VERROHUNG MITTEN UNTER UNS

Was ein Interview über Courage aufzeigt

Bertolt Brecht stellte 1939 die Frage nach Moral und Menschlichkeit in Zeiten großer Not. In seinem Drama "Mutter Courage und ihre Kinder" müssen (?) die Akteure der Geschichte mit den Folgen von alltäglichem Zynismus und Unmenschlichkeit leben.

Ich frage mich im Kontext mit den jüngsten Ereignissen in Sachsen - u.a. in Clausnitz und Bautzen:

"Wie groß ist HEUTE die Not der Deutschen?"

Ja - Not gibt es an vielen Ecken und Enden der Gesellschaft. Es gibt viel Handlungsbedarf - nehmen wir nur die Themen Altersarmut, Schulsystem oder das Leid von Kranken. Wie sieht es woanders auf der Welt aus? Ist Deutschland ein Paradies losgelöst vom zumeist unendlich viel schlimmeren Leid im Rest der Welt?

Wo die Verrohung des Menschen keine kritische Herangehensweise findet, muss jeder Einzelne mit den Folgen leben, die sich auch für dieses Land ergeben würden. Muss nicht auch jeder Einzelne sich fragen, welche Rolle er in einer Zeit spielt, die zunehmend von Hass und Gewalt geprägt ist?

Reicht es, sich nur fernzuhalten von menschenverachtenden Zynikern?

Schwere Schicksale der kleinen Leuten haben aber auch die zu verantworten, die in Parlamenten auf der ganzen Linie bei der Abwehr eines ausufernden Rechtsextremismus versagen, wie ein Ministerpräsident Stanislaw Tillich in Sachsen.

Sie versagen eben DARUM, weil sie nicht in der Lage sind, POSITION gegen Rechts zu beziehen.

Damit geben sie den Neu-Rechten einen gewaltigen Vorschub. Das geschieht in einer Zeit, in der Deutschland Schritt für Schritt Weimarer Verhältnisse entgegen steuert. Setzen Pogrome erste Zeichen für kommendes massenhaftes Unheil?

Die Verantwortlichen in den Parlamenten und Kommunen versagen, weil sie nicht in der Lage sind, einen Strich zu ziehen vor den Neu-Rechten und ihnen zu sagen - "hier endet eure Fahrt, ab in den Kahn ihr völkischen Herrschaften" - weil sie nicht in der Lage sind, Ursachen gesellschaftlicher Konflikte, von Kriegen, Massenflucht und Elend BEIM NAMEN ZU NENNEN und ZU BEGEGNEN - weil sie nicht in der Lage sind, Neu-Rechten, ihren Auslegern in Bürgerwehren und ihren rechtsterroristischen Äußerungen (wie u.a. in Clausnitz und Bautzen) zu begegnen.

Wir erleben das jeden Tag im Großen, wie im Kleinen. Nehmen wir da nur so manchen Bundespolitiker oder auch Bürgermeister auf dem Lande oder auch religiösen Würdenträger. Ja müssen sie sich - wie einst Mutter Courage - nicht auch damit auseinandersetzen, doch Position zu beziehen - bevor es zu spät ist?

Ein Interview am heutigen Tag vom ZDF-Moderator Claus Kleber mit Sachsen Ministerpräsident Stanislaw Tillich entlarvt das Problem in deutlicher Form.

Verrohung - mitten unter uns in Deutschland.

Sind die Parlamentsführer schon nackt unter Wölfen? Oder wollen sie nicht anders? „Wenn wir nicht aufpassen, wachen wir morgen im 4. Reich auf“, sprach treffend Sebastian Christ (23.02.2016 – Huff-Post).

Hier das Interview auf dem Online-Magazin Meedia.de: → "Sachsen-Schande: So entlarvte ..."

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