Eigentlich ist Frühling

Ein paar der Chromitglieder, wie immer gut gelaunt.
Ist das Weihnachtskonzert vorüber, beginnt der Frühling. Zumindest in den Proben der sangesfreudigen Damen und Herren vom „Liederkreis Erfurt e.V.“. „Wir üben dann unsere neuen Frühlingslieder, so, wie wir seit Sommer schon mit den weihnachtlichen Weisen beschäftigt waren“, erklärt Chorleiterin Irkme Rückert die ungewohnte Jahreszeiten-Abfolge. Nach dem entspannt-fröhlichen Einsingen, oft mit Kanon, geht es bei der wöchentlichen Probe im Königin-Luise-Gymnasium an die Arbeit. Die Lieder müssen schließlich sitzen.

Riesiges Repertoire



Das Repertoire des seit mehr als zwanzig Jahren bestehenden Chors ist gewaltig. „Sooo ein Stapel an Liedern“, sagt eine der Chordamen und streckt Daumen und Zeigefinger zehn Zentimeter auseinander. Mindestens. „Um die 500 Lieder könnten es schon sein“, stimmt Irkme Rückert zu. Gezählt hat sie all die Stücke bislang nicht. Gesungen wird alles, was die Chorliteratur hergibt. Vom Mittelalter bis zur Moderne, vom Volks- oder auch Wanderlied übers Madrigal bis hin zu spirituellen Gesängen und Scherzliedern. „Wir singen auch gern ausgefallene, eher unbekannte Lieder“, ist Irkme Rückert stolz auf das Können ihrer Schützlinge. Immer wieder kommen neue Lieder hinzu. Jahrelang dasselbe Repertoire? Das ist nichts für ihren Liederkreis. Die Sänger im Alter zwischen 34 und 82 nehmen die Herausfoderung gern an. So manches eher schwierige Stück schreibt Tonangeberin Rückert zu Hause um, extra für den Chorgesang.


Sie selbst stammt aus einer musikalischen Familie. Hans und Ilse Naumilkat waren ihre Eltern, man kennt sie als Schöpfer vieler bekannter Lieder, unter anderm komponierte der Vater die Musik zum Lied „Unsere Heimat“. Tochter Irkme war vierzig Jahre lang als Musiklehrerin tätig. Fast war es vorprogrammiert, dass sie so lange schon den Liederkreis Erfurt leitet, dem viele angehören, die früher schon im Theodor-Neubauer-Ensemble der Sangeslust frönten. Gut zwei Drittel der Liederkreisler sind von Anfang an dabei. Sie alle fühlen sich wohl in dieser frohen, lebensbejahenden Atmosphäre, in keiner den anderen mit 'Sie' anspricht. Hier haben sie ihre musikalische Heimat, hier können sie sich verwirklichen.

Der Traum der Sänger



Den Beweis für sein breitgefächertes Können tritt der Chor immer wieder gern an. Beim Abendsingen, zur Michaelisvesper oder zum Weihnachtskonzert, bei dem sich sogar die Kinder und Enkel mit einbringen. Ein wenig träumen die Sängerinnen und Sänger von einem ganz großen Auftritt. Vielleicht einmal im Erfurter Dom. „Ich hätte furchtbar gern auch einmal eine Bühne für uns unter freiem Himmel“, berichtet Irkme Rückert von einem innigen Wunsch. Im Brühler Garten etwa, der wäre wunderbar geeignet. Dort könnten dann sogar regelmäßig Chöre auftreten. Bestimmt findet sich für derlei Veranstaltungen ein sehr aufgeschlossenes Publikum.
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