Ansichtssache: Anbetung ausgebremst

Mahnmal bei Austerlitz, nahe Brno.
Plötzlich kreischt es um mich. Fremde Menschen tatschen mich erregt an, knien plötzlich vor mir nieder und bekreuzigen sich. Für mich als Atheisten ist das sehr unwirklich, ja beängstigend. Am Mahnmal für die Dreikaiserschlacht bei Austerlitz, nahe Brno, verfolge ich gespannt einen katholischen Gottesdienst. Als der Priester den Kelch mit Wein - als Symbol des Blutes Jesu - reicht, beginnt die Menge lauthals auf meinen Fuß zu deuten. Blut fließt über meinen Spann. Ein Symbol? Sehen die Gläubigen gar einen Heiligen in mir? Dann die Erleuchtung: Der Biss einer Bremse im falschen Moment sorgt dafür, dass ich angebetet und verehrt werde. So einfach lassen sich Menschen hysterisieren. Na dann: Amen!
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