Relikt aus der Frühzeit des maschinellen Schreibens

Rechts unten im Bild sind die beiden Tasten zu erkennen, eine Schreibtaste und die Leertaste. Links ist das Buchstabenfeld, über welches der Zeiger geführt wird, zu sehen. Die Maschine ist durchaus noch benutzbar.
Diese MIGNON-Schreibmaschine wurde 1903 entwickelt und in den Jahren 1904 bis 1934 von der AEG in Erfurt gebaut. Bei dieser Schreibmaschine kam eine Typenwalze zum Einsatz. Diese Typenwalze war austauschbar. Für das Modell 4, das es ab 1924 auf dem Markt gab, waren über 36 verschiedene Typenwalzen erhältlich, u.a. auch zwei Typenwalzen mit kyrillischen Buchstaben.

Zu jeder Typenwalze gehörte ein Buchstabenfeld mit den jeweils verfügbaren Zeichen, welches unter einen Zeiger in die Schreibmaschine eingespannt werden musste. Mit der linken Hand wurde der Zeiger über das jeweils gewünschte Zeichen geführt. Durch gekoppelte Mechanik stellte sich die Typenwalze mit dem entsprechenden Zeichen über das Papier. Durch Betätigung der Abdrucktaste mit der rechten Hand druckte die Typenwalze das Zeichen auf das Papier. Mit der zweiten Taste konnte ein Leerzeichen erzielt werden. Das Modell 4 hatte eine weitere Taste, eine Rück-Taste.

Ich habe diese Schreibmaschine in den frühen 70er Jahren in Arnstadt erworben und noch viel auf ihr geschrieben. Zugegeben, das war anfangs recht mühsam. Jedoch, Übung macht auch hier den Meister. Ich habe in der Folgezeit zum Beispiel so manches handgeschriebene Manuskriptblatt des damals schon recht betagten Eisenacher Theologen Dr. Walter Grundmann ins Reine geschrieben und solcherart mein Stipendium aufgebessert.

Grundmann, der alte Nazi-Professor, war übrigens ein sehr höflicher und umgänglicher Mensch. Seine Verirrungen im 3. Reich hat er aufrichtig bereut. Und er hat ja auch nie wieder versucht, Karriere zu machen. Das macht seine theologischen Rasse-Missgeburten zwar nicht ungeschehen, aber anscheinend war er wenigstens lernfähig.
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