Thüringer Erfinder: der Empot macht Kaffeekochen einfach, ohne Filter - Geschmack ist reine Physik

René Hornung hatte die Krümel im Mund satt und erfand ein Kanne, die dieses Problem gelöst hat. Fotos: Heyder
  Wutha-Farnroda: Empot Culture | + Geschmack physikalisch erklärt+ Erfinder aus Wutha-Farnroda konstruieren filterlose Kaffeekanne +

Es war nicht immer eine romantische Beziehung, die René Hornung zum Kaffeetrinken pflegte. „Manche Sorten habe ich nicht vertragen und mit der Art Zubereitung habe ich immer gehadert.“ Also brühte er das schwarzbraune Pulver in der Tasse. Türkische Art, wie man landläufig sagt. Aber diese Krümel im Mund mochte er nicht leiden. Und er erfand eine Kanne namens Empot, die verhindert, dass der Satz beim Ausschenken mit in die Tasse gespült wird. Ein vollständig filterloses Prinzip, das sich die Strömungseigenschaften von Flüssigkeiten zu nutze macht. „Bringen sie viel Zeit mit, wir haben viel zu erzählen“, empfiehlt Hornung vor dem Treffen mit AA-Autor Axel Heyder. Verwunderlich, angesichts der Tatsache, dass damit alles gesagt sein sollte? Nach zweieinhalb Stunden Gespräch ist die Diskussion noch immer am Laufen, die, über die beste Kaffeesorte hat dabei noch nicht einmal begonnen.

„Wir wollen alles physikalisch beschreiben können“, formulieren die Ingenieure René Hornung und Jens Wolf aus dem kleinen Ort nahe Eisenach ihren Anspruch. Zum Thema Kaffee sind die Produzenten von Tischen zum Schweißen erst durch ihre eigene Erfindung gekommen. Keine Hokuspokus-Diskussionen mit wörtlich „unfassbaren“ Argumenten wollen sie führen. Das schließt Debatten über „gute“ und „schlechte“ Aromen, wie sie zum Kaffeegeschmack gern geführt werden, nahezu aus. „Es stehen viele merkwürdige Dinge über Kaffee geschrieben, manches kann ich nicht nachvollziehen.“

„Fakt ist, dass je feiner das Pulver gemahlen wurde, desto mehr Oberfläche besitzt es. Und dadurch werden mehr Aromen freigesetzt.“ Ergo würde man weniger Pulver benötigen. Fein gemahlener Kaffee funktioniere bei einer „French Press“ aber nicht. Ist der Kaffee mehlfein, so lässt sich der Stempel nur schwer nach unten drücken. Einen Stempelsieb oder irgendeine andere Form eines Filters braucht der Empot nicht. „Wir haben uns mit Filtern beschäftigt, hygienisch einwandfrei ist keiner davon.“ Das könne jeder sehen, der Filter unter dem Mikroskop anschaue. Papierfilter transportierten dagegen immer einen leichten Karton-Geschmack mit, auch wenn es inzwischen Sorten ohne chemische Bindemittel und chlorfrei gebleicht gebe.“Außerdem sauge das Papier die Öle des Kaffees auf.

„Die Türken haben früher ihren Mokka ganz fein gemahlen und dann aufgekocht.“ Durch den langen Verbleib in der Kanne werde der Kaffee also nicht bitterer, wie zuweilen behauptet. „Das Prinzip für den Empot hatte ich in fünf Minuten aufgezeichnet“, skizziert Hornung den Weg der Entstehung. „Bis wir ein serienreifes Produkt hatten, mit all den Anpassungen, ist nochmal ein Jahr vergangen.“ 2014 waren die Erfinder damit für den Thüringer Innovationspreis nominiert. Nun wirbt man auf dem Markt um Kaffee-Enthusiasten, die den Kaffee so unverfälscht wie möglich trinken wollen.

Autorenmeinung:
Ein solcher Kaffee-Experte, dass ich große Unterschiede zu meiner French Press schmecken würde, werde ich wohl nicht mehr. Wie die Erfinder selbst sagen, ist der Unterschied bei Pulverkaffees kaum heraus zu schmecken und sie empfehlen deshalb frisch zu mahlen. Etwas, was viele Konsumenten sei es der Zeit wegen oder aus Bequemlichkeit nicht machen werden. Tatsächlich ist der Geschmack wie bei einem türkischen Kaffee, anfangs haben ich sogar instinktiv auf dem Boden meiner Tasse das Pulver gesucht. Was mir liegt, ist das Praktische an der Kanne. Pulver rein, heißes Wasser drauf, fertig. Die Reinigung ist einfach, keine Bakterienzucht in irgendwelchen Sieben, Zwischenräumen oder Filtern. Zudem ist Porzellan für mich immer das beste Material für jede Art von Heißgetränken.
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