Das Erfurt der Frauen - spielerisch zu entdecken

Auf ganz unterschiedliche Art und Weise lässt sich die Thüringer Landeshauptstadt entdecken. So verheißt ein Spaziergang durch die Straßen und Gassen selbst ohne erklärfreudige Begleitung viele Begegnungen zwischen dem modernen Heute und dem Eintauchen in längst vergangene Zeit.
Die Stadt lässt sich erkunden auf den Spuren Martin Luthers oder denen von Adam Ries, man kann auf den Pfaden der Bach-Familie wandeln, sich an früheren Verbrechensorten eine schaurig-schöne Gänsehaut holen, einen Stadtteil ganz für sich entdecken oder sich speziellen Themen wie Bier oder Wein bei der Stadterkundung widmen. Und und und...

Doch aus Sicht der Frauen und der Erkenntnis, was die Töchter der Stadt im Laufe der Zeit bewegten und bewegen, ließ sie sich bislang nicht betrachten. Dabei hat sie hier eine Menge vorzuweisen.
Ab sofort wird vieles davon erzählt: In ihrem Projekt Zeitensprünge“ befassen sich Mädchen und junge Frauen im Erfurter Mädchenzentrum des Vereins Perspektiv e.V. schon geraume Zeit mit Dingen aus ihrem Lebensumfeld. Jenen, die sich in der Gegenwart abspielen und anderen, die längst vergangen sind.

Ein ganz neues Ergebnis ihrer kreativen Arbeit stellen sie jetzt der Öffentlichkeit vor: Das Spiel „Erfurter Frauengeschichte(n) spielend entdeckt“. Seit März forschten und entwickelten 18 junge Damen zwischen acht und 24 Jahren für ihr geplantes Brettspiel. „Zuerst einmal haben sie sich auf die Spuren bekannter Erfurterinnen begeben und ganz viel über sie herausgefunden“, erinnert sich Anja Bachmann-Duscha vom Verein, die selbst die eine oder andere der so aufgestöberten Persönlichkeiten bisher nicht kannte. Oder wer könnte auf Anhieb etwas über Amalia Pachelbel oder Margot Benary-Isbert erzählen? Natürlich spielen auch erfolgreiche Frauen der Gegenwart eine Rolle: Yvonne Catterfeld etwa, Gunda Niemann-Stirnemann, die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt und die sogenannte Bratwursthexe. Oder auch Frauen, deren Namen nicht so geläufig sind. Wie die einer gefragten Synchronsprecherin oder einer Filmemacherin.

Beim Spiel selbst müssen sich die Mitspieler nicht nur mit den gefragten Erfurterinnen auskennen, sondern ihre extra kreierten Spielfiguren auf dem ebenso selbst gestalteten Spielbrett möglichst schnell zu deren Wirkungsstätten bringen. Auf dem Weg dahin müssen einige Fragen beantwortet werden. Nicht nur zur Stadt, auch Allgemeinwissen ist gefragt.

Insgesamt 32 Frauen-Persönlichkeiten spielen eine Rolle. Die selben sind auch auf dem Frauen-Memory zu finden, das zweite Spiel, das nach den üblichen Regeln funktioniert und auch hier ohne erhobenen Zeigefinger Wissen vermittelt.

Die Mädchen sind sichtlich stolz auf das, was nun in Spielform vorliegt. Längst ist es normal geworden, dass sie sich mit den bekannten Frauen auskennen, ihre Namen benutzen und eine Menge über sie erzählen können. Und vielleicht, so träumen sie, wird man ja in ein paar Jahren das eine oder andere Mädchen auch überall kennen. Weil es etwas besonders gut kann und sich damit einen Namen gemacht hat.

„Unser Spiel ist für Erfurter Mädchen und Frauen durchaus identifikationsstiftend, hat eine gewisse Vorbildfunktion“, weiß Anja Bachmann-Duscha. Schließlich macht es auf spielerische Weise Mut und zeigt, dass es vielen Erfurterinnen gelungen ist, ihren Weg zu gehen, ihr Wissen und Können als einen Schatz anzusehen, den es zu nutzen gilt. Andere haben es geschafft. Warum nicht auch die Mädchen. Immerhin haben sie jetzt ein tolles Spiel erfunden, das schon mal allen sagt: „Guckt mal her, ich kann was...!“

Wer möchte mitspielen? Informationen zum Spiel gibt es im Mädchenzentrum in der Kronenburggasse 13 und unter 0361/( 643 83 44
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige