Wir haben auch in diesem Jahr schon wieder jede Menge Anfragen. Auch aus dem Ausland. Gerade nach der Verleihung des Welterbetitels für den Nationalpark hat es mächtig geruckt." Das kann Hans Heß, der seit sieben Jahren als Nationalpark-Ranger tätig ist, nur bestätigen.

Ein weiterer Höhepunkt bahnt sich im nahen Hütscheroda an. Am 16. März kommen die ersten (halb-)wilden Wildkatzen ins Gehege, und am 27. März wird das "Wildkatzendorf" offiziell eröffnet. So gesehen können sich die Lokalpolitiker darauf verlassen, dass die vorhandenen Strukturen gut funktionieren. Jetzt müssen sie sich also nur noch darum kümmern, dass für weitere Vorhaben auch genügend Geld in die Region fließt. Und man müsse, so Schönau, "auch immer wieder Medienaufmerksamkeit provozieren". Womit wir wieder beim Tatort Hainich wären. Vielleicht klappt es ja.
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Tobias Schindegger aus Gotha | 16.03.2012 | 10:45  
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