Als keine Wartburg-Autos mehr aus der Wartburgstadt kamen

Die beiden „Väter“ des AWE-Films Michael Stück und Enrico Martin (v.l.) (Foto: E. Janik)
Eisenach. Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus – so zu erkennen eine Großleinwand in Eisenach für ein Event, welches für die Stadt von ganz besonderer, ich will schon fast sagen sensibler, Bedeutung war. Die beiden Filmemacher Enrico Martin und Michael Stück präsentierten erstmals öffentlich den sicher nicht nur für Automobilfreunde und ehemalige Eisenacher Automobilbauer höchst informativen und zweifelsfrei historisch wertvollen Streifen „20 Jahre nach dem Ende des AWE“ auf dem Gelände des Heinrich-Erhardt-Platzes, also auf dem alten AWE-Gelände. Vor Filmbeginn bot sich den Interessenten die Möglichkeit zur Besichtigung des Automobilmuseums, der darüber liegenden Etage mit dem Ausstellungsmodell des ehemaligen Werksgeländes aus mini-a-thür und der schon fast legendären Ostkantine. Das tbz bot Führungen an.
Vor Beginn des mit großer Spannung erwarteten „Thrillers“ wurden die Zuschauer von Enrico Martin begrüßt, der filmmäßig für die gesamte Technik und Musik verantwortlich zeichnet. Er konnte dafür auf verständnisvolle Unterstützung seines Arbeitgebers Peter Husemann bauen. Auch Michael Stück wandte sich an das Publikum.
Auf Grund seiner bodenständigen Einstellung „Alles sammeln, nichts entsorgen“ war es möglich, durch reichlich vorhandenes Film- und Bildmaterial aus über Jahre zusammengestellten Archivbeständen einen solchen Film entstehen zu lassen.
Der Film vermittelt dem Zuschauer einen unter die Haut gehenden repräsentativen Querschnitt über die einzelnen Fertigungsschritte durch interessante und stellenweise recht amüsante Schilderungen von Zeitzeugen der verschiedensten Abteilungen des damaligen Werkes, vom produzierenden Arbeiter bis zum Ingenieur.
Der 10. April 1991 war der emotionale Zeitpunkt des Films, den letzten vom Band laufenden Wartburg zu sehen. Chronologisch folgte Abriss von Gebäuden, Vernichtung und Entsorgung von Inhalten, Maschinen und Werkzeugen. Dieser Schritt war von nun an unaufhaltsam. Umso mehr war es für den Filmautor Michael Stück eine zwingende Herausforderung, für die Zukunft durch literarische Dokumentationen diese geschichtsprägenden Ereignisse in Wort und Bild festzuhalten. Allein hinter der Aufbereitung eines solchen Films verstecken sich 700 Arbeitsstunden. Dafür gebührt beiden volle Hochachtung und Anerkennung. Für einen Eisenacher, den auch nur ein Funke mit dem Fahrzeugbau verbindet, ist der Erwerb einer solchen DVD schon ein Muss, unter anderem im Automobilbaumuseum awe oder unter www.wartburgtreffen.de. (Evelyn Janik)
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige