Brandmeldeanlagen retten Leben

Brandoberinspektor Jens Claus überprüft die Brandmeldeanlage im Eisenacher Rathaus. (Foto: c/o Stadtverwaltung Eisenach)
EISENACH. 104 Mal haben Brandmeldeanlagen (BMA) im vergangenen Jahr in Eisenach Alarm ausgelöst. Und jedes Mal sind daraufhin Beamte der Eisenacher Berufsfeuerwehr ausgerückt. Mit dem Löschfahrzeug und der Drehleiter sind sie im Einsatz, denn die Beamten müssen bei jedem eingehenden Alarm mit einem Brand rechnen. „Erst einmal kommen und schauen, das gibt es bei uns nicht“, sagt Brandoberinspektor Jens Claus, der für die Einsatzplanung zuständig ist. Denn Zeit ist wertvoll. Jede Brandmeldeanlage – 135 Stück liegen im Ausrückebereich der Eisenacher Berufsfeuerwehr – müssen die Beamten innerhalb von zehn Minuten erreichen. Brennt es tatsächlich einmal, so reichen für den Menschen bereits 13 Minuten im Brandrauch, um gesundheitliche Folgeschäden zu erleiden. Nach 17 Minuten kann es sogar tödlich ausgehen.

„Je früher ein Brandherd entdeckt, lokalisiert und eingegrenzt wird, desto schneller und effektiver kann die Feuerwehr den Brand bekämpfen und mögliche Schäden an Menschen und Gütern minimieren“, sagt Claus. Nicht ohne Grund sind die BMA unter anderem in Industrie- und Gewerbebetrieben, Läden, Versammlungsstätten, Hotels oder Krankenhäusern vorgeschrieben. Auch Gebäude, die historisch wertvoll sind oder Kulturgüter beherbergen (Stadtschloss, Predigerkirche), sind damit ausgestattet.

Wird der Alarm ausgelöst, wird nicht nur die Zentrale Leitstelle und damit die Berufsfeuerwehr automatisch verständigt (dort laufen sämtliche BMA zusammen), sondern es ertönt innerhalb des Gebäudes ein akustisches Signal, das zur Räumung auffordert. Kommen die Beamten dann am Einsatzort an, laufen eine Vielzahl an Maßnahmen parallel – unter anderem die Lageerkundung (sind Menschen in Gefahr, wo brennt es, was brennt). Das Feuerwehrbedienfeld der BMA hilft dem Einsatzleiter dabei weiter. Dort wird angezeigt, in welchem Gebäudeteil der vermutliche Brand ist oder welche automatisch ausgelösten Löschanlagen bereits arbeiten. Zusätzlich sind in jedem Gebäude mit einer BMA auch so genannte Laufkarten vorhanden. Das sind Pläne der jeweiligen Geschosse mit Markierungen von zum Beispiel Rauchmeldern und weiteren Informationen, die die Einsatzkräfte benötigen. Weitere Informationen enthalten die Feuerwehrpläne der Gebäude.

Sollte sich eine Brandmeldung einmal nicht bestätigen (zum Beispiel durch Staub- oder Wärmeentwicklung durch nicht angemeldete Wartungsarbeiten) wird der Einsatz abgebrochen und die Ursache für den Fehlalarm gesucht. „Die Feuerwehr rechnet zunächst immer mit einem Brand und ist auf die Rettung von Personen vorbereitet“, so Claus. Und das solange, bis für den Einsatzleiter hundertprozentig Klarheit herrscht, dass keine Gefahr besteht.
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