KoWo mbH Erfurt erhält den Preis Soziale Stadt 2014

    Erfurt: Rathaus |

Erfurter Projekt "Gemeinsam aktiv vor Ort"- Für ein Wohlfühlen im Wohngebiet ist beispielhaft


Die KoWo wurde am 1. Juli 2014 für das Projekt "Gemeinsam aktiv vor Ort"- Für ein Wohlfühlen im Wohngebiet im Rahmen des Wettbewerbes Preis Soziale Stadt 2014 mit einem Preis in Berlin ausgezeichnet.

Der Wettbewerb "Soziale Stadt" ist eine Gemeinschaftsinitiative unterschiedlicher Einrichtungen. Träger sind der Deutsche Städtetag, der vhw Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung, der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, die AWO Arbeiterwohlfahrt Bundesverband, die Schader-Stiftung und die GBG Mannheimer Wohnungsbaugesellschaft. Er wurde unterstützt durch das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung.
Bei der Preisverleihung zum renommierten Wettbewerb "Preis Soziale Stadt 2014" wurden von 196 eingereichten Projekten zehn herausragende Beispiele sozialen Engagements zur Stabilisierung von Nachbarschaften mit einem Preis und zehn weitere Initiativen mit einer Anerkennung ausgezeichnet. Die prämierten Projekte beschäftigen sich unter anderem mit dem sozialen Zusammenhalt im Stadtteil, dem Zusammenspiel von städtebaulicher Aufwertung und sozialem Engagement sowie der Sanierung von Problem-Immobilien durch Integrations- und Beschäftigungsprogramme.

Worum ging es in dem KoWo-Projekt?
„Gemeinsam aktiv vor Ort" besteht aus unterschiedlichen Projekten und Initiativen im Wohngebiet Roter Berg, die ohne öffentliche Förderungen auskommen. Zum Teil geht es um bauliche Aufwertung sowie um Quartiersentwicklung, die gemeinsam mit der Kommune und weiteren Akteuren im Rahmen der Stadtteilkonferenz gestaltet wird. Weiterhin initiiert und begleitet die KoWo unterschiedliche Projekte, die maßgeblich durch die Mieter vor Ort umgesetzt werden. Darüber hinaus erfolgt eine aktive Förderung von Nachbarschaften.
Die Akteure werden im Rahmen der Projekte und Initiativen tatkräftig von der KoWo unterstützt.

Rückblick
Im Eigentum der KoWo befinden sich 777 Wohnungen im Wohngebiet Roter Berg. Die Gebäudetypen sind ausschließlich Hochhäuser mit 4 x 17 und 1 x 11 Geschossen.
Von 1995 bis 2009 hat sich die Anzahl der Einwohner von 12.114 auf 5.532 Einwohnern mehr als halbiert. Die Arbeitslosenquote betrug damals etwa 20 Prozent. Mit anhaltendem Bevölkerungsrückgang gehörte der Rote Berg zu dem am wenig beliebtesten Wohngebieten der Landeshauptstadt. Bestandsmieter zogen sukzessive aus.
Neue Mieter konnten für das Wohngebiet nur schwer gefunden werden. 2009 betrug der Leerstand in diesen Häusern trotz Abriss über 12%. Die Häuser entwickelten sich immer stärker zu sozialen Brennpunkten. Typische Erscheinungen waren Vandalismusschäden, Graffitischmierereien, häufige Polizeieinsätze, Vereinsamungen älterer Mieter und anonyme Nachbarschaften.

Initiative zeigen!
Trotz der dramatischen Situation hat sich die KoWo das Ziel gesetzt, den Wohnwert durch bauliche Aufwertung der Häuser, aktiver Quartiersarbeit, sozialem Engagement, aber vor allem durch das Mobilisieren der Mieter deutlich und nachhaltig zu verbessern.
Um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, bedurftes es unterschiedlicher Maßnahmen und Initiativen, die miteinander korrespondieren und sich sinnvoll ergänzen.

Seit 2008 bis heute hat sich die KoWo an diesem Standort durch folgende Projekte engagiert und etabliert:

• Diverse Gebäudesanierungen mit energetischem Schwerpunkt zur Reduzierung der Nebenkosten, die ausschließlich den Mietern zugutekommt,
• „Seniorenetage“ im Alfred-Delp-Ring 24 (Wohngemeinschaftsetage für alleinstehende Senioren),
• Dienstleistungszentrum (DiZ) - haushaltsnahe Dienstleistungen im Alfred-Delp-Ring 24,
• TiP „ZwanzigElf“ im Jakob-Kaiser-Ring 3-5 (Treffpunkt und Hausaufgabenklub für Kinder und Jugendliche),
• Aktive Mitarbeit im Rahmen der Stadtteilkonferenz Roter Berg,
• Unterstützung engagierter Mieter als Mieterbeiräte, Mieterconcierge oder Hausbetreuer,
• Seniorensportgruppe „KoWo Sport vor Ort“ im Alfred-Depl-Ring 23,
• KoWo-Aktiv-Club zur Förderung der Nachbarschaften im Jakob-Kaiser-Ring 3-5
• Gemeinschaftliche Hausfeste zur Förderung des Miteinander
• KOBB (Kontakt-Bereichs-Beamter) Anlaufstelle und Büro vor Ort,

Ergebnis
Das Image des Roten Bergs hat sich deutlich und sichtbar verbessert. Ordnung, Sauberkeit und Sicherheit sind inzwischen selbstverständlich. Vandalismusschäden und Graffitischmierereien sind fast vollständig zurückgegangen.
Die Bestandsmieter sind zufrieden; sie interessieren und beteiligen sich für ihr unmittelbares Wohnumfeld.Neukunden kommen aus unterschiedlichen sozialen Schichten und lassen sich von den Vorteilen des Wohnens am Roten Berg überzeugen.

Aktuell beträgt der Leerstand in den KoWo-Häusern am Roten Berg 2%. Inzwischen investieren auch die benachbarten Gebäudeeigentümer in ihre Häuser.

Nachhaltigkeit
Durch die Eigeninitiative der Mieter entsteht ein eigenes Interesse an der langfristigen Weiterführung und Weiterentwicklung der Projekte. Die KoWo wird weiterhin die Räumlichkeiten für alle Projekte, in denen das gemeinschaftliche Miteinander gelebt wird,
kostenfrei zur Verfügung stellen, wird stets Ansprechpartner für alle Akteure bleiben um ihnen bei Rat und Tat zur Seite zu stehen und sie weiterhin motivieren und das Engagement vor Ort würdigen. Der KoWo Kundenbetreuer vor Ort ist hierfür erster Ansprechpartner. Weiterhin wird das Wohnungsunternehmen stetig Hilfe zur Selbsthilfe geben, um die Zusammengehörigkeit der Akteure zu fördern und die Vernetzung weiter auszubauen. Durch den dauerhaften Verzicht auf Werbung, kann die KoWo beständig Mittel zur Verfügung stellen.


2. Oktober 2014: Heute wird die Ausstellung „Preis Soziale Stadt“ im Erfurter Rathaus eröffnet. Interessierte können sich bis zum 9. Oktober 2014 alle 20 Projekte (10 Anerkennungen und 10 Preise) anhand von Schautafeln ansehen.


„Wir freuen uns, dass wir die Wanderausstellung in unsere Landeshauptstadt geholt haben und gemeinsam mit unseren Oberbürgermeister, Herrn Andreas Bausewein, heute eröffnen.
Zum einen wollen wir unser Projekt präsentieren. Wir wollen jedoch auch die vielen anderen interessanten Preise und Anerkennungen zeigen. Wir würden uns freuen, wenn wir damit Anregungen schaffen und Interesse wecken, auch in Erfurt weitere unterschiedliche Projekte anzustoßen, um unsere Erfurter Wohnquartiere für unsere Bürger weiter zu entwickeln“, so der KoWo Geschäftsführer Friedrich Hermann.

Weitere Informationen zur Kowo finden Sie hier
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige