Wartburgpreis 2011 für Volkhard Knigge

Kultusminister Matschie (l.) überreichte Volkhard Knigge den Wartburgpreis.
Von Werner Kaiser EISENACH. "Für den Wartburg-Preis kann kein geeigneterer Träger gefunden werden!" So das Fazit von Stéphane Hessel in seiner Laudatio für Prof. Dr. Volkhard Knigge, dem die Auszeichnung für Verdienste um die europäische Einigung in diesem Jahr verliehen wurde. Der Leiter der Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau- Dora trage mit seiner Arbeit wesentlich dazu bei, dass diese Einrichtungen den europäischen Gedanken auf eine wirkungsvolle und lebendige Weise vor allem an junge Menschen heran trage. Hessel, 1917 in Berlin geboren, mit den Eltern nach Stiftungsratsvorsitzender Christoph Matschie und Burghauptmann Günter Schuchardt nahmen die Auszeichnung von Volkhard Knigge (v.r.) vor. Fotos (2): Kaiser Frankreich emigriert, dort als Mitglied der Resistance verraten und in Buchenwald inhaftiert, hat nach Kriegsende für Frankreich an der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte mitgearbeitet und jüngst mit seinem Buch "Empört euch!" auf sich aufmerksam gemacht. Einleitend hatte Burghauptmann Dr. Günter Schuchardt in einer langen Liste von Ehrengästen mit dem Belgier Albert van Hoey und dem Deutschen Günther Rudolph auch zwei ehemalige Inhaftierte des KZ Buchenwald und des sowjetischen Speziallagers 2 begrüßt. Er unterstrich die europäische Bedeutung der Wartburg, nicht zuletzt wegen des Wirkens der Elisabeth von Thüringen und Martin Luthers. Christoph Matschie, als Thüringer Kultusminister auch Vorsitzender des Stiftungsrates der Wartburg- Stiftung, hob die Rolle der Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora hervor, weil hier Menschen und insbesondere Jugendliche zusammenkommen, um Europa zu gestalten. An das von Matschie zitierte Wort des spanischen Schriftstellers Jorge Semprún, er habe "in Buchenwald gelernt, Europäer zu sein", knüpfte auch Preisträger Volkhard Knigge an, der zugleich warnte, das Konzentrationslager zu idealisieren - es sei vielmehr eine "wüste Schule" gewesen. Knigge ging auch auf aktuelle Gefahren für Europa und die Demokratie ein, wie sie etwa vom italienischen Premier Berlusconi und von der autoritären Politik der Regierung Orban in Ungarn ausgehen. Stéphane Hessel widmete er Worte voller Hochachtung und eine (tatsächlich ausgeführte) Verneigung, äußerte aber auch seine Wertschätzung für Prinz Michael von Sachsen- Weimar-Eisenach und seine Unterstützung der Gedenkstättenarbeit, die bei einem Vertreter seiner Gesellschaftsschicht nicht selbstverständlich sei. Er wünsche sich, so Knigge abschließend, viele solche "fliegenden Klassenzimmer" wie die Wartburg.
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