Andreas Pflug, Gisela Brand und Dominique Wand im Interview vor der Premiere am 5. April im Kabarett "Die Arche"

Andreas Pflug
 
Dominique Wand

Das kulturelle Jahresmotto der Stadt Erfurt "Wieviel Worte braucht der Mensch?" hat die "Arche"-Besatzung in kreative Spannung versetzt. Fleißig proben die Kabarettistenin diesen Wochen für ihr neues Programm "Reden ist Silber, Schweigen ist Gold". Es wird ein Programm über Worte und Sprache, so manche Verständigungsschwierigkeit, Absurditäten der Erfurter Mundart, über Menschen, die die vielen Facetten der Sprache nicht nutzen und über solche, die reden und reden und dabei gar nichts sagen... Gisela Brand, Andreas Pflug und Dominique Wand sind die drei Akteure), sie wollen alle Besucher des Stückes in einen Zustand versetzen, der sie ganz entspannt anschließend hinausspazieren lässt, sozusagen wie nach einer wunderbar entspannenden Physiotherapie. Für den Kopf. Zuvor aber standen sie Rede und Antwort:

Reden ist Silber, Schweigen ist Gold, und Kabarett machen ist...

G.B.: ...immer wieder eine höchst erfreuliche, jung haltende und wachmachende Reise.
A.P.: ..., aus dem vielen Mist, der so passiert, möglichst Gold zu machen.
D.W.: ...spannend und anstrengend.

Das kulturelle Jahresmotto fragt: Wieviel Worte braucht der Mensch? Also: wieviele?

G.B.: Wie sind gerade dabei, das herauszufinden.
A.P.: Wir zählen noch.
D.W.: Sehr oft zu viele.

Und wieviel Worte brauchen Männer? Frauen? Und Kabarettisten?

G.B.: Das ist die Frage, die sich nach dem Thema richtet. Man macht mal wenige, dann wieder viele Worte. Kabarettisten natürlich immer viele.
A.P.: Männer genießen es zu schweigen. Außerdem haben sie Fäuste ;-)
D.W.: Ich glaube nicht, dass Männer tendenziell weniger Worte brauchen.
G.B.: Da musste nur mal abends in die Kneipe gehen, mit jedem Bier mehr werden es auch immer mehr, was sie zu sagen haben....

Des Kabarettisten Morgenstund' hat ...?

G.B.: Kraut im Korb. Weil ich da bereits auf dem Markt bin, einkaufen.
A.P.: Morgenstund'? Kann ich nicht sagen, kenne ich nicht. Da schlafe ich noch.
D.W.: Mit mir nicht viel zu tun, weil ich ein Abendmensch bin.

Das Schweigen der Kabarettisten wäre...?

G.B.: Traurig.
A.P.: Nachtruhe.
D.W.: Mal notwendig, damit andere auch mal den Mund aufmachen.

Ist das, was aus Volkes Mund kommt, für Sie Gold wert?

G.B.: Ja!
A.P.: Das ist unser Arbeitsmaterial. Einmal Straßenbahn fahren oder über den Domplatz gehen füllt zwei Textbücher.
D.W.: Auf jeden Fall! Auch wenn manches schwer zu verstehen ist.

Legen Sie gern etwas auf die Goldwaage?

G.B.: Ja! Schmuck! Aber so manche Politikeraussage muss man schon auf die Goldwaage legen, um sie genau zu analysieren. Ja, das geht wirklich...
A.P.: Lieber auf die Goldwaage statt auf die Personenwaage...
D.W.: Wir sind manchmal geradezu gezwungen, etwas auf die Goldwaage zu legen. Manchmal kämpfen wir bei der Erarbeitung unserer Programme um ein einzelnes, treffendes Wort, da kochen schon mal die Emotionen hoch. Aber das gehört zu unserem Handwerk, wir müssen uns der Worte sehr intensiv bedienen.

Wen oder was würden Sie gern einmal auf einem Silbertablett servieren?

G.B.: Tee und Kuchen ;-) Wir präsentieren gern den Amtsschimmel auf dem Silbertablett, Dummheit, Betrug, Starrsinn und alles, was im Leben so vorkommt an weiteren Ärgernissen.
A.P.: Sorry, ich habe leider kein Silbertablett.
D.W.: Gern auch mal die eigene Dummheit. Also von Missgeschicken erzählen, die mir widerfahren sind. Es ist gut, wenn man über sich selbst lachen kann.


Termin:

Das neue Stück im Erfurter Kabarett "Die Arche" hat am 5. April Premiere, Voraufführungen am 3. und 4. April. Unter der Regie von Harald Richter spielen Gisela Brand, Andreas Pflug und Dominique Wand, musikalisch flankiert von Pianist Wolfgang Wollschläger und Saxophonist Bernd Fränzel.
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