Ansichtssache: Der Anti-Fress-Agent in Erfurt

Die Kamera als stiller Wächter im Kühlschrank.
Erfurt: Kühlschrank | Richtig geil, die Kühlschränke, die bei jedem Schließen ein Foto vom Inhalt machen und versenden. So kann man unterwegs per Handy sehen, was fehlt und nachkaufen. Andere Frigidärs bestellen auch Waren online und lassen sogar liefern.

Noch werden von computervernarrten Küchenhelfern Fotos von ihren Benutzern vernachlässigt. Was für eine Marktlücke: Sie würden registrieren, wann wer zur Buttermilch greift. Ob jemand nachts noch nach Champagner lüstert. Wer Wurst, Ge­müse, Käse oder Joghurt bevorzugt. Oder, ob der sportliche Typ Schweiß ausdünstet und mit O-Saft nach dem Joggen auftankt. Und die Hygiene erst. Der Kundschafter für den friedlich-gesunden Genuss würde melden: Das gärt, Schimmelalarm. Das muss raus.

Diese Spyware könnte obendrein das Gewicht des Nutzers schätzen, Kalorien zählen, Einkaufsempfehlungen geben. Uns das Leben so richtig erleichtern, aber den Genuss auch schullehrerhaft hemmen. Geliebt würde er nicht von allen.

Warum denke ich gerade jetzt an N. und S. ...? Deren­ fröstelnde ­Spiogenten namens Weißware würden sich jedenfalls für mindestens drei Tage von Innen verbarrikadieren.


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Petra Seidel aus Weimar | 13.05.2017 | 18:54  
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