Blackmore's Night in Weimar – Candice und Ritchie im Interview - plus English version below - "Each CD is like a photograph"

Candice Night auf der Creuzburg. Foto/Archiv: Heyder
 
Ritchie Blackmore auf der Creuzburg. Foto/Archiv: Heyder
 
Candice Night auf der Creuzburg. Foto/Archiv: Heyder
 
Ritchie Blackmore auf der Creuzburg. Foto/Archiv: Heyder
Weimar: Weimarhalle |

Wenn Melodien auf Geschichten treffen

Blackmore's Night gastiert in Weimar – Ein Interview mit Candice und Ritchie (English version below)

Für die Liebhaber mittelalterlicher Musik sowie für die Freunde von Balladen oder sogar für Rockfans: Blackmore's Night kommt nach Weimar. Namensgeber der Show sind Gitarrist Ritchie Blackmore und die Sängerin Candice Night. Blackmore gilt seit den 1970ern als einer der weltbesten Gitarristen, Candice's ist indes für ihre glockenklare Stimme bekannt. Viele ihrer Fans tun es der Band gleich und erscheinen selbst in historischer Gewandung. Im Interview erzählen Candice und Richtie AA-Redakteur Axel Heyder, woher sie ihre Inspiration bekommen.

Die Veröffentlichung des neuen Albums „All Our Yesterdays“ steht an, können Sie uns schon etwas dazu verraten?
Candice Night: Alle CDs, die wir seit 1997 aufgenommen haben, zeigen immer eine Mometaufnahme der jeweiligen Zeit von uns - als spirituelle und künstlerische Wesen, als Musiker oder einfach als Menschen. Wir unterliegen einer ständigen Veränderung und entwickeln die Musik bis zu ihrem jeweiligen aktuellen Zustand. Hier treffen Melodien auf Geschichten, die wir mit Hilfe der Texte erzählen, die für uns für diesen Moment wahr sind. Und ich bin sicher, dass im kommenden Jahr es etwas anderes in unserem Leben geben wird, das wir darin reflektieren werden.

Schließt das Konzept an das Vorgängeralbum „Dancer and the Moon“ an?
Candice Night: Jede CD ist neu für uns und ist nichts anderes als eine Fotografie, die man mit ein paar Jahren Abstand betrachtet. Die Erinnerungen sind großartig und real, aber es fühlt sich anders an, weil man inzwischen wieder an einem anderen Ort ist.

Woher stammen die Inspiration zu neuen Texten und Melodien?
Ritchie Blackmore: Das Leben an sich mit der jeweiligen Gemütsverfassung sorgt dafür. Auch alte Volkslieder aus Europa tragen dazu bei sowie Melodien aus der Renaissance und dem Mittelalter.
Candice Night: Und natürlich die Natur, die eine große Quelle der Inspiration ist, mit all ihren Wundern und ihrer Magie. Verlorenes oder gefundenes Liebesglück, Träume, Legenden und Mythen sowie die Fabeln und Geschichten aus verschiedenen Regionen der Welt. Inspirationen sind immer dort, wo man sich nach ihnen umschaut.

Wie kann man sich ein Tag im Tonstudio mit Ritchie und Candice vorstellen? Wer hat das Sagen?
Ritchie Blackmore: Wir haben keinen Chef, im Grunde würde ich sagen, es ist eine demokratische Situation, wenn dieses Wort nicht so häufig missbraucht würde. Normalerweise fangen wir gegen 15 Uhr an, denn wir sind eher Nachtmenschen. Manchmal bringe ich ein noch unfertiges Gitarreriff mit ins Studio, aus dem wir dann ein Melodie entnehmen. Wenn Candice diese übernimmt, sehen wir, ob das etwas mit Potential ist. Einen Text gibt es noch nicht, es reicht Anfangs ein la-la. Im nächsten Schritt ordnen wir eine Gesangsmelodie zu und ich spiele den Rhythmus dazu, bevor Candice mit einem Text kommt, der die ganze Szenerie in Worte fasst. Wir arbeiten dann bis etwa ein Uhr nachts.
Candice Night: Vor dem Studio kümmere ich um die Kinder und mache ein bisschen Hausarbeit und finde sogar zwischendurch ein wenig Zeit für die Musik. Häufig schreibe ich die Texte sogar unterwegs, während ich Besorgungen erledige oder auch wenn ich die Kinder ins Bett stecke. Nicht anders, als sich eben eine typische arbeitenden Mama verhält.

Album in einer anderen Sprache?


Könnten Sie sich vorstellen, auch ein Album in einer anderen Sprache als Englisch zu produzieren? Sie sprechen ja Deutsch, Herr Blackmore … Ritchie Blackmore: Umgangssprachliche verständige ich mich mit etwas Deutsch. Auch versuche ich manchmal etwas aufzuschnappen von der Sprache, gerade wenn die Leute denken, ich versteh sie nicht. Aber wir haben nur eine Handvoll Songs in Deutsch, einen in Französisch und einen in Griechisch. Wir denken ja immer noch darüber nach, ein amerikanisches Album zu produzieren uns fehlen aber noch ein paar HipHop-Klischee dafür.

Sie haben in Thüringen auf der Wartburg, der Creuzburg und auf der Runneburg gespielt, das passt gut zur Musik. Könnten Sie sich vorstellen, in einem Bergwerk 500 Meter unter der Erde ein Konzert zu geben.
Blackmore: Das haben wir schon mal in Polen gemacht, in der Nähe von Kraukau. Es gab allerdings Probleme beim Stimmen der Instrumente. Das Salz trocknet die Luft vollständig aus und irgendwie behielten die Instrumente ihre Stimmung nicht. Soetwas steht also nicht nochmal auf der Liste. Ich hätte nichts dagegen, in der Sophienhöhle in der Nähe von Nürnberg / Rabenstein zu spielen, allerdings eher im Eingangsbereich und nicht zu tief in der Höhle, weil ich etwas unter Platzangst leide.

Am 25. Juli treten Sie in Weimar auf. Verbindet Sie etwas mit der Klassikerstadt, mit Goethe und Schiller?
Ritchie Blackmore: So viel habe ich da ehrlich gesagt nicht gelesen, ich beschäftige ich lieber mit Musikschaffenden, als mit Schriftstellern.

Blackmore's Night, 25. Juli 2015, CCN Weimarhalle, UNESCO-Platz 1, Weimar. Beginn: 19.30 Uhr


English version:

The release of your new record „All Our Yesterdays“ is coming up, would you mind telling us about?        
Candice Night - All of our  cds that we have recorded since 1997 have been a snap shot in time as to where we were at that moment, as spiritual beings, as artists, as musicians, as humans. We are constantly changing and evolving and our music in its current state reflects that. This is a culmination of melodies and lyrical stories or ideas that are true of us at this very moment. Im sure next year we will be somewhere else in life and our writing will reflect that as well. 

Does the concept of this album cloeses a gap to „Dancer and the Moon“ or is it something completly new?
Candice Night - Each cd is new for us. Its like looking at a photograph of yourself from a few years back. The memories are great and real but you feel different because you are in a different place.

Who or what is giving you energy an inspiration for writing new lyrics and melodies?
Ritchie Blackmore - Life in general, frame of mind, listening to old folk songs from Europe, renaissance and medieval melodies. 
Candice Night:  Nature is a huge inspiration and the miracles and magic within her, love lost, love found, love longed for... dreams, legends myths and faerie tales from different regions of the world. Inspirations abounds wherever you look for it.  

How can people imagine a day in the studio with Ritchie und Candice? Who is the boss?
Ritchie Blackmore - We don't have a boss. I would say the situation is democrat but that word has been misused in the last 10 yrs. We usually start around 3pm because we are night people. I sometimes have a vague riff and melody then we take it from there. I then put it by Candice and we see if it has potential. We usually just do la-las and figure out the melody. The next stage is to do a mapping vocal and I do a rhythm track so all of our songs actually start off with la-las until she comes up with the lyric line that represents that scenario. We work through to usually 1am. 
Candice Night - I am usually running the kids to their activities and doing the household stuff and then in between all that I find time to do music. Usually I need to write the lyrics while I'm in my car doing errands or after I put the children to sleep. Typical working mom :) 

Could you imagine an album in a different language? I heard you do speak some German as well?
Ritchie Blackmore - I do speak some German which comes in handy when I am evesdropping on German people who think I don't understand. But we have only ever done a couple of songs in German and 1 in French and 1 in Greek. We are still thinking of doing an American record but i don't have enough hip hop cliches down yet. 

Is there a country where you didnt played yet but would like?
Ritchie Blackmore - Not really. I have played all the countries I have wanted to play so far and there is quite a few i would really never want to play again. some countries are just too far away. i don't like flying because of the aggrivation that flying brings.

You've played in lots of Thuringian Castle like Creuzburg, Wartburg and Runneburg. That fits your music perfectly. But could you imagine a concert in a salt mine, 1640ft unter the surface? There is one with a stage not far away from Eisenach.
RitchieBlackmore - We played a salt mine in poland, near crackow. it was dreadful from tuning purposes. when you are underground and the salt dries out the air it is nearly impossible to keep the instruments in tune. so that wouldn't be on our list of places to play. i wouldn't mind playing in a place called the sophienhalle near  Nuremberg by rabenstein. But we would play in the entrance to the caves as i am claustrophobic about going too far into the caves. 

At the 25. of July you are playing in Weimar the town of German classics. Does Goethe and Schiller or the Bauhaus-architecture plays a prominent role in your work / life or in America / England in general?
Ritchie Blackmore  No I have not read very much by them. I love the towns.I tend to gravitate more toward musicians than writers.



Und ein Video von Dancer on the moon
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