Keine Verbrennung von Baum- und Strauchschnitt

Bisher konnten in Thüringen Landkreise und kreisfreien Städte durch Allgemeinverfügung Zeiträume festlegen, in denen Baum- und Strauchschnitt verbrannt werden durfte. Im Wartburgkreis gab es im Frühjahr und im Herbst einen Monat, in dem im Außenbereich unter Einhaltung bestimmter Voraussetzungen die Verbrennung möglich war. Grundlage hierfür bildete die Thüringer Pflanzenabfallverordnung (ThürPflanzAbfV). Trotz erheblicher Widerstände seitens der Bürger, der Gemeinden, der Naturschutzverbände und der Landkreise wurde die Pflanzenabfallverordnung von der Landesregierung geändert und die Möglichkeit für die Landkreise, Brennzeiträume festzulegen, gestrichen.

Aus den genannten Gründen weist das Umweltamt des Wartburgkreises darauf hin, dass die ausnahmsweise Verbrennung von Baum -und Strauchschnitt ab diesem Jahr nicht mehr erlaubt ist.

Pflanzliche Abfälle sind somit nur noch auf dem eigenen Grundstück zu verwerten oder dem öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger anzudienen. Folgende Verwertungsmöglichkeiten sind für private Haushalte, teilweise kostenpflichtig, zulässig:

• Liegenlassen, Untergraben, Häckseln, Schreddern, Kompostieren oder Unterpflügen auf dem eigenen Grundstück
• Entsorgung über die Biotonne des Abfallwirtschaftszweckverbandes
• Halbjährliche Baumschnittabfuhr des Abfallwirtschaftszweckverbandes
• Selbstanlieferung an die Müllumladestationen des Abfallwirtschaftszweckverbandes in Großenlupnitz oder Merkers sowie auf der Deponie Mihla

Brauchtumsfeuer (z. B. Hutzelfeuer, Osterfeuer, Maifeuer) sowie die Verbrennung von Brennholz (trockenes Scheitholz) zum Kochen, Grillen oder als Licht- und Wärmequelle in Brenn- und Feuerschalen oder bei ordnungsrechtlich zugelassenen Lagerfeuern (siehe ordnungsbehördliche Verordnung der jeweiligen Kommune) sind aus abfallrechtlicher Sicht zulässig, sofern diese nicht zu Gefahren oder Belästigungen führen.

Eine Verbrennung von Pflanzen, welche von bestimmten Pflanzenkrankheiten befallen sind, ist mit Ausnahmegenehmigung der Pflanzenschutzbehörde der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft, Referat Pflanzenschutz in Erfurt, möglich.

Unter besonderen Umständen kann die Verbrennung von Baum- und Strauchschnitt auf Grundlage einer Ausnahmegenehmigung im Einzelfall nach § 28 Abs. 2 Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) genehmigt werden. Hierbei darf das Wohl der Allgemeinheit nicht beeinträchtigt werden. Zuständige Behörde für solche Ausnahmefälle ist die Untere Abfallbehörde im Landratsamt Wartburgkreis. Der entsprechende Antrag hat grundsätzlich die Erklärung zu enthalten, warum eine Inanspruchnahme der o.g. Entsorgungswege nicht möglich ist.

Gemäß Landesgesetzgebung ist die Erteilung einer Ausnahmegenehmigung kostenpflichtig. Der Gebührenrahmen liegt laut Thüringer Verwaltungskostenordnung für den Geschäftsbereich des Ministeriums für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz zwischen 100,00 € und 1.000,00 €.

Eine Verbrennung von Pflanzenabfällen ohne Genehmigung oder die Entsorgung außerhalb dafür zugelassener Anlagen, z. B. durch die Ablagerung im Wald oder in der freien Natur, stellen eine Ordnungswidrigkeit dar und können mit einer Geldbuße bis 100.000 € geahndet werden.

Weitere Informationen zur fachgerechten Entsorgung von Pflanzenabfällen finden Sie auf der Internetseite des Ministeriums für Umwelt, Energie und Naturschutz unter dem Link http://www.thueringen.de/th8/tmuen/umwelt/abfall/entsorgung/pflanzlich.

Ddie Untere Abfallbehörde des Wartburgkreises steht unter der Tel.-Nr. 03695/616701 sowie umwelt@wartburgkreis.de für Fragen zur Verfügung.
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