Arche Nebra und Ötzi - ein Mordfall?

In Mitteldeutschland, rund um Memleben, erstreckt sich ein uraltes Siedlungsgebiet, das vom Übergang der Jungsteinzeit zur Bronzezeit bis zum Frankenreiche, also im 3.- 8. Jahrhundert u. Z., ständig besiedelt war.
Früher wurde in der Schule noch gelehrt, dass man in der Urzeit keine Klassenunterschiede kannte. Jüngere Grabungen haben das längst widerlegt. Der Schmied, der die Bronzescheibe von Nebra anfertigte, verfügte über das Wissen seiner Zeit. Man fand die Grabanlage des Fürsten von Leubingen, das Grenzgrab eines fränkischen Reiters samt Pferd, der bei Alach bestattet wurde und das germanische Grab von Haldensleben, in dem eine Frau aus der Oberschicht bestattet wurde. All diese Gräber beweisen: Schon in den damaligen Gesellschaften gab es arm und reich.
Ein architektonisches Meisterwerk ist die "Goldene Barke", in der sich vieles rund um die Himmelsscheibe von Nebra befindet. Die großzügige und interessante Gestaltung ermöglicht es, sich von vielen Seiten dem Geheimnis der Himmelsscheibe zu nähern.
Wir haben einen Blick auf Handel und Wandel zur damaligen Zeit geworfen. Das neu entdeckte Metall "Bronze" veränderte und prägte die Gesellschaft. Kupfer, das wichtigste Ausgangsmetall von Bronze, war ein äußerst wichtiges Gut geworden. Der Handel fand über große Distanzen statt. Noch wurde getauscht; z. B. Kupfer gegen Bernstein, Weihrauch und Tuche.

Die Sonderausstellung thematisiert Ötzi- der Tod im Eis. Da wir in Österreich bereits das Ötzi-Dorf besucht hatten, war diese Ausstellung für uns interessant.
Mit meiner Enkelin Clarissa, die kürzlich 13 Jahre alt wurde, besuchten wir Nebra, um ein Stück Geschichte zu erforschen. Die Ferienaufgabe des Museums rund um Ötzi lautete:
Wie starb „Ötzi" ? Es wurden drei Möglichkeiten angeboten:
- Ötzi war wegen eines Vorfalls aus seiner vertrauten Gemeinschaft ausgegrenzt worden und hatte
danach einen Unfall.
- Es war Frühling bzw. Frühsommer, als Ötzi bei einem Jagdunfall starb.
- Ötzi gehörte zu den Wohlhabenden seiner Gemeinschaft und wurde beraubt und getötet.

Ötzi lebte in der späten Jungsteinzeit vor 5300 Jahren. Seine Kleidung begünstigte das Überleben. Er trug ein Schaffell, das innen eine zweite, gewebte Schicht hatte, die mit Samenkörnern gefüllt war. Dadurch entstand ein Zwiebeleffekt, der den Träger gut wärmte. Darüber trug er noch einen Strohumhang und eine Pelzmütze sowie ebenfalls mehrfach gefütterte Schuhe. Ötzi hatte ein wertvolles Bronzebeil bei sich und einen Bogen; dazu Pfeile in einem Köcher. Allerdings war der Bogen noch nie benutzt und auch noch nicht gespannt worden.
Daher liegt die Vermutung nahe, dass Ötzi seinen benutzten Bogen verloren hatte und wegen eines Überfalls nicht mehr dazu kam, den neuen Bogen zu spannen.
Es könnte aber auch ein Jagdunfall gewesen sein.
Was den Überfall anbetrifft: Da sich Beil und Bogen noch bei der Mumie befanden bleibt die Frage, ob er sonst noch etwas Wertvolles mit sich führte, das die Räuber erbeuten wollten.
Der "Gletschermann" könnte aber auch an allen drei genannten Aspekten verstorben sein. Beim Auffinden lag der Rücken frei. Gab es also einen Angriff von hinten? Durch die Region führte die alte Kupferstraße. Es ist möglich, dass Ötzi diese Handelsstraße für eigene Geschäfte nutzte. Aber allein? Das wäre ungewöhnlich gewesen. Nach langem Recherchieren sind wir Hobby-Detektivinnen zu dem Schluss gekommen, dass der Eis-Mann ermordet wurde.
Die gutgemachte Ausstellung ist noch bis zum 31. Oktober zu sehen. Die Öffnungszeiten sind täglich 10 bis 18 Uhr. Führungen können gebucht werden.
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1 Kommentar
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Manuela Werner aus Artern | 23.08.2011 | 19:43  
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