Ansichtssache: Menschlich gut - Das Unwort 2015 "Gutmensch" ist kein Schimpfwort

Das Unwort 2015 = Gutmensch.
Darmstadt: Technische Universität |


So richtig kann ich mich mit der Wahl des Unwortes 2015 - Gutmensch - nicht anfreunden. Auch wenn der Begriff oft abwertend für Personen verwendet wird, die sich politisch korrekt verhalten (s. Duden), bleibt für mich: gut ist das Gegenteil von böse.

Die Begründung der Sprachwissenschaftler: Das Wort in Zusammenhang mit der Flüchtlingshilfe diffamiere "Toleranz und Hilfsbereitschaft pauschal als naiv, dumm und weltfremd, als Helfersyndrom oder moralischen Imperialismus." Damit adelt die Jury das Unwort antagonistisch zum Kompliment. Das Urteil als ironische und sarkastische gesellschaftliche Klatsche könnte ich mittragen.

Denn, wenn Bösewichte wie Schwarzfahrer, Steuerhinterzieher und Menschenhasser als coole Helden gefeiert würden, könnte es sein, dass als zukünftige Unwörter "Rückfälligkeit", "unverbesserlich", "Ewig-Gestrige" zur Wahl stehen könnten.

Gutmensch ist kein Schimpfwort, sondern eine Überzeugung. Gute Menschen sollten sich nicht durch Wortmissbrauch beirren lassen. Sie sind nicht konformistisch, wenn sie einmal auf "Mutti" hören. Danke ihr Gutmenschen, ihr habt Deutschland verändert, leider nicht die Erläuterungen im Duden.

Technische Uni Darmstadt

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3 Kommentare
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Renate Jung aus Erfurt | 15.01.2016 | 19:18  
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Heidrun Jänchen aus Jena | 19.01.2016 | 17:15  
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Renate Jung aus Erfurt | 22.01.2016 | 00:22  
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