Bücherempfehlungen

1. Buch: Claudia und Nadja Beinert
„Die Herrin der Kathedrale“
Weltbildverlag, 767 Seiten

Zu Beginn des Jahres war ich in Bad Kösen zur Reha und hatte mir fest vorgenommen, den Naumburger Dom zu besuchen. So kam es dann auch. Auf den Fundamenten des romanischen Vorgängerbaues steht eine gotische Kathedrale. Der Naumburger Meister, ein Bildhauer, gab den 12 Stifterfiguren des Domes individuelle Gesichter. Das hatte es bis dahin noch nicht gegeben. Die Biographie der Uta ist völlig unbekannt. Das war der Grund, warum die Zwillingsautorinnen um diese historische Figur ihren phantasievollen Roman schufen. Der Roman selbst ist nicht historisch sondern Unterhaltung.
Frauen konnten im Mittelalter ein freies und selbstbewusstes Leben nur als Klosterfrau führen. Wobei es auch hier Regeln des Zusammenlebens gab. Mädchen und Frauen waren im zivilen Bereich häufig den Männern, ob Väter, Brüdern, Beichtvätern oder Ehemännern fast schutzlos ausgeliefert. Die Drangsale umfassten Prügel, Missbrauch, Körperverletzungen bis hin zu Verstümmelungen. Das betraf nicht nur Mägde und Dienstboten, sondern auch die Damen aus dem Hochadel. Im Roman foltert der Sohn seine Mutter grausam zu Tode.
Aber die Autorinnen verstehen es ebenfalls gut, ein buntes Bild vom Alltag dieser Zeit zu zeichnen; es wird spannend bis zum Schluss.

2. Buch: Elisabeth Zöllner
„Vaters Befehl oder ein deutsches Mädel“
Verlag Fischer Schatzinsel, 269 Seiten

Zeitlich spielt der Roman im modernen Mittelalter (1933-1945).
Die 15-jährige Paula ist die Tochter eines hohen Polizeibeamten in Münster; aber sie ist auch die treue Freundin einer jüdischen Mitschülerin. Sie könnte in den Nazi-Strukturen eine gute Karriere machen, aber die Freundschaft ist ihr wichtiger. Als der Vater erfährt, dass sie trotz Verbotes zu dem jüdischen Mädchen Mathilde hält, schlägt er sie fast zu Tode. Lange liegt sie körperlich und seelisch krank in einem Kloster-Krankenhaus. Am 10.10.1943 ist die Stadt Münster von einem riesigen Bombenangriff betroffen. Paulas Eltern sterben in den Trümmern ihres Hauses. Münster und Umgebung hatte ich vor einigen Jahren besucht, als ich an meiner Publikation zu Annette von Droste-Hülshoff arbeitete. Die Stadt fühlt sich heute dem Frieden verpflichtet.
Paula machte Abitur, studierte und wurde Ärztin. Solche Bücher sind für die Jugend geeignet. Sie machen Mut und sie lesen sich ausgezeichnet.
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