Ein besonderes Talent der Region: Der 14-jährige Trompeter Alexander Huth

Für Alexander Huth vergeht kaum ein Tag ohne Trompete.
 
Alles im Repertoire: Schunkelmusik auf Sommerfesten, Adventslieder auf Weihnachtsmärkten, Bach und Händel in der Kirche.

Am liebsten in der Semperoper: Das 14-jährige Thüringer Trompetentalent Alexander Huth freut sich über möglichst viele Besucher bei seinen Konzerten.


Für Alexander Huth vergeht kaum ein Tag ohne Trompete. Weil der Friedrichrodaer täglich übt, etwa eine Stunde. Weil er die Sommerferien in Jungbläser-Camps verbringt oder mit mehrtägigen Workshops. Und weil der 14-Jährige schon wie ein alter Hase auftritt, überall in der Region - mit Großvater Andreas Krauße im Duo, in verschiedenen Gruppen und Orchestern oder sogar in diversen Solokonzerten. Er war schon im Fernsehen zu sehen und im Radio zu hören.

Schunkelmusik auf Sommerfesten, Adventslieder auf Weihnachtsmärkten, Bach und Händel in der Kirche - festlegen will sich der Gymnasiast nicht, denn die Stücke gefallen ihm alle. „Ich versuche, die Lieder miteinander zu verknüpfen - zum Beispiel erst etwas aus dem Barock und später dann Volkslieder. Oder auch Stücke, die noch nicht so bekannt sind, aber dafür ein großes Potenzial haben“, sagt er, als würde er sich selbst beschreiben.

Alle Alben seines Vorbildes



Bei einer Sache ist er sich allerdings ganz sicher: „Mein musikalisches Vorbild ist Ludwig Güttler.“ Der 73-Jährige gilt als einer der weltweit führenden Trompeten-Virtuosen. Alexanders CD- und Plattenschrank ist voll mit Güttlers Alben. Begeistert besucht er dessen Konzerte. „Wir reisen Ludwig Güttler schon seit Jahren immer wieder hinterher. Wir sind richtige Fans“, bemerkt der Großvater Andreas Krauße.

Ein Höhepunkt für Alexander war, als er im Frühjahr sein Vorbild persönlich kennenlernen durfte - beim „Meisterkurs für Trompete“ des Professors an der Landesmusikakademie Sachsen. Nach einer anspruchsvollen Aufnahmeprüfung wurde Alexander als zweitjüngster Bewerber zum hochkarätigen Coaching zugelassen. „Der kleinste Fehler wurde beim Vorspielen kritisiert“, erinnert sich Andreas Krauße. „Das ging mit dem Ansatz los über die Luftführung, die Tongebung bis zur Lautstärke und Intonation.“ Doch auch das Lob Güttlers bleibt Alexander unvergessen: „Er hat gesagt, ich habe einen schönen Klang.“

Kritik spornt Alexander nur an



Generell spornt ihn Kritik ohnehin nur noch mehr an, beflügelt ihn regelrecht. Von den Experten möchte er vor allem ehrliche Worte hören. „Ich ärgere mich sehr über einen Fehler. Im Konzert lasse ich mir davon aber nichts anmerken, da geht es immer weiter.“ Wann immer sich die Möglichkeit auf Unterricht bei den Profis ergibt, ergreift sie Alexander. „Wir müssen ihn nicht zum Üben anleiten“, sagt Andreas Krauße über seinen Enkel. Auf Konzerten spielt der Teenager manchmal wahre Kraftakt-Stücke - so körperlich anstrengend, dass er nach den Konzerten richtig schlapp ist. „Manchmal sorge ich mich, dass er sich überfordert“, ist der Großvater beunruhigt.

Überrascht und erfreut war Alexander darüber, dass er für den Nachwuchsförderpreis 2016 „Unser Talent in der Region“ vorgeschlagen wurde, der im November verliehen wird. Nach dem Abitur möchte das Trompetentalent am liebsten Musik studieren und dann in einem Orchester spielen - am liebsten in der Semperoper. Zu den Konzerten in Dresden fährt er leidenschaftlich gerne, aber auch zur Thüringen-Philharmonie in Gotha oder ins Leipziger Gewandhaus.

Mit Lampenfieber hat der Nachwuchsmusiker fast nicht mehr zu kämpfen. „Von Konzert zu Konzert bin ich weniger aufgeregt.“ Immer mit dabei ist die stolze Familie, die seine Konzertplakate entwirft, ihn bei den Auftritten filmt, jeden Bericht und jedes Erinnerungsfoto an einer eigenen Fanwand im Haus sammelt. Auf den meisten Fotos ist Alexander ganz schick mit Anzug und Fliege zu sehen. „Dienstkleidung“, urteilt er trocken. Am liebsten spielt er die Adventskonzerte. „Da kommen die meisten Konzertbesucher.“ Wenn dann der Applaus ertönt, weiß er, dass sich die Mühe beim Üben gelohnt hat.

Zur Person

- Als Achtjähriger bekam Alexander Huth ersten Trompetenunterricht und Einzelstunden vom Güttler-Schüler und Landesposaunenwart Matthias Schmeiß.

- Seit 2011 ist Alexander Mitglied des Posaunenchores der Kirchgemeinde Friedrichroda und bläst dort die 1. Stimme.

- Seit 2010 bekommt er zusätzlich Klavierunterricht von Ellen Schwarz-Schertler, die ihn auch seit 2015 im Orgelspiel unterweist.

- An der Kreismusikschule „Louis Spohr“ in Gotha erhält Alexander Unterricht bei Albrecht Frank, Trompeter der Thüringen-Philharmonie Gotha. Seit Kurzem spielt er im Jugendorchester der Kreismusikschule.


1
1
1
1
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
1 Kommentar
13.458
Uwe Zerbst aus Gotha | 18.09.2016 | 11:16  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige