K.-H. Dietze mit „Eisenacher Mosaik“ im BRH

Alte Eisenacher kennen sich in ihrer Stadt gut aus. Sie kommen mit dem natürlichen Navi im Kopf, soweit die Beine noch tragen, oder mit dem bequemen Stadtbus überall hin. Bis auf Baulücken hat sich ja in den letzten Jahren auch nicht viel geändert. Sogar die inzwischen bewaldete Baugrube am Tor zur Stadt gehört zum Alltag. Doch Herr K.-H. Dietze kann die versammelten Senioren mit interessanten geschichtlichen Begebenheiten überraschen und sie auf unbeachtete Merkmale hinweisen. In zwei Veranstaltungen im „Logotel“ wandert er mit ihnen in Gedanken vom „Annatal“ bis in die „Kleine Jüdengasse“ und einen Monat später durch die „Große Jüdengasse“ bis zum „Zeisiggrund“. Doch bis dahin konnte man erfahren, welchen honorigen Frauenpersönlichkeiten Anna- und Mariental ihre Namen zu verdanken haben, was der Forstmann König für die Waldgestaltung bewirkte, dass die Wichmann-Promenade einem Hamburger Kaufmann zu verdanken ist, der Prinzenteich aus einer Gänsepfütze entstand und der stinkende Löbersbach Ende des 19. Jh. von der Oberfläche verschwand. Neben der Erwähnung weiter Persönlichkeiten wie Alexander, der die Wartburg wieder erbauen ließ, und dem Zeitungsgründer Kühnert, wurde auf besondere Gebäude verwiesen, deren Bedeutung und Herkunft, u.a. auf die Schwimmhalle, das „Schmale Haus“, das vor dem Abriss bewahrt wurde, das „Drillhaus“ und den „Gachteich“ für Sünder, aber auch auf bedeutende Besucher, wie Leo Tolstoi im Thüringer Hof. Durch die Jüdengassen, die heutige Karlstraße, wo sich zeitweise die Juden niederlassen und der Stadt zu Wohlstand verhelfen durften, kommt man zum Marktplatz und der soeben restaurierten Nikolaikirche mit der Gedenkplatte für berühmte Eisenacher Persönlichkeiten. Gegenüber, neben dem Schloss befindet sich das ehemalige Hotel Rautenkranz, von dem für durstige Gäste ein unterirdischer Gang zur Gaststätte „Rotensteiner“ führte, die auch „Geburtsstätte“ der Isenächer Originale „Henner und Frieder“ ist. Ein Wandbild mit den beiden Figuren schmückt das Haus. Zahlreiche Kunstwerke und dekorative Fas-sadengestaltungen sind noch in der Stadt zu finden, u.a. der „Schwarze Brunnen“, eine Entschädigungsgeste Napoleons. Neben dem Hinweis auf das Kloster mit dem Flüsterbogen, auf den Alten Friedhof, die Alte Posthalterei und die Garnisonkirche wird auch Pfarrersohn und Atomspezialist Fuchs erwähnt, der zur Wahrung des friedenserhaltenden Gleichgewichtes in der Welt amerikanische Herstellungsgeheimnisse an Russland verriet. Am Ende der Katharinenstraße, am Gasthaus „Stern“, führt der Ehrensteig zur „Klemme“, wo einst 500 Hunde des Herzogs gehalten wurden. Mit den Höhlen in der Felswand am Ende der Stadt, die im 2. Weltkrieg als Schutz vor Bombenangriffen dienten, einem passenden Scherz und Kräpfeln zum 11.11. sowie dem gebührenden Beifall der Zuhörer endete das Mosaik.
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