Dickköpfe im Hainich: Bald kann sich jeder in Hütscheroda Wildkatzen ganz aus der Nähe ansehen

Wildkater Toco genießt die Frühlingssonne im Hainich. (Foto: Klaus Fink)
Von Klaus Fink

HÜTSCHERODA. Die ersten Wildkatzen, vier Kater (fachsprachlich "Kuder"), bezogen am 10. März nach stressfreiem Transport ihr neues, naturnah ausstaffiertes Quartier in Hütscheroda. Es handelt sich dabei um zwei Brüderpaare. Die Zweijährigen stammen aus dem Wildgehege Goldau in der Schweiz und ein einjähriges Paar kommt aus dem Wildpark Antholter Schweiz im nordrhein-westfälischen Isselburg. Am vergangenen Freitag wurden die vier erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

Aber warum nur Kuder und keine weiblichen Katzen? Dr. Vogel, Landesgeschäftsführer des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND), in dessen Regie das Biotopverbundprojekt "Rettungsnetz Wildkatze" läuft, antwortet, vor Ort keine Zucht betreiben zu wollen. Das Gehege diene dazu, den Besuchern das scheue Symboltier des Nationalparks Hainich nahe zu bringen. Denn die Akzeptanz für das Weltnaturerbe Hainich und dessen geschützte Arten ist umso größer, je besser die Bevölkerung darüber informiert ist. "In freier Natur bekäme "Otto Normalmensch" vermutlich nie eine Wildkatze zu Gesicht. "Hier am Gehege haben die Besucher dagegen beste Chancen, die Mäusejäger hautnah, wenn auch nicht zum Anfassen, als Attraktion zu erleben und vieles über ihre Lebensweise zu erfahren", so Vogel.

Claudia Wilhelm, Försterin und Umweltbildnerin, verweist darauf, dass statistisch gesehen jeder Förster nur zweimal in zehn Jahren eine Wildkatze in freier Wildbahn kurz zu sehen bekomme, und dann gewiss nicht in der Pracht, wie sich "Toco" zum Termin präsentierte. Und BUNDWildkatzenprojektleiter Thomas Mölich weiß, dass "Wildkatzen mit etwa drei Jahren ausgewachsen sind". Die Kuder bekommen nach etwa fünf bis sechs Jahren noch "dickere Köpfe". Der BUND geht von einer Population von etwa 50 Katzen im Hainich aus, doch einheimische Förster wissen indes auch, dass die Wildkatze in Thüringen zwar nach wie vor sehr selten ist, aber auch im Thüringer Wald vorkomme, im Eichsfeld und im Harz sowieso.

Die offizielle Einweihung von Gehege und Wildkatzenscheune ist am 27. März um 14 Uhr.

SPENDE
1.000 Euro spendete die Firma Town & Country Haus der Wildtierland Hainich gGmbH. Das Geld ist für Futter in Form von Zwerg- und Hausmäusen sowie Tierarztkosten für den jungen Wildkater "Toco" vorgesehen. Für ihn übernahm Town& Country-Geschäftsführerin Gabriele Dawo für ein Jahr die Patenschaft. Nun gilt es, auch für die anderen drei jungen Kater baldigst noch naturverbundene Paten zu finden.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige