Ein Leben im Eilzug-Tempo

Die Geraden macht er mit zweihundertsechzig. Ich sitze im ICE, dem InterCityExpress der Bahn. Der Zug fliegt an Dörfern und Wiesen vorbei. Er durchschneidet Städte und Wälder. Einige Fahrgäste genießen sichtbar die Reise. Ein älteres Ehepaar sitzt beim Frühstück. Sie hat Brote ausgepackt, er schneidet Äpfel. Das erinnert an die gute alte Zeit der Dampfeisenbahn.

Personenzüge ruckelten verhalten durch das Land. Heute sind die Feuerrösser nur noch bei Traditions­fahrten auf den Schienen. Die Welt ist anders geworden und schneller. Der Zug zischt durch einen Tunnel. Lichtblitzen gleich flitzen die Lampen vorbei. Ein beklemmender Gedanke: Wenn es jetzt kracht, ist alles aus! Wie wird das sein? Plötzlich kommen Fragen hoch: Wer wird die Lampe in der Küche reparieren? Was wird aus der Arbeit auf meinem Schreibtisch?

Unser Leben jagt im Eilzug-Tempo dahin. Immer und überall fehlt die Zeit, manchmal auch zum Nachdenken über Leben und Sterben. Und dennoch – Jesus gibt uns einen praktischen Hinweis: „Wer ist unter euch, der seines Lebens Länge eine Spanne zusetzen könnte, wie sehr er sich auch darum sorgt?“ (Matthäus 6,27).

Der ICE jagt nach der Tunnelfahrt ins Licht. Die Sonne scheint. Vermutlich bremst ein Vorsignal den Zug. Er wird langsamer. „Jesus geh’ voran auf der Lebensbahn“, heißt es in einem Kirchenlied. Eine entscheidende Bitte in einer rasanten Welt.

Gesegnete Zeit, Ihr Egmond Prill.
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3 Kommentare
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Uwe Zerbst aus Gotha | 18.07.2011 | 21:16  
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Annett Deistung (HarzWusel) aus Nordhausen | 19.07.2011 | 21:03  
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Uwe Zerbst aus Gotha | 26.07.2011 | 23:57  
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