Die Erfurter Hobby-Autorin Alexa Znih schreibt Liebesromane ohne Happy End

„Ich mag die Nicht-Happy-Ends“, outet sich Alexa Znih.
 
„Der Sonne entgegen“ ist der Titel des Debütromans. (Foto: Znih)

Ein Liebesroman ohne Happy End? Geht das überhaupt? Die Erfurter Hobby-Autorin Alexa Znih sagt: Ja.

Im Märchen heißt es: „Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.“ Und auch Hollywood-Filme enden meist glücklich. In letzter Sekunde hat er sie dann doch noch am Flughafen erwischt, ehe sie in den Flieger steigt. Oder die beiden versöhnen sich mit einem leidenschaftlichen Kuss im strömenden Regen. Seufz, Abblende, Abspann.

Doch was ist, wenn er in all den Ehejahren immer seine Socken herumliegen lässt? Oder sie mit ihrem Schuhwahn Schuldenberge anhäuft? Oder sich die beiden nicht einig sind, wie sie die nervige Teenagertochter erziehen sollen?

„Ich mag die Nicht-Happy-Ends“, outet sich Alexa Znih. Ihr Name ist ein Pseudonym, unter dem die Hobby-Autorin Liebesromane schreibt. Ihr wahrer Name ist nur ein kleines Geheimnis, leicht zu durchschauen. Und doch reicht es für etwas Würze schon aus, alles ein bisschen auf den Kopf zu stellen. Dies ist nicht immer so. „Oft lese ich den Klappentext und weiß genau, wie das Buch ausgeht“, bedauert die Wahl-Erfurterin.

„Ich bin kein Freund von zu viel Kitsch.“



Sie lässt sich lieber überraschen. Deswegen setzt sie am liebsten dort an, wo andere aufhören. Mit einer gehörigen Portion Alltag bei all der Romantik. „Ich bin kein Freund von zu viel Kitsch“, gesteht sie. Und doch trägt ihr Debütroman den leicht schmalzigen Titel „Der Sonne entgegen“. Sie erklärt: „Ich habe bei der Arbeit aus dem Fenster gesehen. Ein Flugzeug flog vorbei. Ich dachte mir: Wenn ich jetzt in diesem Flugzeug säße, wohin würde ich wohl fliegen?“ Das ist mittlerweile sechs Jahre her. Sie hat lange an der Antwort und an der Geschichte dazu gefeilt. Das Flugzeug ist auf dem Weg Richtung Los Angeles - zumindest im Buch.

Hier verliebt sich die alleinerziehende Mutter Adriana, in den Engländer Eric, der in LA liebt. Erst ist ihr Leben wie ein Urlaub mit Party, Bootstour und voller Sehenswürdigkeiten. An Fernbeziehung, Umziehen oder Patchwork-Familie wird zunächst kein Gedanke verschwendet. „Doch am Ende muss sie sich entscheiden, ob sie für ihre Familie lebt oder für die große Liebe.“

Adriana aus dem Buch ähnelt Alexa in der Realität. Einiges im Buch ist autobiographisch oder basiert auf Anekdoten von Bekannten. „Das eigene Leben schwingt mit. Im ersten Buch ist viel von mir mit drin. Freunde, die es gelesen haben, sagten: Als ob du vor uns stehst.“ Dass Adriana Alexa so gleicht, ist eigentlich unbeabsichtigt. Denn nicht nur ihren Namen will die Hobby-Autorin nicht recht preisgeben. Auch ihr Alter („Um die 40“), ihren Beruf („Im Labor“) und zu viel Privates („Nicht verheiratet“) behält die zweifache Mutter lieber für sich. Sie liebt Schottland und schnelle Autos, so viel sei verraten.

Erotische Geschichten ohne FSK-Freigabe



Und noch etwas: Schon jetzt ist die Fortsetzung von Adriana und Eric so gut wie geschrieben. Sie spielt drei Jahre später in England. Typisch, wieder dort anzusetzen, wo andere Geschichten längst geendet haben. Dann wird Znih auch Alexas Perspektive mal verlassen und Erics Gedanken niederschreiben. „Die männliche Sichtweise ist schon schwierig. Ich lese sehr viel, auch Bücher, die von Männern geschrieben wurden. Aber es läuft doch ziemlich viel anders als bei uns Mädchen.“

Alexa Znih hat Blut geleckt. Über ein Buch mit Kurzschichten denkt sie ebenfalls nach. Dann darf es sogar ein bisschen mehr Fantasy statt Alltag sein - so, wie sie es selbst gerne liest. Vielleicht auch erotische Geschichten. Aber keine, die eine FSK-Freigabe benötigen, beruhigt sie.

Buchtipp:

Alexa Znih, Der Sonne entgegen, Tredition-Verlag, mehr Infos: www.facebook.com/AlexaZnih
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