Meininger Rettungsdienstschule öffnet ihre Türen

Meiningen: Meininger Berufsfachschule für Notfall- und Rettungsmedizin | MEININGEN. Unter dem Motto "Gegenwart wird Zukunft und Vision wird Realität" lädt die Meininger Berufsfachschule für Notfall- und Rettungsmedizin am 14. März zum 6. Tag der offenen Tür ein. Neben vielen "Klassikern" an Vorführungen liegen in diesem Jahr die Schwerpunkte auf dem neuen Berufsbild "Notfallsanitäter/in" und dem Ausbau der "Realistischen Fallsimulationen" in der Bildungseinrichtung.

Aufgabe der Bildungseinrichtung, die vor 22 Jahren gegründet wurde, ist es, Rettungsdienstpersonal aus-, fort- und weiterzubilden. Zurzeit befinden sich dort ca. 100 Schülerinnen und Schüler aus dem gesamten Gebiet der Bundesrepublik in der Ausbildung zum/zur Rettungssanitäter/in und Rettungsassistenten/Rettungsassistentin. Damit ist sie die größte Rettungsdienstschule in Thüringen.

Zwischen 10 und 17 Uhr finden auf dem Gelände der Berufsfachschule in der Dammstraße 28 eine Vielzahl von Präsentationen aus den unterschiedlichen Bereichen der rettungsdienstlichen Ausbildungen statt. Es werden wieder zahlreiche Vorführungen verschiedenster Art rund um die Uhr sowohl im Gebäude als auch im Außenbereich geboten.

Als vielleicht wichtigstes Thema für berufstätige Rettungsdienstler und künftige Rettungsdienst-Azubis ist dieses Jahr noch mehr als zuvor das neue Berufsbild "Notfallsanitäter/in" geplant, da ab diesem Jahr keine neuen Rettungsassistent/innen ausgebildet werden. Dazu wird es verschiedene Vorträge zum aktuellen Stand für die entsprechenden Interessentengruppen geben. Die brennendsten Fragen sind dabei immer wieder: "Was passiert mit den Rettungssanitätern und -assistenten, die schon jahrelang im Einsatzdienst tätig sind? Wie soll die Ausbildung und Weiterqualifizierung zum Notfallsanitäter überhaupt ablaufen? Wo bewerbe ich mich für die Ausbildung zum/zur Notfallsanitäter/in? Welche Voraussetzungen werden gefordert? Wie gestaltet sich die Ausbildung? Welche Ausbildungsmöglichkeiten gibt es noch im Rettungsdienstbereich?" Dazu werden sich auch verschiedene Rettungsdienstorganisationen präsentieren. Sie stehen auch als Ansprechpartner für die Ausbildungsstellen zur Verfügung. Ebenfalls wird sich das Sozialwerk Meiningen mit der Hospizarbeit vorstellen, da die Versorgung schwer kranker und sterbender Menschen eine große Rolle in der Notfallsanitäter-Ausbildung einnehmen wird. So bietet das Sozialwerk Meiningen neben der ambulanten und stationären Versorgung von Patienten auch in Zukunft eine "Spezialisierte ambulante palliative Versorgung" an, wobei Ärzte und Pflegefachkräfte sich speziell um die Behandlung dieser Schwerstkranken und Sterbenden kümmern. Diese Komponente findet sich auch im Rettungsdienstalltag häufig wieder, weshalb die Meininger Rettungsdienstschule mit dem Meininger Hospiz hier einen starken und kompetenten Partner in der Zusammenarbeit vor Ort hat.

Damit die zukünftige Ausbildung und Weiterqualifikation möglichst realitätsnah und umfassend gestaltet werden kann, wird das Gebäude der Notfallsanitäterschule momentan umgebaut und weiter ausgestattet. So wurde im Erdgeschoss neben einigen weiteren Klassenräumen auch eine Bibliothek eingerichtet, in der sich die Schüler/innen im Eigenstudium sowohl mit Büchern als auch am PC weiteres Wissen aneignen oder Aufgaben selbst ausarbeiten können.

Einer der neuen Klassenräume wurde als so genanntes "Skillslab" eingerichtet. Dies ist ein Raum, in dem verschiedene Modelle, Simulatoren und Trainer für das Erlernen spezieller Fähigkeiten und Fertigkeiten zur Verfügung stehen. Dort kann zum Beispiel das Abhören von Lunge oder Herz trainiert werden. Aber auch "in den Körper eingreifende Maßnahmen", wie beispielsweise eine Infusion angelegt wird oder lebensrettende Drainagen in den Brustkorb eines Verletzten zu legen sind, ohne dabei jemanden reell zu stechen, können so geübt werden.

Ein weiterer Anziehungspunkt dürfte die, sich noch im Aufbau befindliche, "SanArena" sein, die zum Tag der offenen Tür eingeweiht wird. Dieser Bereich wird gerade im Erdgeschoss eingerichtet und beinhaltet in mehreren Räumen neben einem Straßen-Abschnitt mit Unfallauto und einer Baustelle auch eine komplett nachgestellte Wohnung sowie die Garage für den schuleigenen Rettungswagen. Ziel der Nutzung der SanArena ist, dass unter realistischen Situationen fachpraktischer Unterricht erfolgen kann. Dafür werden künftig auch Geräusche und Lichteffekte eingespielt. Die Arbeit der Azubis wird mittels Kameras aufgenommen. Die gerade nicht an der Übung aktiv beteiligten Schüler/innen können dann in einem anderen Raum das Geschehen an der Leinwand verfolgen.

Natürlich sind aber auch die "Klassiker" des Tages der offenen Tür der Berufsfachschule wieder am Start. Beispielsweise werden verschiedene (Schweine-)Organe präpariert, da diese den menschlichen sehr ähnlich sind. So wird den Besuchern Einblick in die Anatomie und Funktionsweise des Körpers geboten. Historische und moderne Einsatzfahrzeuge aus den Bereichen Feuerwehr, THW und Rettungsdienst werden ausgestellt, kommen aber auch teilweise direkt im Rahmen von mehreren Großübungen als Höhepunkte des Tages zum Einsatz.

Auch der schuleigene Rettungswagen wird in diesem Zusammenhang natürlich auch aktiv mit von der Partie sein, besetzt mit angehenden Rettungskräften und Dozenten. Ebenso finden Fallbeispiele (verunfallter Motorradfahrer, Patient mit Verdacht auf Herzinfarkt, Patienten mit verschiedensten Verletzungen…) statt, wo die Auszubildenden zeigen, was sie bereits gelernt haben. Dazu gehört zum Beispiel der Umgang mit den verschiedenen Einsatzgeräten, wie EKG, Beatmungsgerät und Vakuummatratze, was auch an einer Gerätestation demonstriert wird. Vorführungen der Wiederbelebung von Erwachsenen und Kindern nach den neuesten medizinischen Erkenntnissen werden auch gezeigt, wobei die Besucher gerne auch selbst probieren dürfen. Was im Fernsehen oder von außen immer so leicht aussieht, ist in Wirklichkeit ganz schön anstrengend und bedarf einiger Übung.

An einer anderen Station kann man erleben, dass Erste Hilfe nicht schwierig ist und sich auch selber darin versuchen. Wie ging noch mal die Stabile Seitenlage? Wie wird das Dreiecktuch so angelegt, dass es einen gebrochenen Arm auch optimal ruhig stellt? Wie wird ein Motorradhelm abgenommen? Dies und mehr können die Besucher gerne probieren und sich auch entsprechend von den angehenden Rettungsdienstmitarbeitern unterstützen lassen.

Dies und vieles mehr stellen die Schülerinnen und Schüler mit Unterstützung der Lehrkräfte den ganzen Tag über dar und beantworten dazu auch gerne Fragen. Ein nicht zu vernachlässigendes Thema in Bezug zur Berufswahl im Rahmen des Rettungsdienstes ist auch der C1-Füherschein. Viele Organisationen verlangen von den Bewerbern und Mitarbeitern diesen Führerschein, da der Trend zu immer schwereren Rettungswagen geht. Grund dafür ist die zunehmend gewichtigere und modernere Ausstattung der Fahrzeuge.

Die Meininger Notfallsanitäterschule arbeitet hier mit der Fahrschule Lotthammer zusammen, die berufsbegleitend in der Bildungseinrichtung diese Ausbildung sehr günstig anbietet. Ein auch immer wieder willkommenes Angebot ist dieser Tag für die ehemalige Schüler/innen und Lehrkräfte, um zu schauen, was sich inzwischen verändert hat sowie die ehemaligen Klassenkameraden und Dozenten wieder zu treffen. Natürlich wird auch wieder für das leibliche Wohl mit vielen verschiedenen Kuchen, Kaffee, Bratwürsten, Bräteln und Getränken gesorgt. Auf jeden Fall wird es wieder sehr vielseitig und spannend! Wer Fragen hat zum Beruf Notfallsanitäter/in oder einfach nur erleben möchte, was den Rettungsdienst ausmacht, ist an diesem Tag in Meiningen genau an der richtigen Stelle.
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